Martin Kotula, Autor bei 鶹ԭ News Center Unternehmensberichte & 鶹ԭeportal Thu, 09 Mar 2023 15:38:30 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Das Lieferkettengesetz und die Verantwortung der Unternehmen /germany/2020/09/lieferkettengesetz-transparenz-supply-chain/ Thu, 10 Sep 2020 06:00:53 +0000 /germany/?p=151591 Ab 1. Januar 2021 müssen europäische Unternehmen, die mit Konfliktmaterialien arbeiten, gewissen soziale und ökologische Standards nachweisen. Wie sich dieses Lieferkettengesetz umsetzen lässt, erläutert Dr....

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Ab 1. Januar 2021 müssen europäische Unternehmen, die mit Konfliktmaterialien arbeiten, gewissen soziale und ökologische Standards nachweisen. Wie sich dieses Lieferkettengesetz umsetzen lässt, erläutert Dr. Martin Kotula, 鶹ԭ Vice President, der Kunden in Digitalisierungs- und Transformationsfragen im Bereich des Ausgabenmanagements unterstützt, in seinem Blog.

In letzten Tagen und Wochen war das geplante Lieferkettengesetz omni-präsent in deutschsprachigen Medien. Die Bundesregierung um Entwicklungsminister Gerd Müller und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil wollen demnach Menschenrechte wie Kinderarbeit, Ausbeutung oder Diskriminierung schützen. Dazu soll die freiwillige Verpflichtung von Unternehmen in ein verbindliches Gesetz umgewandelt werden.

Die Situation ist ernst, laut UNICEF befinden sich derzeit über 73 Millionen Kinder in schlimmsten Formen der Kinderarbeit, sei es Sklaverei, Zwangsarbeit, Kindersoldaten oder Kinderprostitution. Zudem erhöht die aktuelle COVID-Pandemie die Kinderarbeit, da Einkommen in Familie durch Jobverluste sinken und Prognosen nach, wird die Zahl bis 2025 auf 121 Millionen arbeitende Jungen und Mädchen steigen.

Lieferkettengesetz schafft rechtlichen Rahmen für soziale und ökologische Standards

Laut einer von der Bundesregierung initiierten Umfrage würden deutlich der befragten deutschen Unternehmen dieser freiwilligen Selbstverpflichtung überhaupt nachkommen.

Zum einen gibt es eine Gruppierung von Unternehmen – darunter Tchibo, Nestle, Rewe, Alfred Ritter – die sich jetzt schon an die geplanten Standards halten und eine weitreichende Regelung begrüßen. Zum anderen halten viele Unternehmen eine zunehmende Regulierung sowie die Haftungsfrage für problematisch oder gar wettbewerbsschädigend. In anderen Ländern wie USA, Frankreich oder Niederlande sind ähnliche Gesetzesvorhaben mit der entsprechenden Verpflichtung für Unternehmen jedoch bereits umgesetzt worden. Eine gesetzliche Folge ist also sehr wahrscheinlich. Ohnehin tritt zum 1. Januar 2021 eine neue EU-Verordnung in Kraft, die ebenfalls den Schutz von Menschenrechten und Kinderarbeit in Industrien mit Konfliktmaterialien (wie Zinn, Wolfram, Tantal und Gold) sicherstellen soll. Dabei nimmt sie europäische Unternehmen in die Pflicht. Insbesondere soll dadurch der illegale Handel von Rohstoffen, Zwangsarbeit, Geldwäsche und bewaffnete Gruppierungen gestoppt werden. Dies betrifft die deutsche Industrie nicht in vollem Umfang, allerdings müssen betroffenen Firmen reagieren.

Allgemein ist es fraglich, wie Unternehmensverantwortliche, Geschäftsführer oder Einkaufsleiter sicherstellen können, dass beim jeweiligen Lieferanten im Ausland soziale und ökologische Standards eingehalten werden.

Mehr Transparenz im Lieferkettengesetz

鶹ԭ kann genau an dieser Stelle Unternehmen unterstützen und dabei Lieferketten transparenter gestalten. Zum einen ist es wichtig, im Prozessschritt der Lieferantenauswahl eine mehrstufige Lieferantenqualifizierung einzuführen. Dieser Prozess wird in aller Regel im strategischen Einkauf (Sourcing) umgesetzt, bei denen Unternehmen beispielsweise mit 鶹ԭ Ariba Sourcing oder Supplier Lifecylce Management umsetzen können. Hinzu kommen regelmäßige interne oder externe Lieferantenaudits durchzuführen. Diese werden ebenfalls über das 鶹ԭ Ariba Portfolio abgedeckt. Interactive und stärkere Ad-hoc-Abfragen beim Lieferanten oder bei den Mitarbeitern könnten in anonymisierter Weise beispielsweise über Qualtrics abgedeckt werden. So könnten von einer potenziellen Ausbeutung betroffene Mitarbeiter einen Missstand anonym aufzeigen. In vielen Fällen erfolgt die strategische Lieferantauswahl einmalig für einen gewissen Zeitraum von drei bis fünf Jahren. Diese Standards lassen sich aus der Ferne durchaus sehr schwer kontrollieren. Hier könnten beispielsweise externe Partner oder lokale Agenturen die Unternehmen vor Ort zusätzlich unterstützen.

In der transaktionalen Abwicklung, also in der operativen Beschaffung, sind im Wesentlichen drei Prozesse entscheidend:

  1. Risiko Management
  2. Supply Chain Transparenz
  3. Traceabilty

Mit einer Risiko Management Software können Lieferanten-Ereignisse, Rankings oder externe Partnerinformationen mit ggf. Audits (bspw. Ecovadis) aktiv überwacht werden. So wird in jedem Fall sichergestellt, dass ein Einkaufsleiter stets über seine Lieferantenbasis und potenzielle aufkommenden Risiken in der informiert ist. Mit dem 鶹ԭ Business Network stellen wir sicher, dass globale Lieferungen stets transparent und nachvollziehbar sind. In Kombination mit der Blockchain-Technologie können wir den Ursprung von verschiedenen Partnern entlang der Wertschöpfungskette nachvollziehen. Ein Päckchen oder Container lassen sich fälschungssicher verschlüssel, labeln und mittels Blockchain parametrisieren. Diese lückenlose Dokumentation zeigt dem Einkäufer, dass eine Bestellung tatsächlich vom Lieferanten einer bestimmten Mine versandt wurde. So haben bereits einige Automobilhersteller begonnen, eine Blockchain-Technologie als Folge einer Industrieinitiative einzusetzen. Sie kaufen so verantwortungsbewusst strategische Materialien ein und sichern zudem neben Nachhaltigkeit und Transparenz auch Effizienz.

Die Verantwortung für Unternehmen ist sicherlich sehr hoch, ethisch, moralisch, sozial und monetär. Software alleine kann diese nicht abnehmen. Allerdings bieten die heutige Technologie und etablierte Standards wichtige technische und digitale Unterstützung, um dieser Verantwortung nachzukommen. Dabei entsprechen sie gesetzlichen Vorgaben und ermöglichen den Endkonsumenten Transparenz in den Lieferketten.

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Kann eine Lieferkette in einer digitalen Welt wirklich transparent sein? /germany/2020/04/lieferkette-transparenz-digitalisierung/ Wed, 08 Apr 2020 06:00:00 +0000 /germany/?p=148521 Die Meinung des Kunden ist für viele Unternehmen ein wichtiger Faktor. Kunden sind vielfach bereit, mehr für Produkte zu zahlen, deren Lieferkette völlig transparent und...

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Die Meinung des Kunden ist für viele Unternehmen ein wichtiger Faktor. Kunden sind vielfach bereit, mehr für Produkte zu zahlen, deren Lieferkette völlig transparent und nachhaltig ist. Unternehmen tun sich allerdings schwer, diese Transparenz zu bieten.

Dies kann etwa daran liegen, dass es für sie eine technologische Herausforderung ist: Man stelle sich nur mal vor, eine Stückliste für ein Produkt besteht aus Hunderttausenden von Teilen (ein durchschnittliches Auto kann beispielsweise 30.000 Teile haben). Ein anderer Grund kann sein, dass diese Informationen ein wichtiger Wettbewerbsvorteil sind und der Hersteller sie deshalb einfach nicht zur Verfügung stellen möchte.

46 Prozent der Unternehmen verwenden Microsoft Excel, um Störungen in der Lieferkette, die sich negativ auswirken, zu prognostizieren, zu überwachen, zu erfassen, zu messen und Berichte darüber zu erstellen.
The Business Continuity Institute: 

Ein Überblick über die komplette Lieferkette ist nur selten gegeben: 65 Prozent der Einkaufsleiter haben nur begrenzte oder gar keine Transparenz über die Lieferkette jenseits ihrer Lieferanten der Stufe 1.
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Ein Überblick über die komplette Lieferkette ist nur selten gegeben: 65 Prozent der Einkaufsleiter haben nur begrenzte oder gar keine Transparenz über die Lieferkette jenseits ihrer Lieferanten der Stufe 1.
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Transparente Lieferketten werden den Unterschied machen  

Ein Beispiel: In der Lebensmittelbranche gibt es mehrere Herausforderungen in Bezug auf Nachhaltigkeit. Man denke beispielsweise an die Haltungsbedingungen für Kühe und an die weiteren Akteure in der Lieferkette vom Landwirt über den Milch-, Käse-, Butter- oder Fleischerzeuger bis hin zum Einzelhändler. Die jüngsten Skandale und Produktrückrufe zeigen, wie schwierig es ist, die Lieferkette über mehrere Stufen von Beteiligten zu steuern. Führende deutsche Einzelhandelsketten wie Aldi, Metro, Kaufland, Lidl, Edeka, Netto, Real und Rewe haben kürzlich .

Eine weiteres Beispiel ist der CO2-Fußabdruck: Unternehmen, die klimaneutral werden wollen, müssen nun in der Lage sein, den CO2-Ausstoß für ihre gekauften Teile, die Lieferkette, die Produktion, die Verpackung und die Auslieferung messen zu können. Dies ist für viele Unternehmen eine enorme Herausforderung. Beim waren Treibhausgasemissionen und Klimawandel die vorherrschenden Themen. Auch wenn es schwierig sein mag, müssen Unternehmen hier aktiv werden – vor allem, weil die Verbraucher diese Aspekte bei ihren Kaufentscheidungen zunehmend berücksichtigen werden.

In einer Studie wurde der Begriff „“ geprägt. Darunter versteht man „das Phänomen, nach dem Verbraucher Unternehmen für nicht nachhaltiges Verhalten ihrer Lieferanten verantwortlich machen.“

Es gibt also zwei wichtige Aspekte:

  • Verbraucher möchten mehr Informationen über die Produkte, die sie kaufen.
  • Verbraucher sehen Unternehmen in der Verantwortung für die gesamte Lieferkette – sowohl vor als auch nach dem Kauf.

Kunden achten auf die gesamte Lieferkette 

Die Komplexität besteht darin, dass es Verbrauchern egal ist, ob es sich um einen A-, B- oder C-Lieferanten handelt. Dieser klassische Ansatz im Einkauf teilt Lieferanten nach ihrer Bedeutung für das Unternehmen ein, wobei man sich in der Regel nicht auf gelegentliche Lieferanten konzentriert. Für das Markenimage, das Kaufverhalten der Verbraucher und den Ruf eines Unternehmens ist jedoch der gesamte Lieferantenstamm enorm wichtig. Dem Einkauf und den CPOs kommt eine größere Verantwortung für die richtige Lieferantenauswahl und die regelmäßige Überwachung der gesamten Logistikkette zu. Diese kann im schlimmsten Fall über 10.000 Lieferanten umfassen. Unternehmen müssen deshalb darüber nachdenken, zu erfassen und eine umfassende Transparenz über ihre Logistikketten zu gewährleisten, da sich dies direkt auf Kaufentscheidungen auswirkt.

Anhand von drei Schlüsselfragen können Führungskräfte beurteilen, wo ihr Unternehmen und ihre Lieferanten hierbei stehen:

  1. Inwieweit hat unser Unternehmen einen kompletten Überblick über unsere Lieferanten aller Stufen – angefangen beim Produkt für den Verbraucher bis zurück zur Stückliste?
  2. Welche Strategie hat unser Unternehmen im Hinblick auf die Transparenz und Nachhaltigkeit der Lieferkette und wie wollen wir dies an unsere Verbraucher kommunizieren?
  3. Welche Technologien und Funktionen haben wir, um die Lieferkette lückenlos zu überblicken?

Transparenz und Risikominimierung durch Technologie

Ein weiterer Faktor sind die sozialen Medien: Wenn ein Verpackungslieferant giftige Farben verwendet oder ein Bekleidungslieferant in Asien die Umwelt verschmutzt oder Kinderarbeit einsetzt, ist dies ein erhebliches Risiko für das Unternehmen. Denn sobald dies entdeckt wird, kann sich die Nachricht über soziale Medien innerhalb von Sekunden weltweit verbreiten.

Zwei Beispiele: Bei einem . Dadurch entstand sofort eine Diskussion über die Arbeitsbedingungen in der gesamten Logistikkette. Und der Tod von Arbeitnehmern bei Foxxconn hat Diskussionen über Apple ausgelöst – und zwar sowohl sofort als auch noch Jahre später – unter anderem über die .

In Zeiten, in denen über soziale Medien in Echtzeit kommuniziert werden kann, besteht für Unternehmen ein erhebliches Risiko, wenn ein Fehlverhalten oder ein Gesetzesverstoß entdeckt wird. Die Herausforderung besteht darin, alle Lieferanten – und nicht nur die strategischen – zu überblicken. Hier lässt sich mit Technologie und Software das Management der Transparenz von Lieferketten erheblich beschleunigen.

Transparente Lieferketten helfen Produktrückrufe zu vermeiden

Darüber hinaus ist die Rückverfolgbarkeit von Produkten in vielen Branchen äußerst wichtig. In der jüngsten Vergangenheit gab es viele Produktrückrufe wegen Qualitätsproblemen, Produktionsfehlern und fehlerhaften Teilen. Laut einer  der Europäischen Kommission haben 56,5 Prozent der Verbraucher in den vergangenen zwei Jahren einen Rückruf erlebt. Die Rückrufe sind je nach Branche sehr unterschiedlich – von Kosmetika mit 23,5 Prozent bis hin zu Autos mit 78,8 Prozent. Die drei Bereiche mit den meisten Rückrufen sind Kraftfahrzeuge, elektrische Haushaltsgeräte und elektronische Produkte, die fast 80 Prozent aller Rückrufe ausmachen.

Rückverfolgbarkeit und Transparenz in der Lieferkette sind deshalb wichtige und wesentliche Aspekte und werden zunehmend zum Muss für Unternehmen. Hier kann Technologie Unternehmen helfen, beispielsweise durch die Nutzung von Blockchain und KI, um eine nahtlose und transparente Produktion für die Auftragsfertigung und Transparenz über die gesamte Logistikkette zu gewährleisten. So setzte beispielsweise Bumblebee auf Blockchain-Technologie, um frischen Tunfisch auf seinem Weg vom Meer bis zum Esstisch lückenlos nachverfolgen zu können.

In einer idealen Welt könnten wir jeden Lieferanten global nachverfolgen. Wir könnten wissen, welche Teile wo hergestellt wurden. Wir könnten unser Risikomanagement durch Echtzeiteinblicke in externe Datenquellen (beispielsweise das Verfolgen von Nachrichten und sozialen Medien) verbessern, um Transparenz über die Lieferkette zu erhalten. Unternehmen sollten daran arbeiten, ein nachhaltiges Verhalten in der gesamten Lieferkette sicherzustellen, um sich vor einer Haftung für ihre Logistikkette zu schützen.

Transparente Lieferketten helfen neuen Anforderungen gerecht zu werden

Transparenz über die Lieferkette und nachhaltiges Verhalten sind sehr wichtige Herausforderungen für Unternehmen. Verbraucher treffen ihre Kaufentscheidungen zunehmend anhand der ihnen zur Verfügung stehenden Informationen. Sie sind bereit, zu anderen Marken zu wechseln, wenn Unternehmen ihre Nachhaltigkeitskriterien nicht erfüllen. Darüber hinaus wird der Ruf nach Rückverfolgbarkeit, Nachhaltigkeit und Transparenz in der Lieferkette immer lauter. Viele Unternehmen haben nicht die . Dies ist jedoch für die Endverbraucher sehr wichtig. Wenn Unternehmen jetzt nicht handeln, besteht die Gefahr, dass sie diese Herausforderungen nicht meistern.


Dieser Artikel wurde ursprünglich im Digitalist Magazine by 鶹ԭ unter der Rubrik “Digital Supply Networks” .

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