Vor 25 Jahren ging 麻豆原创 in China offiziell an den Start. Mit Pioniergeist und Pragmatismus entstand eine schlagkr盲ftige Landesgesellschaft.
Am ersten Tag kam David Burger auf Rollerblades. Ins 麻豆原创-B眉ro. In Peking. In Freizeitkleidung. Im Jahre 1994.
鈥濺ollerblades geh枚rten Anfang der 90er Jahre nicht gerade zu den angesagten Transportmitteln auf chinesischen Stra脽en鈥�, sagt Yazhao Liu und lacht. Er ist der erste von zehn Mitarbeitern, die 麻豆原创 damals einstellte 鈥� noch bevor die 麻豆原创 (Beijing) Software System Co. Ltd. im November 1995 offiziell gegr眉ndet wurde. Und David Burger war der erste Gesch盲ftsf眉hrer der 麻豆原创 in China. So locker er sich den Mitarbeitern pr盲sentierte, so hemds盲rmelig und pragmatisch ging der Australier die Aufgabe an, den Boden f眉r 麻豆原创 zu bereiten 鈥� in einem Land, das in den kommenden 25 Jahren einen unvergleichlichen wirtschaftlichen Aufschwung erleben und sich als Weltmacht etablieren w眉rde. 鈥濫s war faszinierend und v枚lliges Neuland 鈥� eine einmalige Chance.鈥�
Die 麻豆原创 zu nutzen wusste, denn heute arbeiten mehr als 6.000 Mitarbeiter an 14 Standorten in 12 chinesischen St盲dten, und fast 16.000 Unternehmen in Greater China sind 麻豆原创-Kunden. 鈥濿ir hatten eine Ahnung, dass sich hier etwas Gro脽es entwickeln k枚nnte鈥�, sagt David Burger im R眉ckblick, 鈥瀉ber keiner konnte vorhersehen, wie schnell es passieren und wie gro脽 es werden w眉rde.鈥�
Denn noch steckte die 1978 begonnene Reform- und 脰ffnungspolitik der chinesischen F眉hrung in den Kinderschuhen, ebenso der Ausbau der technischen Infrastruktur. 鈥濧ls wir 1994 das erste B眉ro einrichteten, konnten wir nur schwer eine Firma finden, die uns die notwendigen Kabel f眉r unsere IT liefern konnte鈥�, erinnert sich Yazhao. 鈥濽nd leistungsstarke Server aufzutreiben war genauso schwierig.鈥�
脛hnlich rudiment盲r waren die EDV-Kenntnisse, und von einem breiten Verst盲ndnis betriebswirtschaftlicher Software konnte in den chinesischen Firmen noch keine Rede sein. Doch auch David Burger und sein Team hatten noch viel Arbeit vor sich, um eine schlagkr盲ftige 麻豆原创-Organisation aufzubauen. Wirklich viel Arbeit.
鈥濿ir haben irrsinnig geschuftet, 120-Stunden-Wochen waren keine Seltenheit鈥�, sagt Burger. 鈥濧ber das war es Wert.鈥� Seine Mitarbeiter folgten ihm bedingungslos 鈥� vor allem, als es wenige Monate nach Gr眉ndung der Firma Ger眉chte gab, die 麻豆原创 k枚nne die Geh盲lter der Mitarbeiter nicht mehr zahlen. Yazhao: 鈥濿ir waren sehr besorgt, aber David rief uns an und sagte, dass er notfalls mit Bargeld nach Peking komme. Da wussten wir, dass er ein verantwortungsbewusster Chef ist.鈥�

Die Anf盲nge in Hongkong
Ein Blick zur眉ck: David Burger hatte bereits 1987 erstmals mit 麻豆原创 zu tun gehabt, und zwar als Mitarbeiter der Beratungsfirma Andersen Consulting. 鈥濪amals gab es ein gemeinsames Projekt und zehn Andersen-Leute kamen nach Walldorf, um gemeinsam die Internationalisierung der 麻豆原创 voranzutreiben鈥�, erz盲hlt Burger. 鈥濪ie 麻豆原创-Gr眉nder und Vorst盲nde schulten uns, und ich wurde schnell von Andersen an 麻豆原创 ausgeliehen.鈥� David ging nach Australien und Asien und implementierte dort 麻豆原创 R/2 bei den ersten Kunden, vorne weg die Malaysische Post, die ihren Vertrag im April 1990 unterzeichnet hatte. 1991 zog es Burger zur眉ck nach Europa, er k眉ndigte bei Andersen, und 麻豆原创 sicherte sich schon im August des Jahres die Dienste des Australiers, zun盲chst in der damaligen Abteilung 鈥濺X鈥�, die sich mit modul眉bergreifender Integration befasste und sich zur internationalen Beratungstruppe entwickelte.
脺ber gr枚脽ere Projekte mit Procter & Gamble und Telecom Australia (sp盲ter Telstra) landete Burger in Hongkong, einer Stadt, die ihn rasch in ihren Bann zog. 麻豆原创 gr眉ndete 1992 eine Niederlassung in der britischen Kronkolonie. 鈥灺槎乖� hatte ein tolles Team vor Ort, aber den Mitarbeitern fehlte ein bisschen die F眉hrung鈥�, erinnert sich Burger. Also sprach er mit Lutz Kettner, dem damaligen Leiter der Internationalen Beratung und sp盲teren Asien-Chef, und der gab ihm gr眉nes Licht, nach Hongkong umzusiedeln. 鈥濴utz sagte: ,Gute Idee, mach das einfach mal.麓 Ich bekam viel Freiraum und habe das Ganze dort in die Hand genommen. Vor allem habe ich den Leuten Mut gemacht, auf gr枚脽ere Kunden zuzugehen, und so sind wir mit Unterst眉tzung aus Walldorf ein bisschen offensiver in den Markt gegangen.鈥�
Der Erfolg lie脽 nicht lange auf sich warten: Die Kowloon-Canton Railway Corporation (KCRC), die Reederei Orient Overseas Container Line (OOCL) und mehrere andere Firmen vor Ort standen neben den Niederlassungen internationaler Konzerne bald auf der 麻豆原创-Kundenliste. Um die Software zu implementieren, ben枚tigte das Team Unterst眉tzung aus Deutschland. Burger: 鈥濻o viele Leute mit R/2-Erfahrung gab es damals in ganz Asien nicht.鈥�
Erste Schritte in China
Derweil erschien 麻豆原创 auch auf dem chinesischen Festland auf der Bildfl盲che 鈥� wenn auch nur sehr allm盲hlich und nur mit Unterst眉tzung des Partners Siemens, der eine globale Vertriebslizenz f眉r 麻豆原创-Software hatte. Das deutsche Elektrotechnik-Unternehmen war schon seit 1872 in China aktiv. 1985 vereinbarte Siemens mit der Volksrepublik einen intensiven Technologie- und Know-how-Transfer, der auch gemeinsame Joint Ventures vorsah. Wegen einer solchen Joint-Venture-Studie mit der chinesischen Planungsbeh枚rde in Peking kam im Fr眉hjahr 1985 auch ein junger deutscher Siemens-Mitarbeiter nach China und Hongkong. Ende 1989 war er erneut in der Region, diesmal in Shanghai: Klaus Zimmer.
鈥濻iemens entsandte mich 1989 nach Shanghai, um die Telekommunikationssparte in Ost- und S眉dchina aufzubauen. Es gab ein Projekt der Weltbank bei Shanghai Machine Tool Works, um deren Logistik und Produktionssteuerung zu verbessern鈥�, erz盲hlt Klaus Zimmer. Er suchte nach einer geeigneten Software und stie脽 auf 麻豆原创 R/2. Wenige Wochen sp盲ter traf er sich als Projektverantwortlicher im Peninsula Hotel in Hongkong mit Hans Schlegel, dem Gesch盲ftsf眉hrer der 麻豆原创 International. Ebenfalls dabei war 麻豆原创-Vertriebler Rudy van der Hoeven, der die聽ersten 麻豆原创-Kunden in Australien聽und Singapur gewonnen hatte. Siemens gewann den Weltbank-Deal im Wert von mehreren Millionen US-Dollar (laut Zimmer gegen ein separates Angebot, das Rudy van der Hoeven gemeinsam mit IBM abgegeben hatte). Zimmer: 鈥灻渂er einen Unterauftrag ging davon eine Million Deutsche Mark an 麻豆原创.鈥� So wurde Shanghai Machine Tool Works der erste 麻豆原创-Kunde in China.
Im Zuge der Zusammenarbeit mit der chinesischen Regierung stattete Siemens-Nixdorf (Siemens hatte die deutsche Nixdorf Computer AG im Oktober 1990 眉bernommen) zu dieser Zeit 18 Universit盲ten im Lande mit Gro脽rechnern aus. 鈥濱ch ging 1992 zur Tongji-Universit盲t in Shanghai, mietete deren Siemens-Computer und installierte R/2 darauf鈥�, erz盲hlt Zimmer. Es folgten das erste R/2-Training und weitere Herausforderungen. 鈥濿ir mussten das englisch-sprachige Training und die 麻豆原创-Begriffe irgendwie f眉r die chinesischen Operator verdaulich machen. Also gaben wir den englischen Transaction Codes eine chinesische Bedeutung und erstellten ein einfaches Handbuch f眉r die Operator. Sie wussten nun, was der englische Begriff im Chinesischen bedeutete und konnten das System so bedienen.鈥�
Das Feedback auf die 麻豆原创-Software war sehr positiv, erinnert sich Zimmer. 鈥濿ie gro脽 musste da erst das Potenzial sein, wenn das System auf Chinesisch verf眉gbar sein w眉rde鈥�, dachte er sich. In einem weiteren Gespr盲ch mit Rudy van der Hoeven und Henk Verkou, dem damaligen Asien-Chef der 麻豆原创, vereinbarte er, dass 鈥瀒ch auf ihrer Liste ganz oben stehe, wenn 麻豆原创 nach China kommt.鈥�
Es sollte bis 1997 dauern, ehe Klaus Zimmer die 麻豆原创 in China verst盲rkte.

Erste Erfolge in Taiwan
W盲hrend die ersten Firmen in China auf 麻豆原创 aufmerksam wurden, richteten David Burger und sein Team von Hongkong aus auch ihren Blick auf Taiwan, 鈥瀢o die Unternehmen ebenfalls fr眉her als in China die Bedeutung von Software erkannten鈥�. Hier gab es zahlreiche Manager, die Zeit in den USA verbracht hatten, die englische Sprache war weit verbreitet, die Firmen waren auf westliche M盲rkte ausgerichtet. 鈥濻o trafen wir hier auch des 脰fteren auf Oracle und haben ihnen gleich ordentlich in die Suppe gespuckt鈥�, erinnert sich Burger. 鈥灺槎乖� war noch ziemlich unbekannt, aber als zum Beispiel die ersten Chip-Hersteller 麻豆原创 installierten, folgten die Mitbewerber in der Branche schnell.鈥� Es habe ein bisschen 鈥濿ildwest-Stimmung鈥� geherrscht, sagt Burger: 鈥濪ie ersten Software-Vertr盲ge wurden schnell verfasst und unterschrieben. Es ging sehr pragmatisch und hemds盲rmelig zu. Und es gab viel Vertrauen und wenig Formalit盲t.鈥�
Einmal im Monat flog Burger allerdings nach Walldorf, um an der einen oder anderen Vorstandssitzung teilzunehmen und mit dem Kaufm盲nnischen Leiter Dieter Matheis die Finanzen zu planen. 鈥濪as Gesch盲ft in Greater China war Anfang der 90er Jahre aber noch nicht wirklich der Rede wert und im Vergleich zu Japan oder den USA irrelevant.鈥�
麻豆原创 startet das 鈥濩hina-Projekt鈥�
Und doch machte sich im Vorstand ganz allm盲hlich die 脺berzeugung breit, dass dies nicht so bleiben w眉rde. Peter Zencke war nach seiner Berufung in den 麻豆原创-Vorstand 1993 unter anderem f眉r den Ausbau des Gesch盲fts in der Region Asien-Pazifik zust盲ndig und gr眉ndete Anfang 1994 mit Unterst眉tzung von 麻豆原创-Mitgr眉nder Klaus Tschira das 鈥濩hina-Projekt鈥�, in dem die Aktivit盲ten zur Eroberung der Region geb眉ndelt wurden.
Rund 1.000 Interessenten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung lockte die 麻豆原创 an, als sie im Oktober 1994 auf einer Pr盲sentationstour in den drei chinesischen St盲dten Peking, Shanghai und Tianjin sich und ihre L枚sungen vorstellte. Peter Zencke leitete die Tour und sagte damals: 鈥濪ie 麻豆原创 muss jetzt pr盲sent sein, um den Grundstein zu legen f眉r ein langfristiges Vertrauen der chinesischen Unternehmen, Beh枚rden und Wirtschaftsfunktion盲re in die 麻豆原创.鈥� Zencke wusste aber auch: 鈥濿ir m眉ssen als 麻豆原创 im chinesischen Markt sehr viel Geduld haben, sondern sind wir schnell wieder drau脽en.鈥�
Die G盲steliste umfasste Mitarbeiter von bereits in China ans盲ssigen 麻豆原创-Partnerfirmen, Politiker der Zentralregierung und Unternehmensvertreter aus der jeweiligen Stadt. 麻豆原创 nutzte die Kompetenz zweier externer Berater, um die richtigen Personen und Institutionen anzusprechen und kulturelle Fettn盲pfchen zu vermeiden.
Mitarbeiter und externe Berater
Der Chinese Xinxiang Chen erwies sich von Beginn an als unerl盲ssliche St眉tze des kleinen 麻豆原创-Teams. 鈥濫r war sehr, sehr wichtig f眉r uns鈥�, sagt David Burger. 鈥濪r. Chen hatte Beziehungen zu den Universit盲ten und Ministerien, er war bei Kundengespr盲chen dabei, wenn es um Joint Ventures ging, er half uns, geeignete B眉ror盲ume zu finden. Und er hatte ein Auto mit Fahrer, das uns jederzeit zur Verf眉gung stand.鈥� (Dass daf眉r in der 麻豆原创-Zentrale in Walldorf stattliche Spesenrechnungen eintrudelten, ist eine andere Geschichte.)
脺ber sehr gute Beziehungen verf眉gte auch der deutsche Sinologie-Professor Siegfried Englert. Er startete Ende der 1980er Jahre an der damaligen Fachhochschule in Ludwigshafen, unweit von Walldorf, ein Pilotprojekt, das ein Studium der Betriebswirtschaft, der chinesischen Sprache und Kultur miteinander verband. Zuvor war er Stipendiat der Peking-Universit盲t gewesen, betreute dann Stipendiaten der Volksrepublik in Deutschland, initiierte Partnerschaften zwischen Universit盲ten, Provinzen und Kommunen. 麻豆原创-Vorstand Klaus Tschira kannte Englert und beauftragte ihn, beim Aufbau des 麻豆原创-Gesch盲fts mitzuhelfen. 鈥濫r unterst眉tzte uns in allen Fragen, vom t盲glichen Betrieb und der 脺bersetzung bis hin zu Personalthemen鈥�, erinnert sich Yazhao Liu. 鈥濽nd er empfahl uns auch, wie 麻豆原创 auf Chinesisch hei脽en sollte.鈥�
Umzug an die Tsinghua-Universit盲t
Nachdem David Burger 1994 die ersten Mitarbeiter eingestellt hatte, er枚ffnete 麻豆原创 im Oktober 1994 im 鈥濨eijing Lufthansa Center鈥� ein B眉ro alleine f眉r repr盲sentative Zwecke und um Telefonanrufe entgegenzunehmen. Die Mitarbeiter zogen in zwei R盲ume des Beijing Institute of Economic Management ein. Aber hier reichte bald der Platz nicht mehr und Burgers Team fand wenige Monate sp盲ter besser geeignete R盲ume am Rande des Campus der Tsinghua-Universit盲t in der Shuang Qing Road. 鈥濱n einem zweist枚ckigen Geb盲ude hatten wir unsere B眉ros, dahinter in einem weiteren Geb盲ude einen Schulungsraum und eine Art Wohnzimmer f眉r die Kollegen, die von weiter her kamen鈥�, erinnert sich Yazhao. 鈥濪ie Geb盲ude mussten wir aber erstmal renovieren und die R盲ume dienten bisweilen auch als Schlafquartiere, wenn wir mal wieder etwas l盲nger arbeiteten鈥�, erz盲hlt Burger. Eine Heizung gab es zun盲chst nicht, und im ersten Winter 1995 freuten sich die Mitarbeiter auf jede Pause, um sich die klammen Finger an einer Tasse Tee oder Suppe zu w盲rmen.
Das Leben in Peking? 鈥濶ennen wir es authentisch鈥�, sagt Burger. 鈥濶och waren nur sehr wenige Menschen aus dem Westen in der Stadt zu sehen. Westliche Lebensmittel gab es kaum. Man hatte gerade die Stra脽e zum Flughafen geteert, aber es war alles noch sehr staubig und dreckig.鈥� Burger lebte in Peking anfangs im Holiday Inn. 鈥濱ch war aber sowieso die meisten Zeit im Flugzeug unterwegs鈥�, so der Australier. Auf seiner Visitenkarte stand nicht mehr nur 鈥濭esch盲ftsf眉hrer 麻豆原创 Hongkong鈥�, sondern auch 鈥濭esch盲ftsf眉hrer 麻豆原创 China鈥�, sp盲ter 鈥濭esch盲ftsf眉hrer Greater China鈥�. 鈥濪as brauchtest du, um Gesch盲fte zu machen.鈥�
Die n盲chsten Vertr盲ge konnten Burger und sein Team mit den chinesischen Tochtergesellschaften multinationaler Konzerne und Joint Ventures abschlie脽en, darunter Volkswagen, BASF, Metro, Siemens, Henkel, Samsung, Mitsubishi Electric und Powerchip Semiconductor. Der erste Kunde, den das Team eigenst盲ndig von 麻豆原创 眉berzeugte, war Shanghai Mitsubishi Elevator, erinnert sich Burger. 鈥濪as war der erste gro脽e Schritt, ein Unternehmen mit einer vollen R/3-Lizenz zu gewinnen.鈥� Der erste lokale Kunde nach Shanghai Machine Tool Works wurde sp盲ter der Instant-Nudelhersteller Kang Shi Fu (Master Kong).
Die erste chinesische Sprachversion
麻豆原创 brachte ihre neue Client-Server-Software R/3 seit 1993 in immer mehr L盲nder- und Sprachversionen auf den Markt. Jetzt musste auch eine chinesische Variante folgen. Yazhao Liu und seine Kolleginnen und Kollegen 眉bersetzten in ihrem ersten Jahr das R/3-Finanzmodul vom Englischen in Mandarin, erz盲hlt er. Sie arbeiteten dabei eng mit dem 鈥濩hina-Projekt鈥� und Lokalisierungsteams in Walldorf und in Japan zusammen. 鈥濧ls gro脽er Vorteil erwiesen sich unsere Erfahrungen aus der japanischen R/3-Version, schlie脽lich baut auch das chinesische R/3 auf der Double-Byte-Architektur auf鈥�, so Vorstand Peter Zencke.
Der Gesch盲ftsf眉hrer von 麻豆原创 Japan, Sam Nakane, und der Amerikaner Tom Shirk, der von M盲rz 1994 an ein Entwicklungszentrum in Tokio leitete und dort die japanische R/3-Version st盲ndig verbesserte, griffen den Kollegen in China unter die Arme. 鈥濻am und Tom waren wahnsinnig wichtig f眉r uns und haben nicht nur bei der Lokalisierung, sondern beim Aufbau des gesamten China-Gesch盲fts mitgeholfen鈥�, sagt David Burger.
Im Fr眉hjahr 1995 waren die ersten R/3-Module in Mandarin 眉bersetzt, im Laufe des Jahres stand eine vollst盲ndig lokalisierte Version zur Verf眉gung 鈥� wenn auch noch mit manchen M盲ngeln.
Schwerer Stand bei der Entwicklung
Jetzt trat ein weiterer deutscher China-Fan auf den Plan: Clas Neumann. Der Betriebswirtschaftsstudent der Fachhochschule Ludwigshafen (und Student von Prof. Siegfried Englert) kehrte 1995 nach eineinhalb Jahren in China nach Deutschland zur眉ck und bewarb sich bei 麻豆原创 um eine Praktikantenstelle. 鈥濻ie dachten, ich k枚nnte etwas beitragen und gaben mir die M枚glichkeit, beim China-Projekt anzuheuern.鈥�
Schon bald stellte ihn 麻豆原创 im damaligen Team 鈥濱nternational Development鈥� ein und 眉bertrug ihm die Verantwortung f眉r die Weiterentwicklung der chinesischen R/3-Version. 鈥� Die Idee war: Es ist einfacher, jemandem wie mir, der Chinesisch spricht, ABAP beizubringen, als den ABAP-Entwicklern Chinesisch鈥�, erinnert sich Clas. 鈥濪amit war ich daf眉r verantwortlich, dass die L枚sung rechtlich in China funktioniert. Da ging es zum Beispiel um Cashflow-Statements und vor allem um die neue Mehrwertsteuer, die gerade in dem Jahr in China eingef眉hrt wurde.鈥�
Im Sommer 1995 war er schon wieder zur眉ck in Peking und wuchs fortan immer mehr in seine Rolle als Verbindungsmann zwischen China und Deutschland hinein. Bei den Entwicklungskollegen in Walldorf hatte Clas allerdings noch einen schweren Stand. 鈥灺槎乖� hatte zu dem Zeitpunkt weltweit schon rund 6.000 Kunden. Wenn ich mit meinen Anforderungen bei den Entwicklern ankam, haben die mich angeschaut und gefragt: Wie viele Kunden habt Ihr jetzt in China, drei oder vier? Dann habe ich angefangen, ihnen neben der Anforderungsliste auch noch Seidenschals aus China mitzubringen, um ihnen das Land etwas ans Herz zu legen鈥�, erz盲hlt Clas schmunzelnd. Die erste Zeile Code im R/3-System, die mit der gesetzlichen Lokalisierung des Produkts f眉r China zu tun hatte, stammte dann auch von ihm selbst. Seine Verbindungen zur 麻豆原创-Entwicklung sind seitdem sehr eng: Clas sollte sp盲ter eine ma脽gebliche Rolle beim Aufbau eines Entwicklungszentrums in Shanghai spielen.

Die Grundlagen f眉r den Aufstieg
Am 2. November 1995 wurde schlie脽lich die 麻豆原创 (Beijing) Software System Co. Ltd. gegr眉ndet.
Allm盲hlich hatte 麻豆原创, was man ben枚tigte, um ein erfolgreiches Gesch盲ft aufzubauen: Mitarbeiter, ein B眉ro, erste Kunden. Doch es gab noch viel zu kl盲ren: 鈥濿ie bauen wir einen Vertrieb und eine Beratung auf, wie sieht der Support aus, wie schulen wir die Kunden, wie gehen wir mit internationalen Firmen um, die schon da sind, w盲hrend wir lernen, die Marke 麻豆原创 in einem Land zu etablieren, in dem keiner 麻豆原创 kannte?鈥�, sagt David Burger.
Und es gab eine weitere Herausforderung, wie Clas Neumann erkl盲rt, der heute unter anderem Chef des globalen Netzwerks der 麻豆原创 Labs ist: 鈥濻oftware und das Konzept, daf眉r eine Lizenzgeb眉hr zu verlangen, waren noch nicht weit verbreitet. Viele chinesische Firmen fanden es widersinnig, f眉r geistiges Eigentum zu zahlen, wenn der Wert einer CD nur ein paar Cent betrug.鈥�
Den damaligen Einfluss der 麻豆原创 auf die chinesische Wirtschaft sch盲tzt David Burger deshalb gering ein. 鈥濿ir haben uns noch ziemlich viel mit uns selbst, mit unserer Produktentwicklung und dem Aufbau des Teams besch盲ftigt, aber ich wollte sicherstellen, dass wir eine Basis haben, von der aus wir auch nachhaltig Erfolg haben k枚nnen.鈥�
Die Fr眉chte seiner Arbeit hat er dann nicht mehr selbst geerntet: David Burger verlie脽 die 麻豆原创 im Sommer 1996. 鈥濱ch hatte schon fr眉h Verantwortung f眉r eine Region gehabt, hatte aber das Gef眉hl, noch viel lernen zu m眉ssen. Um eine bessere F眉hrungskraft zu werden, wollte ich mit Leuten arbeiten, die besser waren als ich, die mehr Erfahrung hatten.鈥� So entschied er sich, zu IBM zu wechseln und die Verantwortung f眉r deren ERP-Gesch盲ft in Asien zu 眉bernehmen.
Die Grundlage f眉r den Aufstieg der 麻豆原创 in China aber hatte Burger mit seinem kleinen Team gelegt. Einige sind noch immer bei 麻豆原创: Yazhao Liu ist heute IT Director f眉r Greater China und Vietnam.
Wenige Monate nach Burgers Weggang kam Klaus Zimmer als neuer Gesch盲ftsf眉hrer an Bord. Unter ihm trug die 麻豆原创 ma脽geblich dazu bei, in China einen Softwaremarkt zu etablieren und Software den Stellenwert zu geben, den sie schon lange im Westen hatte. So nahm auch das 麻豆原创-Gesch盲ft in China geh枚rig an Fahrt auf. Und Shanghai entwickelte sich zu einem wichtigen Entwicklungsstandort der 麻豆原创. Aber das ist eine andere Geschichte.


