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Aktuelle Trends im Utility-Sektor: von Smart Home bis Sektorkonvergenz

Energiekrise: Was Energieversorger jetzt tun k枚nnen

Auf Deregulierung und Marktliberalisierung folgt im Energiesektor die digitale Transformation 鈥� mit disruptiven Ver盲nderungen. Diese stellen alle Energieversorger vor enorme Herausforderungen. Sieben Trends zeigen, wohin sich die Branche entwickelt.

Die Manager der Energieversorgungsunternehmen (EVU) sch盲tzen laut der des Beratungsunternehmens EY zufolge die wirtschaftliche Lage ihres Unternehmens positiv ein. Gegen眉ber dem Vorjahr haben sich die Erwartungen aus Sicht der Befragten sogar noch verbessert.

Der Grund f眉r die optimistische Haltung liegt laut Studie in zus盲tzlichen Angeboten und Leistungen der EVU, die zum Teil in ganz neuen Gesch盲ftsfeldern stattfinden. 60 Prozent von ihnen wollen sich deshalb mit dieser Aufgabe stark oder sehr stark auseinandersetzen.

Eine zentrale Rolle f眉r die Entwicklung neuer Gesch盲ftsfelder spielt dabei die Digitalisierung 鈥� sie wird von nahezu 90 Prozent der Befragten als Haupttreiber eingestuft. Das 眉berrascht wenig, denn wie in vielen anderen Branchen f眉hrt die digitale Transformation auch im Energiesektor zu einem fundamentalen Wandel. Die folgenden sieben Trends zeigen auf, in welche Richtung sich der Utility-Sektor ver盲ndert und welche Chancen und Risiken sich daraus f眉r die Energieversorgungsunternehmen ergeben.

Trend 1 鈥� Customer Experience: beim Strom bedeutet Qualit盲t Kundenorientierung

Digitale Technologien bieten neuartige M枚glichkeiten, die Kundenbeziehungen effizienter und zugleich individueller zu gestalten. Bei den Energieversorgern machen Start-ups wie Sonnen in Deutschland und Bulb in Gro脽britannien dies vor und setzen Ma脽st盲be.

Dabei hinkte die Branche mit ihren lokalen Strukturen und staatlichen Wurzeln der Entwicklung insgesamt lange hinterher. Doch inzwischen haben sich die EVU angesichts des enormen Wettbewerbsdrucks und hohen Digitalisierungstempos l盲ngst auf ver盲nderte und zugleich h枚here Kundenerwartungen eingestellt. Beispiel: Kommunikation 鈥� dort nutzt vor allem die j眉ngere Klientel neben E-Mail auch soziale Medien wie Facebook, Twitter, Chat oder interaktive Portale, um mit Unternehmen in Kontakt zu treten. Wie auch immer Kunden mit einem Anbieter in Kontakt treten, sie erwarten eine schnelle Antwort. 89 Prozent der Teilnehmer einer 麻豆原创-Studie gaben an, innerhalb von 24 Stunden eine R眉ckmeldung vom Kundenservice zu erwarten. Angebote wie Chats erfordern dar眉ber hinaus naturgem盲脽 eine Kommunikation in Echtzeit. F眉r die Energieversorger bedeutet dies ganz andere Anforderungen hinsichtlich Verf眉gbarkeit, Antwortzeiten und Know-how der Mitarbeiter erf眉llen zu m眉ssen.

Auch die zunehmende Nutzung mobiler Endger盲te erfordert einen Ausbau des Service und verbesserte Prozesse. Vom Produktangebot bis hin zum Neuvertrag 鈥� alles soll nicht nur am PC, sondern auch in gleicher Qualit盲t auf dem Smartphone oder Tablet verf眉gbar sein. Weltweite Trends wie Flexibilisierung der j眉ngeren Generation sowie Urbanisierung, Alterung und Interkulturalit盲t der Gesellschaft erh枚hen weiter den Druck, Angebotsportfolio und Prozesse anzupassen. Anbieter, die die Erwartungen ihrer Kunden nicht erf眉llen, risikieren, diese zu verlieren: Laut 麻豆原创-Studie erkl盲ren 74 Prozent der Verbraucher, einen Anbieter bei schlechtem Kundenservice zu wechseln.

Trend 2 鈥� Dezentrale Stromerzeugung: vom Monopolverk盲ufer zum Kooperationspartner

Der nimmt kontinuierlich zu. Er stieg laut Umweltbundesamt von 37,8 Prozent im Jahr 2018 auf 42,1 Prozent im vergangenen Jahr. Erzeugt wird dieser 脰kostrom 眉berwiegend in Klein- oder Kleinstanlagen, die weit verstreut 眉ber das gesamte Bundesgebiet liegen. Entsprechend verliert die Stromerzeugung in Gro脽kraftwerken zunehmend an Bedeutung 鈥� Gesch盲ftsmodelle, die auf der dezentralen Erzeugung mithilfe erneuerbarer Energien sowie Kraft-W盲rme-Kopplung beruhen, gewinnen an Bedeutung. Getrieben wird diese Entwicklung durch die Digitalisierung: Erst digitale Technologien wie Smart Metering erm枚glichen es, Energieangebot und -nachfrage, Speicherkapazit盲ten und Netzwerkressourcen in Einklang zu bringen.

Experten betrachten diesen Sektor f眉r die Energieversorger als eines der vielversprechendsten Gesch盲ftsfelder f眉r die Zukunft. EVU agieren hier 眉berwiegend als Kooperationspartner f眉r Endkunden und Komponentenlieferanten und profitieren von einer hohen Kundennachfrage, ihrem hohen technischen Know-how sowie von der regionalen N盲he, die etwa viele Stadtwerke zu ihren Kunden aufweisen. In seiner Stadtwerkestudie 2019 geht das Beratungsunternehmen Ernst & Young davon aus, dass der Wertsch枚pfungsanteil in diesem Gesch盲ftsfeld f眉r die EVU rund 30 Prozent betr盲gt.

Trend 3 鈥� Smart Home & Smart City: Lebensqualit盲t durch digitale Vernetzung

Die intelligente Vernetzung der Haustechnik ist ein weiterer Trend, der die听 Utility-Branche pr盲gt: Von der smarten Waschmaschine, die automatisch mit g眉nstigem Nachtstrom w盲scht, bis hin zum Rolladen, der sich automatisch mit dem Stand der Sonne hebt beziehungsweise senkt 鈥� dies alles gesteuert 眉ber ein zentrales Dashboard auf dem Smartphone. Die Produkte, die sich im Sinne einer h枚heren Wohnqualit盲t digital vernetzen und intelligent steuern lassen w盲chst best盲ndig.

Der EY-Studie zufolge sehen mehr als ein Drittel der befragten EVU in diesem Gesch盲ftsfeld 枚konomisches Potenzial, bei dem allerdings in den Vordergrund r眉cken. Die EVU werden in diesem Bereich k眉nftig mit gro脽en Online-H盲ndlern und Vermittlern von Dienstleistungen konkurrieren m眉ssen. So ist Google in den USA beispielsweise bereits als Energieh盲ndler etabliert, der unter anderem Solaranlagen vertreibt und aufgrund bereits vorhandener Daten schnell kundenindividuelle Angebote erstellen kann. Die kommunale Verzahnung und regionale N盲he kann sich f眉r viele Energieversorger dabei jedoch als Wettbewerbsvorteil erweisen.

Trend 4 鈥� Smart Metering und IoT: intelligente Services auf Datenbasis

Intelligente Messsysteme 鈥� Smart Meter 鈥� halten zunehmend Einzug in private Haushalte. Sie speichern den Stromverbrauch, sind in der Lage, verbrauchte wie auch erzeugte Energie (etwa eines Solarmoduls) optimal zu steuern und die erhobenen Daten an den Stromanbieter zu senden. Dadurch entstehen immer gr枚脽ere Mengen an Daten, die 眉ber das Internet zu den Versorgern gelangen.

Doch es sind nicht nur smarte Messger盲te, sondern zudem die Sensoren von Ger盲ten und Maschinen 眉berall im gewerblichen, 枚ffentlichen und privaten Bereich, die ihre Daten 眉ber die Netze an die Versorger senden (Internet of Things). F眉r die Teilnehmer der EY-Studie haben sowohl das Smart Metering als auch das eine herausragende Relevanz f眉r die Entwicklung neuartiger Produkte und Dienstleistungen. Doch daf眉r m眉ssen die EVU nicht nur die Infrastruktur f眉r den Datentransfer bereitstellen, sondern auch ein Backend, in dem die Daten gespeichert, verarbeitet und analysiert werden.

Ob ein Energieversorger erfolgreich ist, innovative Technologien f眉r neue Gesch盲ftsmodelle zu nutzen, h盲ngt nicht zuletzt vom Fortschritt der digitalen Transformation im eigenen Unternehmen ab, wie die Befragten selbst einr盲umen.

Trend 5 鈥� Elektromobilit盲t: Klimaschutz schafft neue Gesch盲ftsfelder

Deutschland wird seine Klimaschutzziele nicht ohne den umfassenden Ausbau der Elektromobilit盲t umsetzen k枚nnen. So k眉ndigte der Volkswagen-Konzern bereits Ende 2018 den letzten Produktstart auf einer Verbrennerplattform f眉r das Jahr 2026 an. Die Energieversorger versprechen sich infolge dieser Entwicklung von diesem Gesch盲ftsfeld hohe Ums盲tze beim Stromverkauf, aber auch aufgrund zus盲tzlicher Dienstleistungen rund um die Elektromobilit盲t.

Infrage kommen neben Verkauf und Abrechnung von Ladestrom etwa der Betrieb einer 枚ffentlichen Ladesinfrastrukur sowie Services wie der Betrieb digitaler Mobilit盲tsplattformen, Mobility-as-a-Service oder auch das Flottenmanagement. Aktuell sind bereits 80 Prozent der Energieversorger, die diesem Gesch盲ftsfeld eine hohe Bedeutung beimessen, im Bereich der Elektroladeinfrastruktur aktiv. Auch hier k枚nnen viele Energieversorger auf regionale N盲he und Ortskenntnisse sowie technisches Know-how und Erfahrung im Stromgesch盲ft als Wettbewerbsvorteil setzen.

Trend 6 鈥� ITK-Services und Infrastruktur: Von Glasfaserkabel bis digitales Fernsehen

Die existierende Leitungsinfrastruktur im Energiesektor ist pr盲destiniert daf眉r, gleichzeitig als Netz f眉r den Datentransfer zu fungieren. Auf dieser Grundlage sind eine Vielzahl digitaler Gesch盲ftsmodelle denkbar. Davon k枚nnen etwa Gesch盲ftskunden profitieren, die die digitale Steuerung von Produktionsabl盲ufen 鈥� 鈥� und den Bezug von Energieleistungen aus einer Hand erhalten. Die meisten Energieversorger, die bereits in diesem Gesch盲ftsfeld aktiv sind, fokussieren sich aktuell auf den Infrastrukturausbau, wie das Verlegen von Glasfaserkabel. Bei konsequenter Fortf眉hrung der Pl盲ne wird jedoch die H盲lfte dieser Firmen in den kommenden beiden Jahren zus盲tzliche Dienstleistungen wie Breitband oder digitales Fernsehen anbieten.

Trend 7 鈥� Sektorkonvergenz: Chance durch Kooperation

Mega-Trends wie die Digitalisierung, die Folgen der Deregulierung und Marktliberalisierung sowie die zunehmende Bedeutung des Klimaschutzes f眉hren zu tiefgreifenden Ver盲nderungen im Energiesektor. Traditionelle Gesch盲ftsmodelle wie die zentrale Stromerzeugung in Gro脽kraftwerken verlieren zugunsten einer dezentralen Stromerzeugung mithilfe erneuerbarer Energien an Bedeutung. Dadurch er枚ffnen sich f眉r die EVU neue Gesch盲ftsfelder 鈥� wie die oben genannten Trends zeigen.

Zugleich dr盲ngen Marktteilnehmer anderer Branchen wie Telekommunikations (TK)-Unternehmen, IT-Dienstleister, die Automobilindustrie, Immobilienverwaltung und viele mehr in die einstige EVU-Hoheitsbereiche, um sich ihrerseits neue Gesch盲ftsfelder zu erschlie脽en. Kurz: die Sektorgrenzen weichen auf und es kommt zu 脺berschneidungen zwischen der Energiewirtschaft und anderen Branchen, die wiederum Grundlage f眉r weitere neue Gesch盲ftsmodelle sind. Wieder einmal fungiert die Digitalisierung hier als Haupttreiber.

Die Sektorkonvergenz beschreibt genau dieses Ph盲nomen des Zusammenwachsens bisher getrennt agierender Sektoren zu einer wertsch枚pfenden Einheit. Das gr枚脽te 枚konomische Potenzial sehen die EVU der EY-Studie zufolge bei den oben aufgef眉hrten Gesch盲ftsfeldern nahe am Kerngesch盲ft, wie dezentrale Stromerzeugung, Smart Metering, Elektromobilit盲t usw. Voraussetzung f眉r die Erschlie脽ung dieses Potenzials ist es laut Studie aus Sicht der Energieversorger, Win-Win-Gemeinschaften unterschiedlicher Art zu gr眉nden. Die Komplexit盲t der Fragestellung in Kombination mit einer hohen Ver盲nderungsgeschwindigkeit macht es aus ihrer Sicht geradezu zwingend notwendig, mit einer Vielzahl von Partnern zu kooperieren und sich auf die eigenen St盲rken zu fokussieren. Entsprechend handeln auch bereits zwei Drittel der Befragten nach dem Prinzip der Win-Win-Gemeinschaften. Nur ein Drittel will m枚glichst die gesamte Wertsch枚pfung im eigenen Unternehmen behalten.

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