{"id":185927,"date":"2025-12-18T08:00:00","date_gmt":"2025-12-18T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/news.sap.com\/germany\/?p=185927"},"modified":"2026-05-06T14:31:33","modified_gmt":"2026-05-06T12:31:33","slug":"prozesse-software-und-catena-x-wie-sich-automobilhersteller-auf-cbam-vorbereiten-sollten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/news.sap.com\/germany\/2025\/12\/prozesse-software-und-catena-x-wie-sich-automobilhersteller-auf-cbam-vorbereiten-sollten\/","title":{"rendered":"Prozesse, Software und Catena-X: Wie sich Automobilhersteller auf CBAM vorbereiten sollten"},"content":{"rendered":"\n
Die Zeit f\u00fcr Europas Automobilhersteller dr\u00e4ngt. Sie m\u00fcssen sich auf die neue EU-Verordnung zu CO\u2082-Emissionen vorbereiten. Die Automobilindustrie in der EU<\/a>, die f\u00fcr sechs Prozent der Gesamtbesch\u00e4ftigung in der EU und f\u00fcr sieben Prozent des EU-Bruttoinlandsprodukts (BIP) verantwortlich ist, wird von dem CO\u2082-Grenzausgleichssystem<\/a> (Carbon Border Adjustment Mechanism, CBAM) der EU in hohem Ma\u00df betroffen sein.<\/p>\n\n\n\n Die neue Verordnung verpflichtet Unternehmen dazu, die CO\u2082-Emissionen ausgew\u00e4hlter importierter Produkte zu bilanzieren. F\u00fcr die Automobilindustrie sind die Kategorien Stahl und Aluminium besonders von Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n Komplette Fahrzeuge fallen derzeit zwar noch nicht unter das CBAM, doch der Automobilsektor z\u00e4hlt zu den am st\u00e4rksten betroffenen Branchen, da er auf emissionsintensive Materialien angewiesen ist. Bei Komponenten wie Karosserieteilen, Fahrgestellen, Rahmen und Batteriewannen besteht eine hohe Abh\u00e4ngigkeit von importiertem Stahl und Aluminium.<\/p>\n\n\n\n Derzeit befindet sich das CBAM noch in der \u00dcbergangsphase, am 1. Januar 2026 wird es in die endg\u00fcltige Phase eintreten. Das bedeutet, dass Unternehmen die Emissionen erfassen m\u00fcssen, die im Laufe des Jahres 2026 durch die betreffenden von ihnen eingef\u00fchrten Produkte verursacht werden. Ab Februar 2027 m\u00fcssen sie Zertifikate f\u00fcr die erfassten Emissionen erwerben, der erste Bericht dazu wird im August 2027 f\u00e4llig.<\/p>\n\n\n\n Ein moderner Personenkraftwagen besteht aus rund einer Tonne Stahl und 200 Kilogramm Aluminium. Der weltweite Durchschnitt liegt bei etwa 1,9 Tonnen CO2<\/sub>-Emissionen<\/a> pro Tonne produziertem Stahl, und mit jeder Tonne Prim\u00e4raluminium entstehen rund 15 Tonnen an CO2<\/sub>-Emissionen<\/a>.<\/p>\n\n\n\n Prognosen von Analysten zufolge k\u00f6nnten sich die Preise f\u00fcr Treibhausgasemissionszertifikate<\/a> bis 2030 auf 150 Euro pro Tonne CO\u2082 belaufen. Somit k\u00f6nnten f\u00fcr ein neu hergestelltes Fahrzeug bald 300 Euro an CBAM-Zertifikatkosten anfallen, vorausgesetzt, die Hersteller importieren den EU-Importdaten gem\u00e4\u00df 20 Prozent des ben\u00f6tigten Stahls und 54 Prozent des ben\u00f6tigten Aluminiums. Angesichts der Tatsache, dass Deutschland 2024 vier Millionen Autos<\/a> produziert hat, k\u00f6nnten deutsche Automobilhersteller und Zulieferer im Jahr 2027 in der Pflicht stehen, rund 1,2 Milliarden Euro an CBAM-Zertifikaten zu erwerben.*<\/p>\n\n\n\n F\u00fcr die Zeit nach 2027 plant die Europ\u00e4ische Kommission, Kategorien wie Chemikalien und Kunststoffe in die Verordnung aufzunehmen, wodurch noch weitere Autoteile unter die CBAM-Verordnung fallen w\u00fcrden. Im Hinblick darauf ist es f\u00fcr europ\u00e4ische Automobilhersteller und Zulieferer noch wichtiger, dass sie schon heute solide CBAM-Strategien entwickeln.<\/p>\n\n\n\n In der gesamten EU-Automobilindustrie scheinen die Unternehmen nur unzureichend auf die neue CBAM-Phase vorbereitet zu sein.<\/p>\n\n\n\n Das ist allerdings nicht nur auf die Unt\u00e4tigkeit der Unternehmen zur\u00fcckzuf\u00fchren, sondern liegt auch daran, dass die EU-Regulierungsbeh\u00f6rden die Details zur Berechnungsmethode von Emissionswerten und zur \u00dcberpr\u00fcfung von Daten noch nicht endg\u00fcltig ausgearbeitet haben. Der Umfang der meldepflichtigen Unternehmen und die Fristen f\u00fcr den Kauf von Zertifikaten stehen dagegen bereits fest.<\/p>\n\n\n\n Angesichts dessen ist es f\u00fcr europ\u00e4ische Automobilhersteller und Zulieferer nun an der Zeit, sich auf die Regelungen vorzubereiten, die im Januar 2026 in Kraft treten. Sie sollten folgende Priorit\u00e4ten ins Auge fassen.<\/p>\n\n\n\n Die wichtigsten Elemente des CBAM wurden definiert, jetzt m\u00fcssen Unternehmen handeln. Wenn Sie dies noch nicht getan haben, sollten Sie sich zun\u00e4chst mit dem Gesamtprozess und den Anforderungen vertraut machen.<\/p>\n\n\n\n Wenn Sie in den Geltungsbereich fallen, das hei\u00dft wenn Sie die De-minimis-Schwelle f\u00fcr den Import von mehr als 50 Tonnen CBAM-relevanter Waren pro Jahr oder 100 Tonnen von damit verbundenen CO\u2082-Emissionen pro Jahr \u00fcberschreiten, sollten Sie ermitteln, welche Bereiche Ihrer Lieferkette am st\u00e4rksten betroffen sind. Identifizieren Sie Ihre wichtigsten Lieferanten und importierten Waren, entwickeln Sie einen gezielten Ansatz, um von diesen Lieferanten die tats\u00e4chlichen Emissionsdaten zu erhalten, und bewerten Sie die potenziellen finanziellen Auswirkungen. Da immer mehr Materialien in den Anwendungsbereich des CBAM fallen und die Preise f\u00fcr Treibhausgasemissionszertifikate steigen, werden die finanziellen Auswirkungen in den kommenden Jahren zunehmen. Unternehmen m\u00fcssen sich darauf vorbereiten, diese neuen Verpflichtungen zu erf\u00fcllen und die finanziellen Auswirkungen zu tragen.<\/p>\n\n\n\n Identifizieren Sie Ihre wichtigsten Lieferanten \u2013 in der Regel die 50 bis 100 gr\u00f6\u00dften \u2013 und konzentrieren Sie sich auf diese. Erstellen Sie dann einen zielgerichteten Plan f\u00fcr die Zusammenarbeit und definieren Sie gleichzeitig einen fundierten Ansatz f\u00fcr den breiteren Lieferantenstamm. Ziehen Sie in Betracht, Ihre Beschaffungsbedingungen zu \u00fcberarbeiten, um zuk\u00fcnftig die Weitergabe von Daten verlangen zu k\u00f6nnen. Gegebenenfalls k\u00f6nnen Sie Ihre Lieferanten auch bei der Einarbeitung in das Thema Emissionen und deren Berechnung unterst\u00fctzen. Eine enge Zusammenarbeit ist unerl\u00e4sslich, um tats\u00e4chliche Emissionsdaten zu erhalten, die teureren Standardwerte zu vermeiden und weiteres Potenzial f\u00fcr die Dekarbonisierung zu identifizieren. <\/p>\n\n\n\n Der Zugang zu vertrauensw\u00fcrdigen Lieferantendaten ist eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen, mit denen Unternehmen heute konfrontiert sind.<\/p>\n\n\n\n W\u00e4hrend die EU Mechanismen f\u00fcr den Datenaustausch zwischen Zulieferern und Importeuren bereitstellt, bietet Catena-X<\/a>, ein Branchennetzwerk f\u00fcr die europ\u00e4ische Automobilindustrie, in Kombination mit einer Datenaustauschsoftware von Drittanbietern eine Alternative zur Erfassung vertrauensw\u00fcrdiger, standardisierter Emissionsdaten. Catena-X erm\u00f6glicht es Unternehmen, in einer vertrauensw\u00fcrdigen Umgebung zusammenzuarbeiten und Daten auszutauschen. Es bringt Hersteller, Technologieanbieter und Lieferanten zusammen, um die Datenaustauschprozesse entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette zu standardisieren. \u00dcber den Datenaustausch hinaus f\u00f6rdern diese Netzwerke den Wissensaustausch, sodass die Mitglieder kennenlernen, Standards abstimmen und gemeinsam die Compliance-Bereitschaft beschleunigen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n Um Teil dieses Netzwerks zu werden, m\u00fcssen sich Unternehmen in der Regel registrieren und zertifizierte Software einf\u00fchren, die einen standardisierten Datenaustausch unterst\u00fctzt. Dann k\u00f6nnen sie beginnen, mit anderen Mitgliedern zusammenzuarbeiten. Dieser Ansatz gew\u00e4hrleistet Interoperabilit\u00e4t und automatisiert die Erfassung vertrauensw\u00fcrdiger Emissionsdaten. Catena-X arbeitet aktiv daran, seine M\u00f6glichkeiten und Standards zur Unterst\u00fctzung des CBAM zu verfeinern.<\/p>\n\n\n\n Das Wichtigste ist, den richtigen Technologiepartner zu finden, der die CBAM-Berichterstattung optimiert und die Integration von Daten zu Treibhausgasemissionen in zentrale Finanzbuchhaltungsprozesse unterst\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n Der EU-CBAM-Bericht erfordert viele Daten, die alle mithilfe von ma\u00dfgeschneiderten ERP-basierten Systemen automatisch angefordert, ausgef\u00fcllt und gemeldet werden k\u00f6nnen. Dazu werden die tats\u00e4chlichen Emissionswerte verwendet. Die L\u00f6sung 麻豆原创 Sustainability Footprint Management unterst\u00fctzt die Berichterstattung f\u00fcr CBAM-Anmelder, indem sie standardisierte, auditierbare Berichtsworkflows erm\u00f6glicht. Die L\u00f6sung 麻豆原创 Green Ledger verwaltet das Zertifikateregister und tr\u00e4gt dazu bei, die finanzielle und CO\u2082-Bilanzierung von CBAM-Emissionen und -Zertifikaten in \u00dcbereinstimmung mit Rechnungslegungsstandards wie US-GAAP und IFRS (geplant f\u00fcr das erste Halbjahr 2026) sicherzustellen.<\/p>\n\n\n\n Manuelle Prozesse wie E-Mails und Excel-Dateien sind fehleranf\u00e4llig, nicht skalierbar und machen die Einhaltung der CBAM-Anforderungen zeit- und ressourcenintensiv.<\/p>\n\n\n\n Das CBAM wird die Materialbeschaffung in der Automobilindustrie neu gestalten, indem es CO\u2082-Emissionen als Kostenfaktor einf\u00fchren und die Transparenz in globalen Lieferketten f\u00f6rdern wird.<\/p>\n\n\n\n Das ideale Szenario f\u00fcr Automobilhersteller und Zulieferer besteht darin, entschiedene Ma\u00dfnahmen zur Dekarbonisierung zu ergreifen \u2013 zum Beispiel die Beschaffung von emissionsarmen Stahl- und Aluminiumprodukten, intensivere Bem\u00fchungen um Kreislaufwirtschaft und die Optimierung von Produktdesigns, um weniger CBAM-Materialien einzusetzen \u2013 und gleichzeitig die Aktivit\u00e4ten zur Einhaltung der CBAM-Vorgaben vollst\u00e4ndig zu automatisieren.<\/p>\n\n\n\n Der Zugriff auf genaue Daten zu Emissionen in der Lieferkette und deren finanzielle Auswirkungen liefert die Erkenntnisse, die F\u00fchrungskr\u00e4fte ben\u00f6tigen, um in den kommenden Jahren die Dekarbonisierung voranzubringen und Risiken zu reduzieren.<\/p>\n\n\n\n Die richtige Kombination aus Softwaretools und Zusammenarbeit innerhalb des branchenspezifischen Netzwerks erm\u00f6glicht die kostenoptimierte und automatisierte Konformit\u00e4t mit den CBAM-Anforderungen und liefert wertvolle Informationen \u00fcber die Lieferkette. Die 麻豆原创-L\u00f6sungen f\u00fcr nachhaltige Unternehmensf\u00fchrung<\/a> k\u00f6nnen einen messbaren ROI erzielen, indem sie die Datenerfassung und Workflows automatisieren. Zudem erm\u00f6glichen sie es Finanzteams, manuellen Prozessen ein Ende zu setzen, damit sie sich st\u00e4rker strategischen Analysen und Ma\u00dfnahmen widmen k\u00f6nnen. Dies tr\u00e4gt dazu bei, eine skalierbare Grundlage f\u00fcr ein kontinuierliches CO\u2082-Kostenmanagement zu schaffen und gleichzeitig den standardisierten Datenaustausch und die Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n Beginnen Sie jetzt mit den Vorbereitungen, um sicherzustellen, dass Ihr Unternehmen weiterhin w\u00e4chst, w\u00e4hrend sich die endg\u00fcltige Phase des CBAM 2026 n\u00e4hert.<\/p>\n\n\n\n Lesen Sie das CBAM-Playbook<\/a> und sehen Sie sich das CBAM-Webseminar<\/a> an, um mehr zu erfahren.<\/p>\n\n\n\n Thomas Janzen ist Branchenexperte bei der 麻豆原创 SE.<\/p>\n\n\n\n *<\/em><\/strong>Dies ist eine grobe Berechnung, um die m\u00f6glichen Auswirkungen zu veranschaulichen. Sie basiert auf Daten, aus denen hervorgeht, dass die EU im Jahr 2024 27,4 Millionen Tonnen an Fertigerzeugnissen aus Stahl eingef\u00fchrt hat. Der EU-Verbrauch lag bei etwa 129 Millionen Tonnen. Daher gehen wir davon aus, dass Importe etwa 20 Prozent des EU-Stahlverbrauchs ausmachen. <\/em>2023<\/em><\/a> stammten 54 Prozent des in der EU verwendeten Aluminiums aus Importen. Legt man diese Durchschnittswerte zugrunde, ergibt das etwa zwei Tonnen an importierten Treibhausgasemissionen pro Fahrzeug oder 300 Euro, wobei 20 Prozent der Emissionen eine Tonne Stahl und 53 Prozent der Emissionen 200 Kilogramm Aluminium zugerechnet werden.<\/em><\/p>\n\n\n\nKosten f\u00fcr CBAM werden sich rasch summieren<\/strong><\/h2>\n\n\n\n
Vorbereitungen auf CBAM f\u00fcr Automobilhersteller und Zulieferer<\/strong><\/h2>\n\n\n\n
1. Einarbeitung in CBAM und Bewertung eigener Prozesse<\/strong><\/h2>\n\n\n\n
2. Zusammenarbeit mit Lieferanten<\/strong><\/h2>\n\n\n\n
3. Das richtige Tool f\u00fcr das jeweilige Gesch\u00e4ft finden<\/strong><\/h2>\n\n\n\n
Vorbereitung aller Systeme auf CBAM-Konformit\u00e4t<\/strong><\/h2>\n\n\n\n
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