{"id":150827,"date":"2020-07-17T08:00:43","date_gmt":"2020-07-17T06:00:43","guid":{"rendered":"https:\/\/news.sap.com\/germany\/?p=150827"},"modified":"2023-02-09T16:18:31","modified_gmt":"2023-02-09T15:18:31","slug":"covid-19-taskforce","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/news.sap.com\/germany\/2020\/07\/covid-19-taskforce\/","title":{"rendered":"Krise braucht Klarheit: Zwischenbilanz aus einer COVID-19 Taskforce"},"content":{"rendered":"
Wie Unternehmen der Coronakrise entgegen treten k\u00f6nnen und welche R\u00fcckmeldung Mitarbeiter dazu geben, zeigt Natalie Lotzmann, Chief Medical Officer der 麻豆原创, am Beispiel des 麻豆原创 auf. Lesen Sie hierzu ihren Blog.<\/p>\n
Pandemien sind kein neues Ph\u00e4nomen und wir m\u00fcssen jederzeit mit ihnen rechnen. Die meisten gro\u00dfen Unternehmen hat diese Krise nicht v\u00f6llig unvorbereitet getroffen: Pandemiepl\u00e4ne, Business Continuity Vorkehrungen und Krisenst\u00e4be auf Abruf geh\u00f6ren zum Handwerk eines proaktiven Krisen- und Gesundheitsmanagements. Nachdem die Medien am 31.12.2019 von dem Ausbruch eines neuen Coronavirus berichteten, beschlossen der Chief Crisis Manager, Mathias Braje, und ich, Chief Medical Officer der 麻豆原创, die Lage zu beobachten. Gleichzeitig aktivierten wir die Global Pandemic Task Force (GPTF). Sie besteht aus Vertretern der Bereiche Sicherheit, Gesundheitswesen, Geb\u00e4udeverwaltung, HR, Finanzen, Kommunikation und Reisewesen.<\/p>\n
\u201eDie Sicherheit unserer Mitarbeiter, Kunden und Partner steht f\u00fcr uns an erster Stelle. Uns ist es wichtig, die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Mitarbeiter zu sch\u00fctzen, w\u00e4hrend wir gleichzeitig die Leistungsf\u00e4higkeit und Produktivit\u00e4t der 麻豆原创 erhalten“, fasste Christian Klein, Vorstandssprecher der 麻豆原创, die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung in der Krise zusammen. Auch wenn zun\u00e4chst die Informationslage noch sp\u00e4rlich und das Ausma\u00df der Bedrohung nicht absehbar war, stellte die medizinische Abteilung der 麻豆原创 f\u00fcr die Mitarbeiter Informationen bereit, wie Artikel im Mitarbeiterportal, E-Mails des Vorstands und FAQs. Inzwischen unterst\u00fctzt ein gut trainierter Chatbot die Arbeit des Krisenteams.<\/p>\n
Durch die klare Vision des Vorstands, die B\u00fcndelung interdisziplin\u00e4rer Kompetenz in der Task Force und auch durch die t\u00e4gliche globale Lageanalyse des Health Teams konnte 麻豆原创 fr\u00fchzeitig klare Vorgaben und Empfehlungen an die Mitarbeiter herausgeben. Vielerorts wurden diese erst sp\u00e4ter von den Beh\u00f6rden verbindlich. Das schaffte Vertrauen – in der Belegschaft, aber auch in der Unternehmensleitung. Auch Anerkennung und Wertsch\u00e4tzung sind wichtige Faktoren, um die au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastung der Krisenteams zu balancieren und seine Leistungsf\u00e4higkeit auf hohem Niveau sicher zu stellen.<\/p>\n
Besonders zu Beginn war die Krisensituation hochdynamisch und emotional. Gleichzeitig war die Datenlage unzureichend, die Expertenmeinungen widerspr\u00fcchlich und die politische Gemengelage ebenso wie die Erwartungen in der Belegschaft uneinheitlich. Kompetenz und Diskussionskultur innerhalb des Krisenteams f\u00fchrten zu der Entscheidung, wann es welche Konsequenzen f\u00fcr das Unternehmen gab. Hier ist die F\u00e4higkeit des Teams zu konzentriertem agilem Arbeiten mit klugem \u201eNavigieren auf Sicht\u201c erforderlich.<\/p>\n
Erfolgsfaktoren f\u00fcr ein Team sind gro\u00dfe Einsatzbereitschaft, Achtsamkeit im Umgang, gutes Zuh\u00f6ren und gegenseitiges Vertrauen \u2013 in die Expertise, aber auch in die Person. Wichtig ist au\u00dferdem die Bereitschaft, Zeit in die Konsensbildung zu investieren. Unbedingte Voraussetzung ist ein gelassener und wertsch\u00e4tzender Ton gegen\u00fcber allen Beteiligten, auch wenn aufgrund der hohen Belastung mal die Nerven blank liegen. Das ist nur m\u00f6glich, wenn alle Teilnehmer die menschliche Seite einbeziehen. \u201eWe are in this together\u201d ist ein Motto, das mit Leben gef\u00fcllt werden will.<\/p>\n
In der GPTF haben wir freitags einen R\u00fcckblick auf die Woche mit individueller Selbsteinsch\u00e4tzung eingef\u00fchrt: Auf einer Skala von 1-10: \u201ewie hoch ist mein Stresslevel, wie hoch meine Zufriedenheit?\u201c. Geht der Stresslevel dauerhaft \u00fcber 8 oder sinkt die Zufriedenheit unter den Stresswert, sind Gegenma\u00dfnahmen angezeigt, wie die Beratung durch Fachkollegen oder Psychologen.<\/p>\n
Verwirrung und Unklarheit in den externen Medien belasten alle \u2013 Belegschaft, Management und das Krisenteam selbst. Hier gilt es, schnellstm\u00f6glich zu einer Linie zu finden; Zu langes Z\u00f6gern w\u00fcrde die interne Entscheidungsfindung z.B. zu Reisen, Messen, Konferenzen oder Kundenveranstaltungen erschweren.<\/p>\n
Treffen wir betrieblich relevante Entscheidungen, erkl\u00e4ren wir stets die Gr\u00fcnde, machen dabei unsere Informationsquellen f\u00fcr alle transparent und stellen uns der Diskussion mit der Belegschaft. Klarheit, Glaubw\u00fcrdigkeit und Nachvollziehbarkeit bleiben dabei zentrale Aspekte der Vertrauensbildung in das Krisenmanagement.<\/p>\n
Zun\u00e4chst ergaben sich viele Fragen aus den Dialogplattformen. \u201eWas gilt in meiner individuellen Situation, wo finde ich welche Unterst\u00fctzung, wer sind meine Ansprechpartner?\u201c Aber auch generelle Fragen: \u201eWo stehen wir als Firma, wie geht es unseren Kunden, werde ich meine Arbeit behalten?\u201c Folgerichtig sagte unser HR-Management durch Kinderbetreuung belasteten Mitarbeitern die Anpassung ihrer Leistungsziele zu. Es schloss Kurzarbeit und krisenbedingte K\u00fcndigungen f\u00fcr die n\u00e4chsten Monate aus. Zus\u00e4tzlich stellten wir gemeinsam ein gro\u00dfes Unterst\u00fctzungsprogramm bez\u00fcglich Arbeiten im Homeoffice und f\u00fcr die Gesundheit zusammen.<\/p>\n