{"id":149954,"date":"2020-05-20T14:00:12","date_gmt":"2020-05-20T12:00:12","guid":{"rendered":"https:\/\/news.sap.com\/germany\/?p=149954"},"modified":"2023-03-09T16:46:47","modified_gmt":"2023-03-09T15:46:47","slug":"covid19-technische-grundlage-corona-warn-app","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/news.sap.com\/germany\/2020\/05\/covid19-technische-grundlage-corona-warn-app\/","title":{"rendered":"COVID-19: Die technische Grundlage der Corona-Warn-App in Deutschland"},"content":{"rendered":"
In meinem letzten Blog<\/a> habe ich versprochen, Sie \u00fcber die Corona-Warn-App auf dem Laufenden zu halten, die wir zusammen mit der Deutschen Telekom und rund 25 Partnern entwickeln, darunter auch Start-Ups, die Input und Expertise bereitstellen. Insgesamt haben wir bedeutende Fortschritte erzielt.<\/p>\n Wir haben inzwischen schon das Scoping-Dokument<\/a>, das Architekturdokument<\/a>, den Code of Conduct sowie den ersten Quellcode f\u00fcr die App auf GitHub<\/a> ver\u00f6ffentlicht Wir aktualisieren die Website kontinuierlich, um alle \u00fcber den Projektverlauf zu informieren und damit jeder Feedback geben und\/oder mitarbeiten kann. Denn f\u00fcr uns ist ein offener, agiler und transparenter Entwicklungsprozess \u00e4u\u00dferst wichtig.<\/p>\n Lassen Sie mich nochmal auf das WARUM<\/strong> eingehen: Warum entwickeln wir die Corona-Warn-App?<\/p>\n \u00dcber allem steht dabei unser Ziel, so wenig personenbezogene Daten wie m\u00f6glich offenzulegen.<\/p>\n Das folgende Schaubild zeigt zus\u00e4tzliche Informationen zur technischen Grundlage und den Prozessen der Corona-Warn-App. Dies umfasst Details zur App selbst, dem Verifizierungsprozess der Laborergebnisse und der Runtime-Umgebung in der Open Telekom Cloud dargestellt.<\/p>\n Die Corona-Warn-App wird nativ f\u00fcr die Betriebssysteme iOS von Apple und Android von Google entwickelt. F\u00fcr Ger\u00e4te von Apple wird eine Betriebssystemversion von mindestens 13.5 ben\u00f6tigt, damit das System funktioniert. F\u00fcr Android werden die Funktionen in die Google-Play-Dienste integriert, sodass nur diese spezielle Anwendung aktualisiert werden muss, damit sie funktionieren. Zur Entwicklung der App verwenden wir das Exposure Notification Framework (ENF), das von Apple<\/a> und Google<\/a> bereitgestellt wird. Es verwendet die Technologie Bluetooth Low Energy (BLE). Dabei fungieren die einzelnen Smartphones als Beacons, die st\u00e4ndig ihre eigene tempor\u00e4re ID aussenden, w\u00e4hrend sie gleichzeitig nach IDs anderer Smartphones suchen. Um vollst\u00e4ndigen Datenschutz zu gew\u00e4hrleisten und die Verfolgung von Bewegungsmustern der Nutzer zu verhindern, sind die gesendeten IDs nur tempor\u00e4r und \u00e4ndern sich alle 15 Minuten. Neue IDs werden von einem Schl\u00fcssel abgeleitet, der sich t\u00e4glich durch ein kryptografisches Verfahren \u00e4ndert.<\/p>\n Die gesammelten IDs anderer Nutzer werden lokal auf jedem einzelnen Smartphone innerhalb des ENF gespeichert. Wenn Nutzer positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden, k\u00f6nnen sie der App eine Verifizierung ihres positiven Tests zur Verf\u00fcgung stellen, indem sie die Option ausw\u00e4hlen, dass ihre eigenen pseudonymisierten IDs geteilt werden. Als Folge werden ihre tempor\u00e4ren Schl\u00fcssel der letzten 14 Tage auf einen Server hochgeladen. Auf diesem Server werden alle Schl\u00fcssel der Personen, die positiv getestet wurden, aggregiert. Diese Liste aller IDs wird dann allen betroffenen Smartphones, auf denen die Corona-Warn-App installiert ist, zur Verf\u00fcgung gestellt. Um damit Millionen von Smartphones erreichen zu k\u00f6nnen, werden diese aggregierten Daten \u00fcber ein Content Delivery Network (CDN) bereitgestellt.<\/p>\n Nachdem alle positiven Schl\u00fcssel auf das Smartphone heruntergeladen wurden, analysiert das ENF, ob eine der vom Smartphone gesammelten IDs mit den IDs einer infizierten Person \u00fcbereinstimmt. An dieser Stelle m\u00f6chte ich einen sehr wichtigen Aspekt bez\u00fcglich Datenschutz und Sicherheit hervorheben: Personen, die Kontakt mit einer positiv getesteten Person hatten, werden nicht von einer zentralen Instanz informiert, sondern ihr Smartphone ermittelt lokal das Risiko eines erfolgten Kontaktes. Diese Information bleibt auf dem Smartphone des Nutzers und wird nicht<\/u> aktiv an andere weitergegeben. Ich m\u00f6chte das noch einmal ganz klar sagen: Niemand kann feststellen, mit wem eine Person Kontakt hatte. Es k\u00f6nnen keine Informationen zur Nachverfolgung, Verhaltensprofile oder \u00e4hnliche Muster zentral erstellt werden.<\/p>\n Um Missbrauch zu verhindern, m\u00fcssen die Nutzer zuerst verifizieren, ob sie positiv getestet wurden, bevor sie ihre Schl\u00fcssel hochladen k\u00f6nnen. Durch diese Integration sind die positiven Testergebnisse bereits verifiziert und die Diagnoseschl\u00fcssel k\u00f6nnen direkt hochgeladen werden, nachdem die Nutzer ihr Einverst\u00e4ndnis gegeben haben. Wenn das Labor die direkte elektronische \u00dcbertragung der Testergebnisse auf das Smartphone der Nutzer nicht unterst\u00fctzt oder wenn Nutzer sich gegen die elektronische \u00dcbertragung ihrer Testergebnisse entschieden haben, ist auch eine manuelle Verifizierung m\u00f6glich.<\/p>\n Nachfolgend beschreibe ich kurz, wie der Interaktionsfluss im geplanten Verifizierungsprozess f\u00fcr den Nutzer Schritt f\u00fcr Schritt aussieht.<\/p>\n Falls der Test positiv ist, werden die Nutzer gebeten, ihre Schl\u00fcssel hochzuladen, damit andere herausfinden k\u00f6nnen, dass sie Kontakt mit einer infizierten Person hatten. Wenn die Nutzer zustimmen, ruft die App ein Token (TAN), das nur f\u00fcr eine kurze Zeit g\u00fcltig ist, vom Verifizierungsserver ab. Die TAN wird zusammen mit den Diagnoseschl\u00fcsseln der letzten 14\u00a0Tage auf den Corona-Warn-App-Server hochgeladen.<\/p>\n Um die Infektionsketten wirkungsvoll zu durchbrechen, ist eine hohe Akzeptanz der App erforderlich. Gemeinsam mit der Bundesregierung, der Deutschen Telekom und unseren Partnern hoffen wir auf eine hohe Anzahl an aktiven Nutzern. Das Backend mit der erforderlichen Bandbreite wird \u00fcber die Open Telekom Cloud (OTC) zur Verf\u00fcgung gestellt. Die Server befinden sich in Deutschland. Dies stellt zusammen mit dem Content Delivery Network (CDN) von Telekom sicher, dass der gesch\u00e4tzte Durchsatz und die Zahl der Anfragen bew\u00e4ltigt werden k\u00f6nnen \u2013 auch zu Spitzenzeiten. Und nat\u00fcrlich kommen hierbei auch die zuverl\u00e4ssigen Magenta Security Services aus Deutschland zum Einsatz.<\/p>\n Ich kann nicht oft genug unterstreichen, dass Sicherheit und Datenschutz bei diesem Projekt an vorderster Stelle stehen. Nachfolgend ein Beispiel, wie wir die Datenschutz- und Sicherheitsfunktionen in das Backend integrieren: Um zu vermeiden, dass erkennbare Muster entstehen, sendet die App zuf\u00e4llig Anfragen an das Backend, selbst wenn ein Benutzer nicht<\/u> positiv getestet wurde. Sie lassen sich serverseitig leicht ignorieren, aber von au\u00dfen sieht dies genauso aus, wie wenn ein Benutzer ein positives Testergebnis hochgeladen hat. Dies tr\u00e4gt dazu bei, die Privatsph\u00e4re der Nutzer zu sch\u00fctzen, die wegen positiver Testergebnisse tats\u00e4chlich ihre Diagnoseschl\u00fcssel hochladen. Alle von der App verarbeiteten Daten dienen genau zwei Zielen: Einen Nutzer wissen zu lassen, dass er engen Kontakt zu einem infizierten Nutzer hatte, ohne die jeweilige Identit\u00e4t offenzulegen, und Testergebnisse abzurufen. Und dieser Prozess ist unter genauester Einhaltung der DSGVO gut gesch\u00fctzt.<\/p>\n Ich bin fest davon \u00fcberzeugt, dass wir durch einen offenen, agilen und transparenten Entwicklungsprozess das Vertrauen der Menschen gewinnen und dies wiederum zu einer hohen Akzeptanz der App f\u00fchrt. Wir werden alle von einer App profitieren, die uns warnt, wenn wir uns in der N\u00e4he einer Person befunden haben, die sich nachweislich mit SARS-CoV-2 infiziert hat. Dadurch k\u00f6nnen wir die Infektionsketten so fr\u00fch wie m\u00f6glich durchbrechen, ohne auf unser Recht auf Datenschutz und Sicherheit verzichten zu m\u00fcssen. Wir werden Sie \u00fcber unsere Fortschritte in den n\u00e4chsten Wochen auf dem Laufenden halten. Sie k\u00f6nnen das Projekt auch auf GitHub<\/a> verfolgen, um sich \u00fcber die Fortschritte zu informieren, Feedback zu geben oder daran mitzuarbeiten.<\/p>\n Nun w\u00fcnsche ich Ihnen weiterhin alles Gute. Bleiben Sie gesund und passen Sie gut auf sich und Ihre Mitmenschen auf!<\/p>\n\n
<\/a>Corona-Warn-App<\/strong><\/h2>\n
<\/a>Verifizierungsprozess f\u00fcr die Labortestergebnisse<\/strong><\/h2>\n
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Runtime-Umgebung Open Telekom Cloud <\/strong><\/h2>\n