{"id":149522,"date":"2020-05-12T09:00:33","date_gmt":"2020-05-12T07:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/news.sap.com\/germany\/?p=149522"},"modified":"2023-03-06T16:38:16","modified_gmt":"2023-03-06T15:38:16","slug":"utility-trends-energieversorger-digitalisierung-smart-home-smart-metering-elektro-mobilitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/news.sap.com\/germany\/2020\/05\/utility-trends-energieversorger-digitalisierung-smart-home-smart-metering-elektro-mobilitaet\/","title":{"rendered":"Aktuelle Trends im Utility-Sektor: von Smart Home bis Sektorkonvergenz"},"content":{"rendered":"
Auf Deregulierung und Marktliberalisierung folgt im Energiesektor die digitale Transformation \u2013 mit disruptiven Ver\u00e4nderungen. Diese stellen alle Energieversorger vor enorme Herausforderungen. Sieben Trends zeigen, wohin sich die Branche entwickelt.<\/p>\n
Die Manager der Energieversorgungsunternehmen (EVU) sch\u00e4tzen laut der \u201eStadtwerkestudie 2019\u201c<\/a> des Beratungsunternehmens EY zufolge die wirtschaftliche Lage ihres Unternehmens positiv ein. Gegen\u00fcber dem Vorjahr haben sich die Erwartungen aus Sicht der Befragten sogar noch verbessert.<\/p>\n Der Grund f\u00fcr die optimistische Haltung liegt laut Studie in zus\u00e4tzlichen Angeboten und Leistungen der EVU, die zum Teil in ganz neuen Gesch\u00e4ftsfeldern stattfinden. 60 Prozent von ihnen wollen sich deshalb mit dieser Aufgabe stark oder sehr stark auseinandersetzen.<\/p>\n Eine zentrale Rolle f\u00fcr die Entwicklung neuer Gesch\u00e4ftsfelder spielt dabei die Digitalisierung \u2013 sie wird von nahezu 90 Prozent der Befragten als Haupttreiber eingestuft. Das \u00fcberrascht wenig, denn wie in vielen anderen Branchen f\u00fchrt die digitale Transformation auch im Energiesektor zu einem fundamentalen Wandel. Die folgenden sieben Trends zeigen auf, in welche Richtung sich der Utility-Sektor ver\u00e4ndert und welche Chancen und Risiken sich daraus f\u00fcr die Energieversorgungsunternehmen ergeben.<\/p>\n Digitale Technologien bieten neuartige M\u00f6glichkeiten, die Kundenbeziehungen effizienter und zugleich individueller zu gestalten. Bei den Energieversorgern machen Start-ups wie Sonnen in Deutschland und Bulb in Gro\u00dfbritannien dies vor und setzen Ma\u00dfst\u00e4be.<\/p>\n Dabei hinkte die Branche mit ihren lokalen Strukturen und staatlichen Wurzeln der Entwicklung insgesamt lange hinterher. Doch inzwischen haben sich die EVU angesichts des enormen Wettbewerbsdrucks und hohen Digitalisierungstempos l\u00e4ngst auf ver\u00e4nderte und zugleich h\u00f6here Kundenerwartungen<\/a> eingestellt. Beispiel: Kommunikation – dort nutzt vor allem die j\u00fcngere Klientel neben E-Mail auch soziale Medien wie Facebook, Twitter, Chat oder interaktive Portale, um mit Unternehmen in Kontakt zu treten. Wie auch immer Kunden mit einem Anbieter in Kontakt treten, sie erwarten eine schnelle Antwort. 89 Prozent der Teilnehmer einer 麻豆原创-Studie gaben an, innerhalb von 24 Stunden eine R\u00fcckmeldung vom Kundenservice zu erwarten. Angebote wie Chats erfordern dar\u00fcber hinaus naturgem\u00e4\u00df eine Kommunikation in Echtzeit. F\u00fcr die Energieversorger bedeutet dies ganz andere Anforderungen hinsichtlich Verf\u00fcgbarkeit, Antwortzeiten und Know-how der Mitarbeiter erf\u00fcllen zu m\u00fcssen.<\/p>\n Auch die zunehmende Nutzung mobiler Endger\u00e4te erfordert einen Ausbau des Service und verbesserte Prozesse. Vom Produktangebot bis hin zum Neuvertrag \u2013 alles soll nicht nur am PC, sondern auch in gleicher Qualit\u00e4t auf dem Smartphone oder Tablet verf\u00fcgbar sein. Weltweite Trends wie Flexibilisierung der j\u00fcngeren Generation sowie Urbanisierung, Alterung und Interkulturalit\u00e4t der Gesellschaft erh\u00f6hen weiter den Druck, Angebotsportfolio und Prozesse anzupassen. Anbieter, die die Erwartungen ihrer Kunden nicht erf\u00fcllen, risikieren, diese zu verlieren: Laut 麻豆原创-Studie erkl\u00e4ren 74 Prozent der Verbraucher, einen Anbieter bei schlechtem Kundenservice zu wechseln.<\/p>\n Dieser Beitrag ist Teil der Themenserie<\/em><\/p>\n Serie:<\/span> 麻豆原创-L\u00f6sungen f\u00fcr die Versorgungswirtschaft Erfahren Sie alles \u00fcber die neuesten Trends im Bereich Versorgungswirtschaft. Finden Sie heraus, wie das intelligente Versorgungsunternehmen der Zukunft jeden einzelnen Kunden begeistert und welche Szenarien Ihnen die gr\u00f6\u00dften Mehrwerte er\u00f6ffnen.<\/p>\n Weitere Artikel der Serie:<\/em><\/p>\n <\/p>\n<\/div>\n Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch<\/a> nimmt kontinuierlich zu. Er stieg laut Umweltbundesamt von 37,8 Prozent im Jahr 2018 auf 42,1 Prozent im vergangenen Jahr. Erzeugt wird dieser \u00d6kostrom \u00fcberwiegend in Klein- oder Kleinstanlagen, die weit verstreut \u00fcber das gesamte Bundesgebiet liegen. Entsprechend verliert die Stromerzeugung in Gro\u00dfkraftwerken zunehmend an Bedeutung \u2013 Gesch\u00e4ftsmodelle, die auf der dezentralen Erzeugung mithilfe erneuerbarer Energien sowie Kraft-W\u00e4rme-Kopplung beruhen, gewinnen an Bedeutung. Getrieben wird diese Entwicklung durch die Digitalisierung: Erst digitale Technologien wie Smart Metering erm\u00f6glichen es, Energieangebot und -nachfrage, Speicherkapazit\u00e4ten und Netzwerkressourcen in Einklang zu bringen.<\/p>\n Experten betrachten diesen Sektor f\u00fcr die Energieversorger als eines der vielversprechendsten Gesch\u00e4ftsfelder f\u00fcr die Zukunft. EVU agieren hier \u00fcberwiegend als Kooperationspartner f\u00fcr Endkunden und Komponentenlieferanten und profitieren von einer hohen Kundennachfrage, ihrem hohen technischen Know-how sowie von der regionalen N\u00e4he, die etwa viele Stadtwerke zu ihren Kunden aufweisen. In seiner Stadtwerkestudie 2019 geht das Beratungsunternehmen Ernst & Young davon aus, dass der Wertsch\u00f6pfungsanteil in diesem Gesch\u00e4ftsfeld f\u00fcr die EVU rund 30 Prozent betr\u00e4gt.<\/p>\n Die intelligente Vernetzung der Haustechnik ist ein weiterer Trend, der die\u00a0 Utility-Branche pr\u00e4gt: Von der smarten Waschmaschine, die automatisch mit g\u00fcnstigem Nachtstrom w\u00e4scht, bis hin zum Rolladen, der sich automatisch mit dem Stand der Sonne hebt beziehungsweise senkt \u2013 dies alles gesteuert \u00fcber ein zentrales Dashboard auf dem Smartphone. Die Produkte, die sich im Sinne einer h\u00f6heren Wohnqualit\u00e4t digital vernetzen und intelligent steuern lassen w\u00e4chst best\u00e4ndig.<\/p>\n Der EY-Studie zufolge sehen mehr als ein Drittel der befragten EVU in diesem Gesch\u00e4ftsfeld \u00f6konomisches Potenzial, bei dem allerdings serviceorientierte Dienstleistungen<\/a> in den Vordergrund r\u00fccken. Die EVU werden in diesem Bereich k\u00fcnftig mit gro\u00dfen Online-H\u00e4ndlern und Vermittlern von Dienstleistungen konkurrieren m\u00fcssen. So ist Google in den USA beispielsweise bereits als Energieh\u00e4ndler etabliert, der unter anderem Solaranlagen vertreibt und aufgrund bereits vorhandener Daten schnell kundenindividuelle Angebote erstellen kann. Die kommunale Verzahnung und regionale N\u00e4he kann sich f\u00fcr viele Energieversorger dabei jedoch als Wettbewerbsvorteil erweisen.<\/p>\n Intelligente Messsysteme \u2013 Smart Meter \u2013 halten zunehmend Einzug in private Haushalte. Sie speichern den Stromverbrauch, sind in der Lage, verbrauchte wie auch erzeugte Energie (etwa eines Solarmoduls) optimal zu steuern und die erhobenen Daten an den Stromanbieter zu senden. Dadurch entstehen immer gr\u00f6\u00dfere Mengen an Daten, die \u00fcber das Internet zu den Versorgern gelangen.<\/p>\n Doch es sind nicht nur smarte Messger\u00e4te, sondern zudem die Sensoren von Ger\u00e4ten und Maschinen \u00fcberall im gewerblichen, \u00f6ffentlichen und privaten Bereich, die ihre Daten \u00fcber die Netze an die Versorger senden (Internet of Things). F\u00fcr die Teilnehmer der EY-Studie haben sowohl das Smart Metering als auch das Internet of Things<\/a> eine herausragende Relevanz f\u00fcr die Entwicklung neuartiger Produkte und Dienstleistungen. Doch daf\u00fcr m\u00fcssen die EVU nicht nur die Infrastruktur f\u00fcr den Datentransfer bereitstellen, sondern auch ein Backend, in dem die Daten gespeichert, verarbeitet und analysiert werden.<\/p>\n Ob ein Energieversorger erfolgreich ist, innovative Technologien f\u00fcr neue Gesch\u00e4ftsmodelle zu nutzen, h\u00e4ngt nicht zuletzt vom Fortschritt der digitalen Transformation im eigenen Unternehmen ab, wie die Befragten selbst einr\u00e4umen.<\/p>\n Deutschland wird seine Klimaschutzziele nicht ohne den umfassenden Ausbau der Elektromobilit\u00e4t umsetzen k\u00f6nnen. So k\u00fcndigte der Volkswagen-Konzern bereits Ende 2018 den letzten Produktstart auf einer Verbrennerplattform f\u00fcr das Jahr 2026 an. Die Energieversorger versprechen sich infolge dieser Entwicklung von diesem Gesch\u00e4ftsfeld hohe Ums\u00e4tze beim Stromverkauf, aber auch aufgrund zus\u00e4tzlicher Dienstleistungen rund um die Elektromobilit\u00e4t.<\/p>\n Infrage kommen neben Verkauf und Abrechnung von Ladestrom etwa der Betrieb einer \u00f6ffentlichen Ladesinfrastrukur sowie Services wie der Betrieb digitaler Mobilit\u00e4tsplattformen, Mobility-as-a-Service<\/a> oder auch das Flottenmanagement. Aktuell sind bereits 80 Prozent der Energieversorger, die diesem Gesch\u00e4ftsfeld eine hohe Bedeutung beimessen, im Bereich der Elektroladeinfrastruktur aktiv. Auch hier k\u00f6nnen viele Energieversorger auf regionale N\u00e4he und Ortskenntnisse sowie technisches Know-how und Erfahrung im Stromgesch\u00e4ft als Wettbewerbsvorteil setzen.<\/p>\n Die existierende Leitungsinfrastruktur im Energiesektor ist pr\u00e4destiniert daf\u00fcr, gleichzeitig als Netz f\u00fcr den Datentransfer zu fungieren. Auf dieser Grundlage sind eine Vielzahl digitaler Gesch\u00e4ftsmodelle denkbar. Davon k\u00f6nnen etwa Gesch\u00e4ftskunden profitieren, die die digitale Steuerung von Produktionsabl\u00e4ufen \u2013 Stichwort Industrie 4.0<\/a> \u2013 und den Bezug von Energieleistungen aus einer Hand erhalten. Die meisten Energieversorger, die bereits in diesem Gesch\u00e4ftsfeld aktiv sind, fokussieren sich aktuell auf den Infrastrukturausbau, wie das Verlegen von Glasfaserkabel. Bei konsequenter Fortf\u00fchrung der Pl\u00e4ne wird jedoch die H\u00e4lfte dieser Firmen in den kommenden beiden Jahren zus\u00e4tzliche Dienstleistungen wie Breitband oder digitales Fernsehen anbieten.<\/p>\n Mega-Trends wie die Digitalisierung, die Folgen der Deregulierung und Marktliberalisierung sowie die zunehmende Bedeutung des Klimaschutzes f\u00fchren zu tiefgreifenden Ver\u00e4nderungen im Energiesektor. Traditionelle Gesch\u00e4ftsmodelle wie die zentrale Stromerzeugung in Gro\u00dfkraftwerken verlieren zugunsten einer dezentralen Stromerzeugung mithilfe erneuerbarer Energien an Bedeutung. Dadurch er\u00f6ffnen sich f\u00fcr die EVU neue Gesch\u00e4ftsfelder \u2013 wie die oben genannten Trends zeigen.<\/p>\n Zugleich dr\u00e4ngen Marktteilnehmer anderer Branchen wie Telekommunikations (TK)-Unternehmen, IT-Dienstleister, die Automobilindustrie, Immobilienverwaltung und viele mehr in die einstige EVU-Hoheitsbereiche, um sich ihrerseits neue Gesch\u00e4ftsfelder zu erschlie\u00dfen. Kurz: die Sektorgrenzen weichen auf und es kommt zu \u00dcberschneidungen zwischen der Energiewirtschaft und anderen Branchen, die wiederum Grundlage f\u00fcr weitere neue Gesch\u00e4ftsmodelle sind. Wieder einmal fungiert die Digitalisierung hier als Haupttreiber.<\/p>\nTrend 1 \u2013 Customer Experience: beim Strom bedeutet Qualit\u00e4t Kundenorientierung<\/strong><\/h2>\n
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Trend 2 \u2013 Dezentrale Stromerzeugung: vom Monopolverk\u00e4ufer zum Kooperationspartner<\/strong><\/h2>\n
Trend 3 \u2013 Smart Home & Smart City: Lebensqualit\u00e4t durch digitale Vernetzung<\/strong><\/h2>\n
Trend 4 \u2013 Smart Metering und IoT: intelligente Services auf Datenbasis<\/strong><\/h2>\n
Trend 5 \u2013 Elektromobilit\u00e4t: Klimaschutz schafft neue Gesch\u00e4ftsfelder<\/strong><\/h2>\n
Trend 6 \u2013 ITK-Services und Infrastruktur: Von Glasfaserkabel bis digitales Fernsehen<\/strong><\/h2>\n
Trend 7 \u2013 Sektorkonvergenz: Chance durch Kooperation<\/strong><\/h2>\n