{"id":147665,"date":"2020-02-03T10:35:51","date_gmt":"2020-02-03T09:35:51","guid":{"rendered":"https:\/\/news.sap.com\/germany\/?p=147665"},"modified":"2021-04-20T14:12:46","modified_gmt":"2021-04-20T12:12:46","slug":"operationssaal-zukunft-platform","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/news.sap.com\/germany\/2020\/02\/operationssaal-zukunft-platform\/","title":{"rendered":"Projekt OP 4.1 – ein \u00dcberblick"},"content":{"rendered":"

Fitness-Apps, Parkassistenten und Online-Banking per Smartphone.\u00a0Die Digitalisierung ist heute \u00fcberall. Doch im medizinischen Sektor findet ein Gro\u00dfteil der t\u00e4glichen Arbeit bisher noch ohne digitale Hilfe statt. Das Projekt OP 4.1<\/a> entwickelte einen Prototyp einer intelligenten Plattform f\u00fcr den Operationssaal der Zukunft. Das F\u00f6rderprojekt ist Teil des Technologieprogramms \u201eSmart Service Welt II\u201c, das vom\u00a0Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Energie (BMWi) unterst\u00fctzt wird.<\/p>\n

Langsam kommt Bewegung in die Digitalisierung der Medizintechnik. In den letzten Jahren haben sich die chirurgischen M\u00f6glichkeiten durch die zunehmende Verkn\u00fcpfung von Daten erheblich erweitert.\u00a0Die technologische Entwicklung stellt der Chirurgie eine stetig wachsende Anzahl hochspezialisierter Ger\u00e4te zur Verf\u00fcgung. Hierzu geh\u00f6ren hochaufl\u00f6sende Bild- und Videoassistenzsysteme, Softwareanwendungen f\u00fcr die OP-Planung oder Operationsroboter f\u00fcr minimalinvasive Eingriffe. Operationen k\u00f6nnen mit diesen Assistenten pr\u00e4ziser geplant, durchgef\u00fchrt und nachversorgt werden.<\/p>\n

Die Medizintechnik im Wandel<\/strong><\/h2>\n

Schon heute profitieren Millionen von Menschen von dieser Entwicklung. Sie bedeutet jedoch auch eine steigende Komplexit\u00e4t im Operationssaal. Jede neue Innovation bedeutet mehr Informationen und M\u00f6glichkeiten. S\u00e4mtliche Ger\u00e4te produzieren bei jedem Eingriff eine Menge unterschiedlicher Daten. Dazu kommen die individuellen Informationen des Patienten. Zwar werden diese aktuell gespeichert, sie stehen dem operierenden Arzt im OP aber nicht unmittelbar zur Verf\u00fcgung. Es obliegt also jedem Arzt, die Daten sinnvoll zu verkn\u00fcpfen. Prof. Dr. Markus Hohenfellner, \u00c4rztlicher Direktor an der Urologischen Klinik des Universit\u00e4tsklinikum Heidelberg<\/a>\u00a0und Konsortialf\u00fchrer des Projektes, bringt es auf den Punkt: \u201eAlle diese Daten speichern und fusionieren wir als \u00c4rzte kognitiv allein in unserem Kopf und dann stehen wir am OP-Tisch und f\u00fchren diese Operation durch.\u201c<\/p>\n

Der Plattformprototyp erm\u00f6glicht es unter anderem, dass dem Arzt w\u00e4hrend einer OP verschiedene Daten zeitgerecht und zur jeweiligen Situation passend auf einem Dashboard dargestellt werden. M\u00f6glich wird dies durch die Verbindung von Applikationen, Datenquellen und Ger\u00e4ten. \u00c4hnlich einem Navigationssystem, das Route, Staus, Umfahrungen und Spritverbrauch vorberechnet und aktualisiert, soll der OP 4.1 Prototyp die richtigen Daten zur richtigen Zeit liefern. \u201eSinnvoll verkn\u00fcpfte Daten in der Medizin w\u00fcrden zum Beispiel bedeuten, dass man auch als Chirurg eine Art Leitpfad hat, so dass man direkt zu dem Tumor kommt und dabei m\u00f6glichst wenig gesundes Gewebe besch\u00e4digt oder dass man den Tumor auch an nicht \u00e4u\u00dferlich sichtbaren Stellen m\u00f6glichst schnell identifizieren kann\u201c, erl\u00e4utert Hohenfellner.\u00a0Durch die intelligente Kombination von Daten k\u00f6nnen Operationen pr\u00e4ziser durchgef\u00fchrt und Patienten schneller und schonender therapiert werden. Hohenfellner ist sich sicher, dass sich die Ergebnisse des Prototyps durchsetzen werden.<\/p>\n

Die Vision des Operationssaals der Zukunft<\/strong><\/h2>\n

Der Operationssaal der Zukunft ist vernetzt und integriert s\u00e4mtliche Daten auf einer intelligenten Plattform. Ein digitaler Assistent versorgt den Chirurgen in Echtzeit mit den wichtigsten Informationen und gibt Empfehlungen.\u00a0Ein Roboter man\u00f6vriert Instrumente zielgenau und schnell an die vorgesehene Stelle. Per Sprachbefehl k\u00f6nnen Informationen steril und intuitiv vom Chirurgen abgerufen werden.\u00a0 Apps auf der Plattform kombinieren s\u00e4mtliche Daten in Echtzeit\u00a0und projizieren dem Chirurgen den Tumor und die Blutgef\u00e4\u00dfe im Gewebe dreidimensional direkt ins Sichtfeld. Ein anderes Programm berechnet w\u00e4hrenddessen die Belastbarkeit des Gewebes und schl\u00e4gt gegebenenfalls Alternativen vor. OP-Team, Pflegepersonal und die OP-Manager, die t\u00e4glich s\u00e4mtliche Operationen koordinieren, sind per Smartphone oder Tablet immer \u00fcber den aktuellen Stand im OP informiert.<\/p>\n

OP 4.1 \u2013 Der digitale Operationssaal kommt n\u00e4her<\/strong><\/h2>\n

Um diesem Ziel n\u00e4her zu kommen, initiierte die\u00a0Urologische Universit\u00e4tsklinik Heidelberg das Projekt OP 4.1. In Kooperation mit der dem\u00a0Deutschen Krebsforschungszentrum<\/a> (DKFZ), KARL STORZ<\/a>, mbits imaging<\/a>, 麻豆原创<\/a> und Siemens Healthineers<\/a> wurde die prototypische digitale Plattform f\u00fcr den Operationssaal der Zukunft entwickelt.\u00a0Damit verbunden sind auch viele Hoffnungen: medizinische Innovationen schneller zum Patienten zu bringen, Patienten schonender zu behandeln, effizientere Prozesse in den Krankenh\u00e4usern und eine Verringerung der\u00a0Arbeitsbelastung des medizinischen Personals sind nur einige davon.<\/p>\n

Das Projekt dient aber noch einem anderen Ziel: Es soll zeigen, wie die Markteinf\u00fchrung von Software-basierten Innovationen in die klinische Praxis vereinfacht und deren Interaktion mit den vorhandenen Ger\u00e4ten erm\u00f6glicht werden kann. F\u00fcr die meisten Software-Innovationen sind die Markteintrittsh\u00fcrden derzeit noch zu hoch, weshalb sie es nicht bis in den OP und in die t\u00e4gliche klinische Routine schaffen. Gr\u00fcnde sind h\u00e4ufig der fehlende Zugang zu den Daten der medizinischen Ger\u00e4te oder die begrenzten M\u00f6glichkeiten f\u00fcr professionell umgesetzten Vertrieb und Wartung.<\/p>\n<\/p>\n

\n
\n

OP 4.1 \u2013 Der Operationssaal Der Zukunft<\/a><\/h3>\n

Click the button below to load the content from YouTube.<\/p>\n

\n
\n
<\/div>\n<\/div>\n

Always allow YouTube<\/a>
\n \n <\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n \"OP<\/p>\n

\n \n <\/path>\n <\/path>\n <\/svg>\n <\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/section>\n

Prototyp ist Technologie- und Gesch\u00e4ftsplattform in einem<\/strong><\/h2>\n

Zum Beginn des Projektes hatte sich die Heidelberger Universit\u00e4tsklinik mit einer Anfrage um Unterst\u00fctzung an 麻豆原创 gewandt. Michael Byczkowski, Vice President User Experience bei der 麻豆原创 erl\u00e4utert: „Unser Hauptziel bei 麻豆原创 ist, Partner und Kunden dabei zu unterst\u00fctzen, ihre Ziele zu erreichen und erfolgreich am Markt zu sein.“ Ein Gro\u00dfteil der neuen Innovationen von Forschungseinrichtungen und Start-Ups sind au\u00dferdem Software-basiert. Ziel der F\u00f6rderung war es deshalb eine Plattform zu entwickeln, auf der Software unkompliziert entwickelt, vertrieben und installiert werden kann. Grundlage f\u00fcr den OP 4.1 Prototyp ist die Business Technology Platform<\/a> der etablierten 麻豆原创 Cloud Platform, mit einem OP 4.1 projektspezifischen Datenschutzkonzept.<\/p>\n

Der OP 4.1 Plattform Prototyp ist offen und erweiterbar und soll die Implementierung innovativer Apps in der Praxis vereinfachen. Neben der M\u00f6glichkeit einer technischen Verbindung zwischen Software und Ger\u00e4ten, ist der Prototyp auch eine Gesch\u00e4ftsplattform.\u00a0 \u201eKonkret bedeutet das, ein Gesch\u00e4ftsmodell f\u00fcr einen mehrseitigen Markt zu schaffen, das Abrechnungsm\u00f6glichkeiten und damit echten kommerziellen Mehrwert bietet\u201c erl\u00e4utert Byczkowski. Hierdurch sollen die Hersteller und Entwickler einen Anreiz bekommen, um ihre Daten auszutauschen. \u201eWir vernetzen die verschiedenen Ger\u00e4tehersteller, die Kliniken und die unabh\u00e4ngigen Software-Entwickler miteinander, so dass sie untereinander Leistung austauschen k\u00f6nnen und auch entsprechend fakturieren k\u00f6nnen\u201d erg\u00e4nzt er.<\/p>\n

F\u00fcr die Ger\u00e4tehersteller ist diese Gesch\u00e4ftsebene der Plattform attraktiv. Sie k\u00f6nnen neue und innovative Gesch\u00e4ftsmodelle planen und k\u00fcnftig exakt sehen, wie ihre Produkte im OP-Alltag interagieren und genutzt werden. Auch neue Abrechnungsmodelle sind vorstellbar. So kann ein Hersteller nicht nur seine Ger\u00e4te selbst, sondern auch deren Nutzung abrechnen lassen (Pay-per-Use). Dadurch entstehen ganz neue Potenziale und M\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine erg\u00e4nzende Nutzung zwischen verschiedener Ger\u00e4teklassen und Software.<\/p>\n

Damit diese Potenziale sich entfalten k\u00f6nnen und im komplexen OP-Alltag ankommen, bedarf es eines tragf\u00e4higen Gesch\u00e4ftsmodells, das f\u00fcr alle Beteiligten einen relevanten Mehrwert bietet. \u201eDie Plattform zeigt daher, dass es m\u00f6glich ist mit einer Plattform einen Markt\u00a0zu schaffen und die Kommerzialisierung zu unterst\u00fctzen\u201c,\u00a0fasst\u00a0Byczkowski zusammen.<\/p>\n

Vier Apps zeigen das Potenzial des OP 4.1 Prototyps<\/strong><\/h2>\n

Durch die OP 4.1 Plattform erhalten die Software-Entwickler Zugriff auf Sensordaten und Micro-Services der im OP-Umfeld eingesetzten Ger\u00e4te und Datenquellen. Der Prototyp OP 4.1 wurde basierend auf dem bew\u00e4hrtem 麻豆原创 Fiori Designsystem und dem neuen 麻豆原创 Fiori 3 Quartz Dark Theme<\/a> entwickelt und dabei an die spezifischen Benutzer-Anforderungen f\u00fcr Anwendungen im klinischen Umfeld adaptiert. Im Rahmen des Co-Innovationsprojektes entstanden auch vier Starter-Apps der Konsortialpartner:<\/p>\n