„Warum sind Öl und Gas heute noch wichtig?“ Diese Frage stellte Graham Young, Vice President des Bereichs EMS Operation bei , auf der jüngsten TAC-Insights-Konferenz für in Toulouse.
„Der weltweite Energiebedarf wird weiter steigen“, erklärte Young. „Da erneuerbare Energien derzeit nur einen kleinen Anteil unseres Energiebedarfs decken, werden wir auf dem Weg in eine kohlenstoffärmere Welt weiterhin sicher gefördertes Öl und Gas benötigen.“
Rohöl bleibt dort unverzichtbar, wo Alternativen begrenzt sind – insbesondere im Schwerlastverkehr und in der Chemieindustrie. Erdgas spielt eine zentrale Rolle beim Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft: sowohl als Energieträger als auch bei der industriellen Wasserstoffproduktion.
Ein einzigartiges Geschäftsmodell
Das Besondere an Harbour Energy, einem der weltweit größten und geografisch am breitesten aufgestellten unabhängigen Öl- und Gasunternehmen, ist nicht allein seine Größe. Interessant ist vielmehr, wie das Unternehmen so groß geworden ist und wie es sich von traditionellen Energieunternehmen unterscheidet. Harbour Energy wurde 2014 von der Beteiligungsgesellschaft EIG Global Energy Partners mit dem Ziel gegründet, ein globales, unabhängiges Unternehmen durch Akquisitionen aufzubauen.
„Wir versuchen im Grunde, ein sehr schwieriges Problem zu lösen: Wie skalieren wir wie ein Großkonzern und bleiben gleichzeitig so agil wie ein Start-up?“, sagte Young in seinem Vortrag über den rasanten Wachstumskurs von Harbour Energy. Er erläuterte, dass in einem Unternehmen, das durch Übernahmen wachse und mehrere ERP-Systeme betreibe, die Rolle der Technologie weniger darin bestehe, „ein einziges System“ zu schaffen. Vielmehr gehe es darum, alles zu vernetzen, Erkenntnisse zu standardisieren und Veränderungen schneller voranzutreiben.
Meister der Integration
Die meisten Öl- und Gaskonzerne sind über Jahrzehnte gewachsen. Harbour schaffte dies in nur etwa zehn Jahren – mit einer ambitionierten Strategie, bei der Übernahmen und Fusionen eine wichtige Rolle spielten. Das Unternehmen erwarb Vermögenswerte wie Ölfelder von Branchengrößen wie Shell. Zudem expandierte Harbour rasch in elf Länder und sicherte sich so eine breite geografische Präsenz. Von entscheidender Bedeutung war, dass es Harbour Energy oft gelang, Akquisitionen bereits innerhalb eines Jahres zu integrieren, was sowohl Schnelligkeit als auch Integrationskompetenz beweist.
„Viele Unternehmen haben nach Übernahmen mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen“, berichtete Young. „Systeme versagen, Prozesse kollidieren, Wert geht verloren. Bei Harbour konzentrieren wir uns darauf, neue Vermögenswerte schnell zu stabilisieren, Synergien frühzeitig zu nutzen und die Betriebskosten zu senken – selbst, während wir wachsen.“
Youngs Team verfolgte beim Thema Technologie einen anderen Ansatz. Während die meisten Unternehmen auf ein einziges großes ERP-System setzen, schlägt Harbour diesen Weg nicht blind ein. Das Unternehmen betreibt mehrere ERP-Systeme, wenn es sinnvoll ist, konzentriert sich auf eine zweckmäßige Architektur und verwendet Tools, um Prozesse zu verbinden, anstatt alles in ein einziges System zu zwängen. Eine solche Flexibilität ist ein großer Vorteil für ein Unternehmen, das immer wieder neue Unternehmen erwirbt.
Das digitale Rückgrat
Da Harbour Energy mehrere ERP-Systeme anstelle einer einzigen monolithischen Plattform betreibt, ist Komplexität unvermeidlich. Die – insbesondere die Lösungen von Âé¶¹Ô´´ LeanIX und das Âé¶¹Ô´´ Signavio-Portfolio – verbindet diese heterogene Landschaft. Sie harmonisiert Prozesse, verbindet Ressourcen mit Systemen und bietet eine einheitliche Sicht darauf, was wo vorhanden ist. So entsteht Transparenz in einer ansonsten fragmentierten Umgebung.
„Bevor wir die Toolchain von Âé¶¹Ô´´ eingeführt haben, waren Prozesse in Excel-Tabellen und PDF-Dokumenten versteckt. All das gehörte zum lokalen Wissen, das wir uns angeeignet hatten“, erklärte Young. „Wir hatten keinen klaren Überblick über doppelte Einträge oder Ineffizienzen. Zum Beispiel stellten wir fest, dass wir Dutzende von HR-Systemen im Einsatz hatten, die wir dann um die Hälfte reduzieren konnten. Und so konnten wir 33 verschiedene Möglichkeiten zur Abrechnung von Reisekosten in nur einer bündeln.“
Ein wesentlicher Effekt ist die Geschwindigkeit. Während die übliche Planung einer Transformation bisher zu 24 Monate in Anspruch genommen hat, ist es jetzt mit der Toolchain und Prozessmodellierung möglich, zentrale Designzyklen mitunter in vier bis sechs Wochen umzusetzen. Möglich wird dies durch standardisierte Prozessvorlagen und automatisierte Modellierung, die schnellere Validierungszyklen ermöglichen, was dazu führt, dass Integrations- und Transformationsprogramme schneller durchgeführt werden können.
Darüber hinaus stellen Lösungen wie Âé¶¹Ô´´ Test Automation by Tricentis und Âé¶¹Ô´´ Cloud ALM für Application Lifecycle Management sicher, dass Releases sicherer sind und bei Produktivstarts weniger betriebliche Überraschungen auftreten. In einer Branche, in der Ausfallzeiten kostspielig sind, ist dies von entscheidender Bedeutung.
Durch die Verknüpfung von Systemen und Prozessen ermöglicht die Toolchain Kostentransparenz über Geschäftsbereiche hinweg und eine Priorisierung von Investitionen auf der Grundlage realer Daten. Somit unterstützt sie finanzielle Disziplin, was sich auf die Wertschöpfung für die Aktionäre auswirkt.
Für ein Unternehmen, das sich auf Übernahmen stützt, liegt der wohl größte Mehrwert darin, dass die integrierte Toolchain hilft, die Systeme übernommener Unternehmen schnell abzubilden und mit dem zentralen Modell von Harbour zu vergleichen, um zu ermitteln, was beibehalten, abgeschaltet oder migriert werden soll. Deshalb kann Harbour Akquisitionen zügig integrieren, anstatt jahrelang in der IT-Konsolidierung festzustecken.
Struktur vor Automatisierung
Erst wenn Prozesse strukturiert und sichtbar sind, können sie für die Automatisierung genutzt werden. Daher spielen all diese Tools eine entscheidende Rolle bei der Einführung von künstlicher Intelligenz (KI). Standardisierte Workflows und Prozess-Maps dienen als Grundlage für KI-Tools, und Digital Adoption Platforms führen die Anwender durch die Systeme.
Die drei wichtigsten Motoren der integrierten Toolchain sind:
- Transparenz-Engine: schafft einen ganzheitlichen Überblick über das Geschäft
- Standardisierungs-Engine: harmonisiert Prozesse, Systeme und Ressourcen weltweit
- Beschleunigungs-Engine: verkürzt die Integrationszeit bei Fusionen und Übernahmen und beschleunigt die Umsetzung von Transformationsprojekten
Zusammen mit Âé¶¹Ô´´ Analytics Cloud für globale Prognosen und Planung stehen diese Tools im Mittelpunkt der erfolgreichen Unternehmenstransformation.
Young nannte drei strategische Hebel, die dem Unternehmen helfen, motiviert und widerstandsfähig zu bleiben. An erster Stelle steht strikte finanzielle Disziplin, gefolgt von datengestützten Erkenntnissen, die die Wettbewerbsfähigkeit sichern, und nicht zuletzt die Ausstattung der Fachbereiche mit modernsten Funktionen, um Resilienz zu gewährleisten.
„Die Toolchain der Âé¶¹Ô´´ ermöglicht es uns, durch Akquisitionen dynamisch zu wachsen, ohne unter der Last der Komplexität zusammenzubrechen“, resümierte Young. „Im Grunde macht sie den Unterschied zwischen chaotischer Expansion und kontrolliertem, skalierbarem Wachstum.“
Erfahren Sie mehr über die integrierte Toolchain von Âé¶¹Ô´´ und ihre Kernfunktionen.
