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Zeit für ein Umdenken bei der Einstellung und Förderung von Nachwuchskräften

Feature

Wie können Unternehmen die KI-kundigen Mitarbeitenden finden und fördern, die sie in Zukunft benötigen, wenn es immer weniger Positionen für Berufseinsteiger gibt? Mithilfe einer zukunftsorientierten Strategie für junge Talente.

Weniger Möglichkeiten für den Berufseinstieg 

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich für Bewerber mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung deutlich verschlechtert. Studien der Âé¶¹Ô­´´ zeigen, dass die Zahl der Stellenangebote in den zehn häufigsten Einstiegspositionen im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 um 35 Prozent zurückgegangen ist.*

Diesen Rückgang gegenüber dem Vorjahr begründen HR-Führungskräfte unter anderem mit Budgetbeschränkungen, Einstellungsstopps und Unsicherheit hinsichtlich der Rentabilität der Investition in Nachwuchskräfte, da KI zunehmend manuelle Routineaufgaben übernimmt.  

Flut an Bewerbungen 

KI hat auch den Personalbeschaffungsprozess verändert: Angesichts der begrenzten Anzahl an Stellenangeboten nutzt mehr als die Hälfte der jungen Bewerber KI bei der Jobsuche – ein Prozess, der sich im Durchschnitt über acht Monate hinzieht, wobei Bewerber oft mehr als 300 Bewerbungen einreichen.*

Auch das Personalwesen steht bei der Kandidatenauswahl unter Druck: Seit 2021 hat sich die Anzahl der Bewerber pro Einstiegsrolle verdoppelt. Zudem reicht eine hohe Anzahl von Bewerbern KI-generierte Lebensläufe und Bewerbungen ein, sodass es zunehmend schwerer wird, verlässliche Informationen zu den Fähigkeiten, der Eignung und dem Potenzial der Kandidaten herauszufiltern. 

Diese Situation ist sowohl für die HR-Teams als auch für die Bewerber belastend. Dazu kommt, dass der gesamte Prozess fehleranfällig und auf Dauer nicht tragfähig ist. Und für Unternehmen, die nicht schnell genug handeln, kann dies weitreichende Folgen nach sich ziehen.  

Personalleiter äußern Bedenken 

Spielt man das aktuelle Szenario bis zu seiner logischen Konsequenz durch, dann stellt sich die folgende Frage: Was passiert, wenn sich der Pool an Nachwuchskräften irgendwann erschöpft? Personalverantwortliche sind sich dieses Risikos schon jetzt nur allzu bewusst. „Wenn wir nicht mehr in junge Talente investieren, schaffen wir letztendlich unsere Pipeline an Nachwuchskräften ab“, so eine Führungskraft, die für weltweite Early-Talent-Programme bei einem Hightech-Unternehmen verantwortlich ist.*

Und ein Senior HR Director eines Hightech-Unternehmens kommentierte: „Wenn wir uns weiter in diese Richtung bewegen und jungen Talenten keine Möglichkeiten für den Berufseinstieg bieten, wird es in Zukunft zu einem massiven Fachkräftemangel kommen.“ 

Umfassende Einschnitte bei der Einstellung von Nachwuchskräften führen zu Qualifikationslücken – und das wird sich später rächen, denn Unternehmen wird es dadurch schwerfallen, intern Kompetenzen aufzubauen, Wissen zu erhalten und zukünftige Führungskräfte zu fördern.  

Personalverantwortliche warnen insbesondere davor, dass die KI-Erfahrung junger Talente unterschätzt wird. Wenn Unternehmen die Kompetenz dieser Gruppe auf diesem Gebiet nicht begreifen, versäumen sie möglicherweise eine wichtige Chance, um KI-Innovationen zu erschließen und die KI-Nutzung intern auszuweiten.  

Herausforderung angehen

Personalverantwortliche können heute zielgerichteter und strategischer handeln und ihre Strategien für die Förderung junger Talente von Grund auf neu gestalten. Mit dem richtigen Ansatz können sich Unternehmen so Wettbewerbsvorteile sichern.

Dabei sollten sie in drei Schritten vorgehen: 

Schritt 1: Einstiegsrollen neu definieren 

Traditionell wurden Nachwuchskräfte hauptsächlich mit sich wiederholenden Routineaufgaben betraut. In Kombination mit einem frustrierend langsamen Tempo beim beruflichen Vorankommen führt dies jedoch zu einer sinkenden Arbeitsmoral und nachlassendem Engagement.  

Deshalb ist eine bessere Strategie angebracht, denn die Art und Weise, wie Menschen arbeiten, wandelt sich rasant. Es ist nicht mehr zeitgemäß, Nachwuchskräften lästige Routineaufgaben aufzutragen. Berufseinsteiger müssen vielmehr die Chance haben, sich schnell weiterzuentwickeln und wichtige Aufgaben zu übernehmen, die zur Lösung geschäftlicher Herausforderungen beitragen.  

Das Personalwesen hat die Möglichkeit, Einstiegspositionen neu zu gestalten und Unterstützung, Hilfestellung und Tools zu bieten, damit neue Mitarbeitende sinnvollere Arbeiten leisten können. Dazu gehört zum Beispiel, dass sie die passende Anleitung für die Mitarbeit an wichtigeren Projekten erhalten, sich um Kunden kümmern und sogar von Anfang bis Ende für bestimmte Prozesse verantwortlich sind. 

Dieser Ansatz ermöglicht es jungen Talenten nicht nur, schneller einen positiveren Beitrag zum Unternehmen zu leisten, sondern fördert in Kombination mit klaren Zielen, regelmäßigem Feedback und gelegentlichem Coaching auch die Motivation und die Einsatzbereitschaft. 

Schritt 2: Technologie als Grundlage für Strategien 

Die Einstellung und Förderung von Nachwuchskräften ist komplexer geworden – von der Auswertung KI-generierter Bewerbungen bis hin zur Neugestaltung von Rollen und der Erfüllung von Zielen in einem sich schnell ändernden Geschäftskontext. Da sich die Arbeitsabläufe von Berufseinsteigern verändern, benötigen Führungskräfte Tools, um die neuen Kompetenzen zu identifizieren, die für langfristigen Erfolg notwendig sind, und um den Mehrwert ihrer Programme für junge Talente aufzeigen zu können.  

Und genau hier kommt Technologie ins Spiel. Während des Einstellungsprozesses kann Technologie Arbeitgeber dabei unterstützen, in der Masse an KI-generierten Bewerbungen die Aspekte zu identifizieren, die wirklich wichtig sind, um bestimmte Kandidaten in die engere Auswahl nehmen und fundiertere Entscheidungen bei der Personaleinstellung treffen zu können. Technologie kann auch helfen, mit anderen vielversprechenden Kandidaten, die sich beworben haben, in Kontakt zu bleiben – für den Fall, dass sich wieder Gelegenheiten ergeben.  

Und wenn Nachwuchskräfte ihre Stelle angetreten haben, kann moderne Technologie dabei helfen, ihre Teilnahme an Förderprogrammen und ihre Fortschritte bei der Zielerreichung nachzuverfolgen. Sie bietet zudem individuelle Lernangebote und hilft dabei, die Rentabilität der Investitionen in junge Talente aufzuzeigen. In einem haben wir forschungsbasierte Empfehlungen zum Einsatz von Technologie bei der Auswahl und Förderung junger Talente zusammengestellt. 

Schritt 3: Business Case für Nachwuchskräfte neu ausrichten 

Die Art und Weise, wie Nachwuchstalente arbeiten, durchläuft einen Wandel – genau wie die Technologien, die sie dafür nutzen. HR-Führungskräfte sind sich deshalb einig, dass der bisherige Business Case für die Investition in Berufseinsteiger überdacht werden muss. Viele Unternehmen konzentrieren sich darauf, kritische Qualifikationslücken zu schließen und umfassende KI-Transformationsprojekte umzusetzen. Obwohl es Berufseinsteigern an Erfahrung fehlt, zeigen sie eine hohe Lernbereitschaft und wollen verstehen, wie sie effektiv mit KI arbeiten können. 

Untersuchungen haben auch gezeigt, dass junge Talente durch die Nutzung von modernen Tools und Technologien viel schneller als zuvor in der Lage sind, Beiträge zu wichtigen und wertschöpfenden Aufgaben zu leisten.   

Ein zeitgemäßer Business Case für Nachwuchstalente zeichnet sich dadurch aus, dass der Fokus auf einer schnelleren Einbindung in sinnstiftende Arbeit, der Verringerung kritischer Kompetenzlücken und der Nutzung der KI-Kompetenzen von Berufseinsteigern liegt.  

Individuelle Strategie für junge Talente entwickeln

Personalverantwortliche können nicht untätig dabei zusehen, wie das Potenzial einer KI-affinen Generation ungenutzt bleibt – sie müssen jetzt die Weichen für den Aufbau einer zukunftsfähigen Belegschaft stellen. 

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Bericht „“. In unserer ±¹±ð°ùö´Ú´Ú±ð²Ô³Ù±ô¾±³¦³ó±ð²Ô wir im Laufe des Jahres die zweite Phase zwei dieser Studie. 


Dr. Autumn D. Krauss ist Chief Scientist bei Âé¶¹Ô­´´ SuccessFactors.

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