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Rückgrat der digitalen Infrastruktur: Wie E.ON die Energiewende voranbringt

Feature

Sebastian Weber, CIO von E.ON, einem der , zeigt sich immer wieder erstaunt darüber, wie wenig Aufsehen es erregt, wenn Technologien, die noch vor Kurzem wie Science-Fiction anmuteten, still und leise in unserem Alltag Einzug halten.

Als Beispiele nannte er fahrerlose Autos in San Francisco, autonome Kampfdrohnen und Pflegeroboter, die menschliches Verhalten imitieren. Auf der Konferenz , die von TAC Insights ausgerichtet wurde, sagte Weber, dass ihn diese Entwicklungen zugleich beunruhigen und faszinieren.

Saubere, verlässliche Energie bereitstellen und die Energiewende nutzen, um neue Wachstumspotenziale zu erschließen

Für ein Energieunternehmen, das kritische Infrastrukturen betreibt, ist dieses Tempo des technologischen Wandels nicht nur faszinierend oder erschreckend. Es bringt die Verantwortung mit sich, zweckmäßige, nachhaltige Innovationen zielgerichtet einzuführen.

Auf den Wellen reiten

Weber betrachtet diese technologischen Entwicklungen als wiederkehrende „große Wellen“, die unser Denken und Fühlen prägen und die Welt um uns herum grundlegend verändern. Wer könnte sich heute noch eine Welt ohne Internet vorstellen? Und kaum jemand würde bestreiten, dass sich mit dem Mobiltelefon der IT-Konsum grundlegend verändert hat, insbesondere seitdem im Arbeitsumfeld derselbe Bedienkomfort erwartet wird.

„KI löst dieselbe Reaktion aus“, erklärte Weber. „Wenn ChatGPT mir hilft, meine Gartenprobleme zu lösen, erwarte ich natürlich, dass die KI mir auch bei der Arbeit das Leben leichter macht.“

Eine der größten Herausforderungen für E.ON liegt darin, die wachsende Kluft zwischen dem rasanten technologischen Wandel im Außen und der internen Anpassungsfähigkeit zu überbrücken. Denn Struktur und DNA des Unternehmens erschweren es, Innovationen in der gebotenen Geschwindigkeit aufzugreifen und in die Praxis zu überführen.

Dieses Problem trat offen zutage, als die Unternehmensführung hinterfragte, ob dauerhaft hohe IT-Ausgaben vertretbar seien. So wurde rasch klar: Wenn E.ON entschlossen ist, eine führende Rolle in Europas grüner Energiewende einzunehmen, sind kontinuierliche Investitionen in sein digitalisiertes Energiesystem notwendig, um Systemstabilität, Wirtschaftlichkeit und Widerstandsfähigkeit zu gewährleisten.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Unternehmen drei strategische Prioritäten definiert: Wachstum, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Würde E.ON, was digitale Fähigkeiten betrifft, zurückfallen, wäre dies langfristig mit deutlich höheren Kosten verbunden.

„Um das System auf den erforderlichen Stand zu bringen, ist interne Bereitschaft erforderlich. Das bedeutet, dass wir uns ernsthaft mit Investitionsentscheidungen, Priorisierung und vor allem mit den Menschen und der Unternehmenskultur auseinandersetzen müssen“, betonte Weber. „Eines steht fest: Eine Rückkehr zum alten Tempo wird es nicht geben.“

Strategisch handeln

E.ON ist in drei Bereichen tätig: Energienetz, Kundenlösungen und Energieinfrastrukturlösungen. Durch diese Bandbreite sind die Abläufe äußerst komplex und erfordern skalierbare, transparente und kooperative Arbeitsweisen im gesamten Unternehmen.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, baut E.ON gezielt seine internen Fähigkeiten aus und investiert in seine Mitarbeitenden. Im Zuge dieser Strategie wurden über 1.000 Fachkräfte an Bord geholt – darunter mehr als 500 im Bereich Daten und 300 im Bereich Cybersicherheit. Dadurch sollen Eigenverantwortung, Zusammenarbeit und Innovationskraft im gesamten Unternehmen gestärkt werden.

Dieser Schritt spiegelt eine grundlegende Überzeugung wider: Die IT hat nicht mehr nur eine unterstützende Funktion, sie ist ein wichtiger Treiber der Energiewende und entscheidend für die Sicherung von Wettbewerbsvorteilen.

Die Transformation von E.ON wird angesichts einer rasanten technologischen Entwicklung vollzogen, und an diesem Wendepunkt spielt KI eine wesentliche Rolle. Technologien wie KI-gestützte Assistenten und Automatisierungstools sind längst kein Novum mehr. Durch sie wird völlig neu definiert, wie Kunden mit Services interagieren. E.ON trägt diesem Wandel Rechnung und integriert moderne Technologien unmittelbar in seine Kernsysteme, anstatt sie als Add-ons zu behandeln.

Die Kluft überbrücken

Weber erläuterte, dass digitale Transformation bei E.ON bedeute, für das Kerngeschäft die richtige Technologie zu nutzen, um die 47 Millionen Kunden besser bedienen zu können.

Er nannte zunächst die Standardisierung der Plattform, gefolgt von der Cloud-ERP-Transformation und der Migration auf Âé¶¹Ô­´´ S/4HANA. Anstatt fragmentierte kundenspezifische Lösungen zu entwickeln, ermöglicht diese Strategie dem Unternehmen, führende Technologien in eine kohärente Architektur zu integrieren, um Skalierbarkeit sicherzustellen und unnötige Komplexität zu vermeiden. Diese grundlegenden Infrastrukturinvestitionen haben bereits messbare Ergebnisse erzielt, darunter eine Reduzierung der IT-Ausfallzeiten um 77 Prozent innerhalb von fünf Jahren.

Auf dem Weg zur Transformation hat E.ON erkannt, wie wichtig es ist, dass digitale Kompetenzen tief im operativen Alltag verankert sind. „Deshalb haben wir uns von isolierten Innovationsformaten wie ‚Digital Labs‘ Labs oder ‚Experimental Garages‘ verabschiedet und stattdessen digitale Tools direkt in unsere Geschäftsprozesse eingebettet“, erläuterte Weber.

Innovation ist zwar von entscheidender Bedeutung, aber E.ON misst Governance und Steuerung denselben Stellenwert bei. Die Verwaltung eines digitalen Ökosystems dieser Größenordnung erfordert eine robuste Steuerung, um Sicherheit, Konsistenz und Kostendisziplin zu gewährleisten. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen zentrale Governance-Strukturen eingeführt, darunter standardisierte Verträge und ein einheitliches IT-Systemmanagement.

Ebenso bedeutsam ist die Investition in die Belegschaft. Durch gezielte Schulungen und Maßnahmen zum Aufbau von Kompetenzen werden Mitarbeitende motiviert, neue Technologien in messbaren geschäftlichen Mehrwert zu überführen.

KI gezielt einsetzen

Wie bei vielen Unternehmen steht auch bei E.ON die künstliche Intelligenz im Mittelpunkt der zukunftsorientierten Strategie. Doch das Unternehmen geht dabei bewusst besonnen vor. Statt eigene Plattformen von Grund auf zu entwickeln, setzt E.ON auf Partnerschaften mit etablierten Technologieanbietern und bewahrt somit die Flexibilität seines IT-Portfolios. So kann das Unternehmen das Potenzial von KI in der Automatisierung des Kundenservice, in der vorausschauenden Wartung und in der betrieblichen Optimierung ausloten, ohne sich vorschnell auf nicht erprobte Lösungen festzulegen.

„Unsere Erfahrung verdeutlicht eine grundlegende Wahrheit über die digitale Transformation“, sagte der IT-Experte. „Erfolg hängt wirklich von der richtigen Balance ab. Wir müssen Innovation konsequent vorantreiben, aber nicht auf Kosten von Stabilität, Cybersicherheit oder Governance.“

Auch digitale Tools allein reichen nicht aus. Ohne entsprechende Schulungen und ohne Anpassung an die geschäftlichen Anforderungen können selbst die modernsten Technologien keinen Mehrwert bieten. E.ON arbeitet deshalb nach dem „BizDevOps“-Konzept. Dadurch wird sicherstellt, dass digitale Initiativen ein wesentlicher Bestandteil der Geschäftsziele sind und von den relevanten Fachbereichen unterstützt werden.

Insgesamt veranschaulicht die Transformation von E.ON, was nötig ist, um in einer komplexen, stark regulierten Branche eine umfangreiche Modernisierung durchzuführen. Durch die konsequente Aufstockung der IT-Investitionen, den Aufbau interner Expertise und einen disziplinierten, aber zukunftsorientierten Innovationsansatz hat sich das Unternehmen für die energiewirtschaftliche Zukunft aufgestellt.

Das Ergebnis geht weit über eine verbesserte Systemleistung oder weniger Ausfallzeiten hinaus. Es ist ein grundlegender Wandel in der Art, wie Technologie den Geschäftserfolg vorantreibt und sie zu einem tragenden Pfeiler macht, damit „New Energy“ funktioniert: zuverlässig, bezahlbar und im großen Maßstab.

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