Âé¶¹Ô­´´

Âé¶¹Ô­´´ News Center

„Mit Agentic AI erreicht ABAP die nächste Stufe der Evolution“

Sonja Liénard, Head of ABAP Platform bei Âé¶¹Ô­´´, spricht über die Weiterentwicklung der Âé¶¹Ô­´´-Programmiersprache ABAP und der Âé¶¹Ô­´´ ABAP Platform und erläutert, was die auf der Âé¶¹Ô­´´ Sapphire 2026 angekündigten Neuerungen für die Kunden bedeuten.

In unserem ersten Gespräch haben Sie erklärt, was ABAP ist und wie die Zukunft aussieht und warum Agentic AI den Markt verändern wird. Lassen Sie uns dort anknüpfen und tiefer einsteigen. Wie interagiert ABAP mit anderen Entwicklungstechnologien in den heutigen Âé¶¹Ô­´´-Landschaften?

Sonja Liénard: ABAP gibt es schon seit über 40 Jahren und hat sich immer weiterentwickelt. Mit der Ära der Agentic AI erreichen wir nun die nächste Evolutionsstufe. Die moderne Variante der Sprache ist ABAP Cloud, von Beginn an entwickelt nach den Leitprinzipien Offenheit und umfassender Unterstützung der Geschäftslogik.

Wir haben stabile, klar definierte APIs, also Schnittstellen nach außen, und bieten mit Open Data Protocol-Services (OData), modernen Frontends und einer Integrationsschicht eine vollständige Umgebung an. Damit können moderne Web-Anwendungen entwickelt werden. Dazu kommen Âé¶¹Ô­´´ BTP-Erweiterungen (Âé¶¹Ô­´´ Business Technology Platform) und ein externes System wie die Âé¶¹Ô­´´ Integration Suite, die daran anknüpfen.

Aktuell nutzen wir Eclipse als Entwicklungsumgebung. Ab Q2 2026 wird die ABAP-Entwicklung auch in Visual Studio Code möglich sein, das ist ein Meilenstein. Die Community hat sehr laut danach gefragt und bei uns offene Türen eingerannt. Visual Studio Code ist auf dem Vormarsch und bei vielen Entwicklern aktuell die bevorzugte IDE (Integrated Development Environment). Viele AI-Erweiterungen auf dem Markt werden zuerst dafür optimiert.

Wir haben die Architektur umgebaut und verfolgen eine Open IDE-Strategie, bei der wir auch weitere IDEs für ABAP-Entwicklungen anbieten können. Durch die Öffnung verfügen wir nun über ein reichhaltiges Ökosystem von Drittanbietern, die wir für AI nutzen können, etwa GitHub Copilot oder Amazon Q.

Darüber hinaus haben wir einen ABAP MCP Server (Model Context Protocol) veröffentlicht, der es ABAP-Entwicklern ermöglicht, vom gesamten AI-Tooling und Ökosystem zu profitieren. Das ist ein großer und wichtiger Schritt und ein eindrucksvolles Beispiel für die Interoperabilität, die Sie angesprochen haben. Wir haben weiterhin die Stärke der ABAP-Geschäftslogik. Damit kombinieren wir die offene IDE-Strategie mit einer hohen Innovationsgeschwindigkeit.

Wichtiger Baustein: ABAP MCP Server

Sie haben den ABAP MCP Server erwähnt. Was ist das genau?

Sonja Liénard: MCP steht für Model Context Protocol und ist ein offener Standard, damit AI-Agenten strukturiert mit externen Tools und Systemen interagieren können. Es ist eine universelle Sprache, die die Agenten der Agentic AI verwenden, um Fragen zu stellen, Aktionen auszulösen oder Ergebnisse abzurufen.

Der ABAP MCP Server stellt über dieses Protokoll ABAP-Entwicklungsfähigkeiten bereit. Jeder Agent, der MCP unterstützt, kann so auf intelligente, agentengesteuerte Weise mit ABAP-Code und unseren ABAP-Systemen interagieren. Es ist ein neues Sprachrohr, über das wir der Außenwelt unsere ABAP-spezifischen Fähigkeiten verfügbar machen.

Der ABAP MCP Server ist ein wichtiger Baustein für alles, was mit Agentic AI zu tun hat und eine wichtige technische Basis für unseren neuen Custom Code Management Agenten für die Âé¶¹Ô­´´-S/4HANA-Transformation. Der ABAP MCP-Server für Eclipse steht ab Q2 2026 bereit.

„Mit allem versehen, wofür wir als Âé¶¹Ô­´´ stehen“

Welche Risiken birgt der AI-Einsatz in Âé¶¹Ô­´´ Enterprise-Systemen und wie begegnen Sie diesen?

Sonja Liénard: Der gesamte AI-Markt ist unglaublich dynamisch, schnelllebig und von unterschiedlichen Interessen geprägt. Wir müssen deswegen genau prüfen, welche Lösungen langlebig, robust und vertrauenswürdig genug sind, um darauf die Geschäftsprozesse dieser Welt laufen zu lassen. Wir wollen, dass unsere Lösungen nach wie vor sicher, compliant und mit allem versehen sind, wofür wir als Âé¶¹Ô­´´ stehen.

Wir müssen unseren Kernauftrag in den Mittelpunkt aller Entscheidungen stellen. Die ABAP Platform steht dafür, dass darauf Large Enterprise Business laufen kann. Darauf vertrauen unsere Kunden und Partner. AI-Lösungen auf dem Markt qualifizieren sich nicht dadurch, dass man damit schnelllebige Lösungen bauen kann, sondern vor allem dann, wenn sie unsere Kernfähigkeiten unterstützen. Deswegen hilft es, einen Schritt zurückzugehen, das Gesamtbild zu betrachten und nachhaltige Entscheidungen zu treffen, aber auch offen dafür zu bleiben, bereits getroffene Entscheidungen anzupassen, wenn sich der Markt zu stark verändert.

Ein zweiter Punkt ist die Code-Korrektheit. AI kann plausibel wirkenden Code generieren, der subtil fehlerhaft ist. Als Gegenmaßnahme setzen wir auf menschliche Überprüfung („Human in the Loop“) in Kombination mit Tests. Dafür verwenden wir auch Agenten, die die Qualität des generierten Codes überprüfen und validieren.

Ein weiteres Risiko ist der Verlust von Geschäftslogik bei der Transformation. Wir wollen unsere Kunden bei der Migration ihrer Alt-Lösungen in neue Lösungen unterstützen. Dafür entwickeln wir Custom Code Management Agenten. Der erste wird im Juni veröffentlicht. Dabei ist es entscheidend, dass die Geschäftslogik unserer Kunden und Partner bei der Transformation erhalten bleibt. Schließlich sind Sicherheit und Datenschutz zentrale Themen. AI-Modelle benötigen immer Kontext, um wirksam zu sein. Im Enterprise-Umfeld kann dieser Kontext sensible Geschäftsdaten beinhalten. Deshalb gehen wir sehr sorgfältig vor: Die ABAP AI Services operieren etwa nur in etablierten Âé¶¹Ô­´´ Compliance- und Vertrauensrahmen. Die Kunden behalten stets die Kontrolle darüber, was geteilt wird und was nicht.

Neuigkeiten von der Âé¶¹Ô­´´ Sapphire 2026

Sprechen wir über die kürzlich stattgefundene Âé¶¹Ô­´´ Sapphire in Orlando. Welche Neuigkeiten gab es aus Ihrem Bereich?

Sonja Liénard: Die Âé¶¹Ô­´´ Sapphire 2026 ist auch für ABAP AI eine sehr wichtige Konferenz. In Q2 2026 veröffentlichen wir das erste Release der Entwicklungsumgebung für Visual Studio Code, zunächst im ABAP Cloud Scope inklusive Fiori-App-Entwicklung und mit Integration von GitHub Copilot und Amazon Q als AI-Lösungen. Weiteres Ziel ist die Unterstützung von Classic ABAP-Entwicklung in Visual Studio Code, weitere ABAP-Objekttypen folgen im Laufe des Jahres. Ebenfalls ab Q2 2026 sind der ABAP MCP Server für Eclipse und Visual Studio Code allgemein verfügbar, um Drittanbieterlösungen, insbesondere AI-spezifische Drittanbieter-Tools, an das ABAP-System anschließen zu können.

Auch in Q2 2026 liefern wir den ersten Custom Code Migration Agenten aus. Die Rückmeldungen sind vielversprechend. So können wir die Code-Migration wesentlich automatisieren und beschleunigen. Die komplette Kommunikation zwischen alten Migrationstools und neuen Agenten wird dabei über einen Engagement Layer stattfinden. Unsere auf der Âé¶¹Ô­´´ Sapphire vorgestellte allgemeine Migrationsstrategie umfasst sieben verschiedene Agentenfamilien über alle Phasen eines Migrationsprojekts hinweg, von der Planung bis zur Ausführung.

AI-Tools leichter zugänglich für alle

AI-Tools waren für kleinere Kunden oder solche mit älteren Systemversionen bislang oft schwer zugänglich. Was ändert sich hier?

Sonja Liénard: Die Einstiegshürde wird deutlich niedriger. Wir wechseln von der User-per-Month-Abrechnung auf ein verbrauchsbasiertes Modell. Abgerechnet wird nach tatsächlicher Nutzung, auf Basis sogenannter „AI-Units“ mit individuellen Preisen. Dadurch wird es leichter, unsere AI-Lösungen zu verwenden. Kunden können besser planen, wie viel Geld sie für AI-Lösungen ausgeben möchten.

Zudem führen wir ab Q2 2026 einen Side-by-Side-Service ein, bei dem alle AI-Lösungen unabhängig vom jeweiligen Release verwendet werden können. Die Verfügbarkeit von ABAP AI wird dabei auf die Âé¶¹Ô­´´ S/4HANA Cloud Private Edition für alle Releases ab 2021 erweitert. Dadurch können wir einen Großteil unserer Kunden auch mit älteren Releases mit AI-Fähigkeiten unterstützen.

Agentic AI ist das neue Leitthema

Wie fügen sich ABAP und AI Agenten in Âé¶¹Ô­´´s längerfristiger Produktvision ein?

Sonja Liénard: Wir folgen natürlich der übergreifenden Âé¶¹Ô­´´-Strategie. Auf der Sapphire hat man gesehen, dass Agentic AI das neue Leitthema ist. In der Vergangenheit hatte man Infrastructure as a Service, Platform as a Service und Software as a Service. Jetzt kommen Agentic AI-Lösungen dazu.

Ich beschreibe unsere Vision gerne anhand von drei konzentrischen Kreisen: Im Zentrum steht die ABAP Cloud als moderne Clean-Core-Variante unserer Sprache für langfristige Stabilität. Der zweite Kreis ist die ABAP AI-Schicht: Entwickler-Tools für Code-Erklärung, Code-Generierung und Ghost Texting.

Den äußeren Kreis bilden AI Agenten, ein Netzwerk spezialisierter Agenten für komplexe und mehrstufige Aufgaben wie Transformation, Migration und Qualitätsvalidierung. Sie übernehmen aber auch Entwicklungsaufgaben und reduzieren dabei den Aufwand erheblich. So wird Zeit frei für Geschäftslogik- und Architekturentscheidungen, aber auch für die Überprüfung der Qualität. Die Kreise koexistieren und verstärken sich gegenseitig. Die Grundausrichtung der Plattform und der Kern der Lösungen bleiben stabil. Agenten und AI-Skills ergänzen das bestmöglich.

Auf welche Meilensteine sollten Kunden und Partner in den nächsten Monaten achten?

Sonja Liénard: Es sind vier zentrale Dinge. In Q2 2026 kommen die Entwicklungsumgebung für Visual Studio Code und der MCP Server. Damit ermöglichen wir die Entwicklung von AI Agenten in einem offenen IDE-Ökosystem. Auch in Q2 2026 folgen der erste Agent für die Custom Code-Migrations-Strategie sowie die Erweiterung von ABAP AI auf die Âé¶¹Ô­´´ S/4HANA Cloud Private Edition für Releases ab 2021. Für Q3 2026 ist ein zweiter Agent für die Clean-Core-Transformation geplant. Und im Laufe des Jahres 2026 werden wir die Multi-Agenten-Orchestrierung weiterentwickeln und das Portfolio um weitere Agenten ergänzen.

ABAP und Entwickler bleiben starkes Team

Gibt es noch etwas, was Sie den Lesern mitgeben möchten?

Sonja Liénard: Man sollte die Entwicklung als Chance sehen. Es geht um die Weiterentwicklung und um die Zusammenarbeit. ABAP und Entwickler bleiben ein starkes Team. Da ändert auch AI nichts dran. ABAP hat sich immer wieder erfolgreich neu erfunden. AI ist nur das nächste Kapitel, übernimmt Routinen und schafft Freiraum für das, was Wert stiftet: Geschäftsverständnis, Architekturentscheidungen, hohe Qualität sowie Sicherheits- und Compliance-Anforderungen.

Kunden und Entwickler können darauf vertrauen, dass AI von Âé¶¹Ô­´´ verlässlich in die Praxis umgesetzt wird: mit klarer Roadmap und hohen Qualitäts-, Sicherheits- und Compliance-Standards, die für Enterprise-Systeme entscheidend sind. Wir arbeiten eng mit der Community und unseren Kunden und Partnern zusammen. Das ist ein zentraler Erfolgsfaktor.

Das Interview ist der zweite Teil einer Serie über ABAP und den Einsatz und das Zusammenspiel mit Künstlicher Intelligenz.

Weiterführende Links finden Sie hier:

Abonnieren Sie den Âé¶¹Ô­´´ News Center Newsletter
Die mobile Version verlassen