In einigen der gefährlichsten Industrieumgebungen der Welt, darunter Ölraffinerien, Offshore-Windplattformen, Zementwerke und Chemieanlagen, ist der Zugang für Menschen oft stark eingeschränkt, mit hohen Risiken oder mit übermäßig hohen Kosten verbunden.Â
ANYbotics, ein Schweizer Robotikunternehmen, hat sich in diesem Bereich mit der Vision befasst, eine sicherere Zukunft für die industrielle Inspektion zu gestalten, in der Roboter als autonome Mitglieder des Inspektionsteams tätig sind und Inspektionsvorgänge in Instandhaltungs-Workflows integriert ausführen. ANYbotics, ein Schweizer Robotikunternehmen, hat sich dieser Aufgabe verschrieben mit der Vision, eine sicherere Zukunft für die industrielle Inspektion zu gestalten. Eine Zukunft, in der Roboter als autonome Mitglieder des Inspektionsteams agieren und Inspektionsvorgänge nahtlos in die Wartungsabläufe der Anlagen integrieren.Â
Diese Vision findet ihre konkrete Umsetzung in „ANYmal“: einem vierbeinigen Inspektionsroboter, der speziell für den Einsatz in der Schwerindustrie konzipiert wurde.
„Im Gegensatz zu universellen Robotikplattformen ist ANYmal für den Betrieb in „großen, schmutzigen, staubigen und gefährlichen“ Bereichen konzipiert“, sagt Nicole Zingg, Director of Technology Partnerships bei ANYbotics. Orte, an denen Treppen, Korrosion, Hitze und unzuverlässige Konnektivität keine Ausnahmen sind, sondern Normalität.
„Aber Hardware“, fügt Zingg hinzu, „ist nur ein Teil des Puzzles, das ANYmal für Kunden zum unentbehrlichen Helfer macht.“
Inspektionsrobotik – es geht um Daten
„Wir bauen eine Hardwareplattform“, erklärt Zingg, „aber bei der Inspektionsrobotik geht es in erster Linie um konsistente und verlässliche Daten.“
ANYmal navigiert selbständig durch Industrieanlagen und sammelt dabei Daten, die weit über das hinausgehen, was ein Mensch allein erfassen könnte. Der Laufroboter führt nicht nur eine visuelle Prüfung durch. Seine Sensoren erfassen auch mulitmodale Daten. Mit Wärmebildtechnik, Ultraschall und akustischen Sensoren ist er in der Lage, Leckstellen zu orten, Gaskonzentrationen zu messen und Anomalien zu erkennen. Diese Beobachtungen fließen in das ein, was ANYbotics als „Inspection Intelligence“ bezeichnet. Die gesammelten Daten liefern handlungsrelevante Informationen. Das Ergebnis: längere Betriebszeiten und Lebenszyklen der Anlagen und, was am wichtigsten ist, deutlich sicherere Arbeitsbedingungen für die Menschen.
Der Einsatz von ANYmal kann weit reichende Auswirkungen auf die betrieblichen Abläufe haben. „Ein Kunde aus der Offshore-Windenergiebranche hat mit ANYmal sämtliche Inspektionen durchgeführt und so die Notwendigkeit beseitigt, Personal monatelang auf eine abgelegene Plattform entsenden zu müssen“, sagt Zingg. Als schließlich doch menschliches Eingreifen erforderlich war, machten die von ANYmal gesammelten Daten aus den vorherigen Inspektionen den entscheidenden Unterschied. Der Kunde wusste bereits genau, was nicht stimmte, welchen Experten er entsenden und welche Ausrüstung dieser mitbringen musste. So konnten kostspielige und riskante Besuche vor Ort, die sonst nur auf Annahmen beruhen, vermieden werden.
Für ANYbotics genügt es jedoch nicht, diese Informationen zur Verfügung zu stellen. Sie müssen auch in die Softwaresysteme integriert werden, die bei den Kunden zum Einsatz kommen.
„ANYbotics muss nativ in Âé¶¹Ô´´-Umgebungen bereitgestellt werden.“
In umfassenden Benutzerstudien stellte ANYbotics fest, dass viele Anlagenbetreiber, Verantwortliche für Instandhaltung und Außendienstteams Âé¶¹Ô´´ bereits in ihrem täglichen Geschäftsbetrieb nutzen. Arbeitsaufträge, Anlagenhistorie, Leistungstrends und Entscheidungen − all diese Daten durchlaufen Âé¶¹Ô´´-Systeme. „Wenn Kunden Âé¶¹Ô´´ nutzen, muss ANYbotics nativ in Âé¶¹Ô´´-Umgebungen bereitgestellt werden“, erklärt Zingg.
Mittlerweile suchte das Team des Âé¶¹Ô´´-Projekts „Embodied AI“ nach Robotikunternehmen, die mit Âé¶¹Ô´´ zusammenarbeiten wollten. Bei diesem Projekt geht es darum, Âé¶¹Ô´´ Business AI auf den physischen Betrieb auszuweiten. Hierzu werden Roboter mit kognitiven Fähigkeiten ausgestattet, sodass sie komplexe Aufgaben eigenständig ausführen und dabei den allgemeinen Geschäftskontext verstehen können.
Es war eindeutig eine perfekte Ergänzung und hat beiden Unternehmen Vorteile gebracht.
Auf Systemseite sorgt ein durchgängiger Digital Thread (digitaler Faden) dafür, dass die Erkenntnisse aus den Industrieinspektionen von ANYbotics nahtlos in die Âé¶¹Ô´´-Systeme einfließen – und unterstützt somit wichtige geschäftliche und operative Entscheidungen im gesamten Unternehmen.
Die direkte Integration von ANYmal in bekannte Âé¶¹Ô´´-Workflows kann bei Endanwendern dazu beitragen, die Akzeptanz zu fördern, denn bei bereits stark ausgelasteten Industriearbeitskräften kann der Einsatz von Robotik Berührungsängste hervorrufen. „Bedenken in Bezug auf Arbeitsplatzsicherheit, Unterbrechung des Arbeitsablaufs und Komplexität werden geäußert. Doch wenn ANYmal in bekannte Âé¶¹Ô´´-Workflows eingebunden wird, kann dies dazu beitragen, solche Bedenken zu entkräften“, erklärt Zingg.
Roboter als Teil der Belegschaft
Der erste wichtige Integrationspunkt war . Anstatt nur menschliche Techniker zu entsenden, können Kunden nun Arbeitsaufträge direkt an ANYmal vergeben – genauso wie an jedes andere Mitglied des Außendienstteams. Der Roboter führt dann eigenständig Prüfaufgaben aus, sammelt Daten und meldet die Ergebnisse direkt an das Âé¶¹Ô´´-System des Unternehmens zurück.
Ursprünglich wurde die Integration nur für bestimmte Anlagen genutzt. Inzwischen wird sie über die Âé¶¹Ô´´Â Business Technology Platform (Âé¶¹Ô´´ BTP) weiter ausgebaut. So können die von den Robotern erzeugten Daten flexibel überall dort bereitgestellt werden, wo Kunden sie in ihrer Âé¶¹Ô´´-Landschaft benötigen.
Das Ziel besteht nicht darin, den Menschen zu zwingen sich an die Roboter anzupassen, sondern die Roboter passen sich an die menschlichen Arbeitsabläufe an. „ANYmal muss Daten in das Âé¶¹Ô´´-System einstellen, genau wie menschliche Teammitglieder“, betont Zingg. ANYmal wird zu einem weiteren Arbeiter im selben operativen Erfassungssystem.
„Project Embodied AI“ in der Praxis
Diese Kombination aus Robotertechnologie von ANYbotics und Âé¶¹Ô´´ schlägt die Brücke zwischen physischen Abläufen und Unternehmensanwendungen – und bringt das Ziel von „Project Embodied AI“ konkret zum Ausdruck.
Auf Âé¶¹Ô´´-Seite arbeiten KI-Agenten auf den Robotersystemen von ANYmal, um physische Aufgaben wie Sicherheitsprüfungen auszuführen.
Auf der Seite von ANYbotics ist ANYmal ein physisches Objekt, das sich durch den Raum bewegt, seine Umgebung wahrnimmt und die realen Einschränkungen berücksichtigt. ANYmal nutzt historische Daten und Zeitreihendaten von Âé¶¹Ô´´, um fundierte Entscheidungen zu treffen – und bleibt selbst in Umgebungen ohne Verbindung völlig autonom.
„Man darf nicht vergessen, dass ANYbotics die Kontrolle über das Verhalten und die Inspektionsausführung von ANYmal hat, während Âé¶¹Ô´´ die Kontrolle über den Geschäftskontext wie Arbeitsaufträge, Anlagendaten oder operative Prioritäten hat“, sagt Zingg. Es ist der Âé¶¹Ô´´-Geschäftskontext, der bestimmt, wie die Erkenntnisse von ANYmal genutzt und umgesetzt werden, während ANYbotics die physischen Interaktionen von ANYmal steuert.
Sicher und verantwortungsvoll skalieren
Weltweit sind heute bereits mehr als 200 ANYmal-Roboter im Einsatz und führen Inspektionen in Schwerindustrieumgebungen durch, in denen ansonsten eine ständige menschliche Präsenz erforderlich wäre.
Sicherheit bleibt für ANYbotics ein zentrales Anliegen. Bei jeder Bereitstellung werden umfangreiche Tests durchgeführt, und es ist stets ein Servicetechniker vor Ort, der ANYmal hilft, sich mit seiner Umgebung vertraut zu machen und die Bediener in sicheren Betriebsabläufen schult. ANYmal ist zwar auf eigenständiges Arbeiten ausgelegt, der Mensch bleibt dabei aber fest mit im Boot.
Ein Blick in die Zukunft: industrielle Inspektion via KI
Da viele Branchen mit Fachkräftemangel und den Herausforderungen einer alternden Belegschaft kämpfen, geht nicht dokumentiertes Fachwissen nur allzu oft verloren. Mit autonomen Inspektionsrobotern wie ANYmal wird dieses Wissen erfasst und in Programme überführt, die Tag für Tag an mehreren Standorten ausgeführt werden können. Die gewonnenen Daten fließen in Âé¶¹Ô´´ ein und werden so zu Unternehmensintelligenz, die unabhängig von personellen Wechseln dauerhaft erhalten bleibt.
Die Partnerschaft von ANYbotics und Âé¶¹Ô´´ zeigt, dass diese Kombination aus Robotik und Unternehmenssoftware einen schnellen Übergang von der experimentellen Phase zum Praxiseinsatz ermöglicht.
In Zukunft wird die industrielle Inspektion KI-gestützt ablaufen – nicht in Form entkoppelter Dashboards oder isolierter Maschinen, sondern als integriertes intelligentes System, in dem physische Roboter und digitale Workflows innerhalb der Âé¶¹Ô´´-Landschaft nahtlos ineinandergreifen.
Roboter wie ANYmal werden künftig keine Neuheiten mehr sein. Sie werden Kollegen sein – wenn auch mechanische Vierbeiner –, die menschliche Fähigkeiten auf Bereiche ausdehnen, die für Menschen schon immer unzugänglich waren. Diese Roboter gestalten − gemeinsam mit Âé¶¹Ô´´ − eine Zukunft, in der Industrieinspektionen in schmutzigen, staubigen und gefährlichen Umgebungen präzise Daten liefern, die in geschäftlich wertvolle Erkenntnisse umgewandelt werden.
Bild mit freundlicher Genehmigung von ANYbotics.
