Wenn wir morgens aufstehen, gehen wir meist davon aus, dass alles auf der Welt reibungslos funktioniert: die Stromversorgung, der Flugverkehr, der Betrieb von Krankenhäusern, der Warenverkehr. Ermöglicht werden diese reibungslosen Abläufe aber erst durch ein weitverzweigtes Netzwerk aus Systemen, Daten und Geschäftsprozessen, die im Hintergrund aufeinander abgestimmt arbeiten.
Dies war der Leitgedanke einer , in der Thomas Saueressig, Chief Customer Officer und Mitglied des Vorstands der Âé¶¹Ô´´Â SE, und Jan Gilg, Global President Customer Success &Â Americas und Mitglied des erweiterten Vorstands der Âé¶¹Ô´´Â SE, die Vorteile des autonomen Unternehmens verdeutlichten.
Ihre Botschaft war klar: Da KI nicht mehr nur reine Theorie ist, sondern bereits heute praktisch einsetzbar ist, fragen Kunden nicht mehr, ob KI überhaupt wichtig ist, sondern wie sie damit messbare Ergebnisse im gesamten Unternehmen erzielen können.
„Tag für Tag gehen Milliarden von Menschen morgens beim Aufstehen ganz selbstverständlich davon aus, dass alles auf der Welt reibungslos funktioniert“, sagte Saueressig.
Aber das zu ermöglichen, ist alles andere als einfach. Saueressig machte deutlich, wie viel verborgene Komplexität in alltäglichen Abläufen steckt – von Stromnetzen, die in Echtzeit das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage sicherstellen, bis hin zu globalen Lieferketten, die den Warenverkehr über Länder und Kontinente hinweg gewährleisten. Unternehmensabläufe seien, so Saueressig, das unsichtbare Rückgrat des heutigen Lebens, auch wenn die meisten Menschen sie nie sehen.
Gilg griff das Thema auf und betonte, dass Kunden heute unter großem Druck stünden, ihre KI-Ziele in konkreten Nutzen umzusetzen. Es herrsche eine große Begeisterung, sagte er, gleichzeitig bestehe aber auch Handlungsdruck.
Kunden möchten KI unternehmensweit einsetzen und mit Kernprozessen verknüpfen, um einen konkreten Mehrwert zu erzielen. Doch laut Gilg sei das eigentliche Hindernis nicht die KI selbst, sondern die Unternehmenslandschaft um sie herum.
„Das ganz offensichtliche Problem ist, dass KI im Unternehmen komplex ist“, sagte er und wies auf die isolierten Anwendungen und fragmentierten Daten hin, mit denen viele Unternehmen noch zu kämpfen haben.
Diese Herausforderung führte die Âé¶¹Ô´´ unmittelbar zu ihrer Vision für das , in dem KI in den Geschäftsprozessen eingebettet ist, durch vertrauenswürdige Daten verknüpft ist und so gesteuert wird, dass sie verlässlich und skalierbar ist.
Die Vision des autonomen Unternehmens
„Aus dieser Notwendigkeit einer zuverlässigen, nahtlosen Integration ist unsere Vision für das autonome Unternehmen entstanden“, sagte Gilg.
Er stellte es nicht als zukünftiges Konzept dar, sondern als praktisches Betriebsmodell, bei dem KI innerhalb eines vertrauenswürdigen Steuerungsrahmens die durchgängige Ausführung von Prozessen sicherstellt und Menschen die Kontrolle behalten.
Aufgabe der Âé¶¹Ô´´ sei es, so Saueressig, Kunden auf diesem Weg zu begleiten: „Unser Ziel ist es, Ihnen zu helfen, sich Schritt für Schritt zu einem autonomen Unternehmen zu entwickeln. … Wir helfen Ihnen, bereits heute von KI zu profitieren.“
Er verknüpfte diesen Ansatz mit RISE with Âé¶¹Ô´´, den KI-Angeboten der Âé¶¹Ô´´ und dem Portfolio Âé¶¹Ô´´Â Services and Support mit seinen Serviceplänen, die Kunden dabei unterstützen sollen, Innovationen produktiv zu nutzen. Der Schwerpunkt liege darauf, während der gesamten Transformation einen Mehrwert zu bieten.
„Wenn Sie voll und ganz hinter RISE with Âé¶¹Ô´´ stehen, möchten wir Sie in jeder Phase unterstützen“, sagte Saueressig und stellte klar, dass diese Unterstützung sich auch auf die komplexesten hybriden Landschaften erstrecke – kein Kunde werde im Stich gelassen.
Lockheed Martin: In Umgebungen mit hohem Risiko kommt Einsatzbereitschaft vor Transformation
Dieses Thema, das „Customer-First“-Prinzip, bildete die Überleitung zum nächsten Teil der Keynote. Hier kamen Kunden selbst zu Wort und berichteten aus erster Hand, wie sie ihre Unternehmen in der Praxis transformieren – ganz ohne graue Theorie oder abstrakte Beispiele, sondern anhand echter, praktischer Erfahrungsberichte.
Den Auftakt der Runde machte der US-Konzern Lockheed Martin mit einer klaren Aussage: Transformation sehe man nicht als Endziel, sondern es gehe vielmehr darum, ständige Einsatzbereitschaft in einer der anspruchsvollsten Umgebungen der Welt sicherzustellen.
„Transformation ist nicht das Ziel. Für uns ist es wichtig, einsatzbereit zu sein“, sagte Maria Demaree, Senior Vice President, Enterprise Business and Digital Transformation und CIO der Lockheed Martin Corporation. Dabei betonte sie, dass es um Menschenleben gehe, denn die Systeme unterstützten die nationale Verteidigung und Missionen mit Bündnispartnern. Einsatzbereitschaft, erklärte sie, bedeute, „im gesamten Unternehmen schnell, klar und entschlossen handeln zu können.“
Der Rüstungs- und Technologiekonzern habe die größte Investition in digitale Transformation in seiner Unternehmensgeschichte getätigt und richte nun seine Prozesse von Grund auf neu aus. Dabei führe er bislang getrennte Systeme zusammen und integriere KI in einem modellbasierten Unternehmenskonzept, das auf Âé¶¹Ô´´-Software basiere.
Lockheed Martin operiere in einem streng regulierten Umfeld mit hohen Sicherheits- und Datenanforderungen. Daher konzentriere man sich darauf, Durchlaufzeiten zu verkürzen und die Reaktionsfähigkeit zu verbessern. Demaree betonte: „Transformation beginnt nicht mit Technologie. Man muss zuerst die eigenen Prozesse umgestalten.“ Die Rolle der Âé¶¹Ô´´, erklärte sie, habe sich gewandelt – vom Anbieter zum vertrauenswürdigen Partner, der das Geschäft von Lockheed Martin und dessen Umfeld wirklich verstehe.
Aeropuertos Argentina: Von reaktivem Winterbetrieb zu proaktiver KI-gestützter Steuerung
Erstmalig in der Geschichte der Âé¶¹Ô´´ Sapphire betrat ein Kunde aus Lateinamerika die Keynote-Bühne: der Flughafenbetreiber Aeropuertos Argentina. Das Unternehmen nutzte die Gelegenheit und stellte ein Praxisbeispiel vor: eine Situation im Tagesgeschäft, in der Handlungsdruck bestand. Das Beispiel zeigte, wie ein „sauberer“ Kern und gezielte Innovation schnell Ergebnisse liefern können.
Aeropuertos Argentina wickelt 90 Prozent des kommerziellen Flugverkehrs des Landes ab. Ein reibungsloser Flughafenbetrieb ist daher auch bei winterlichen Witterungsverhältnissen äußerst wichtig. Bisher setzte der Flughafenbetreiber dabei auf manuelle, fragmentierte Prozesse, die jedoch zu steigenden Kosten, erhöhten Sicherheitsrisiken und Umweltbelastungen führten. Um dieses Problem anzugehen, hat das Unternehmen einen KI-Agenten namens SNOW (Smart Network for Operative Winter) entwickelt, um Wetterdaten, Start- und Landebahnsensoren, Wartungsprozesse und Betriebsabläufe zu koordinieren.
„Wir haben unseren reaktiven Ansatz durch einen proaktiven Ansatz ersetzt“, erklärte Gustavo Sabato, Chief Information Officer von Aeropuertos Argentina, und hob die erwarteten Vorteile hervor, darunter 16 Prozent geringere Kosten sowie weniger CO₂-Emissionen. Auch die Umsetzung sei schnell gegangen. Von der Idee bis zum Betrieb seien gerade einmal zwölf Wochen vergangen. Die Einführung sei zunächst an zwei Flughäfen erfolgt und werde im kommenden Winter auf sechs weitere Flughäfen ausgeweitet.
Entscheidend für den Erfolg sei die Umstellung von Âé¶¹Ô´´ R/3 auf Âé¶¹Ô´´ S/4HANA im Jahr 2023 gewesen sowie die Entwicklung der Lösung auf der Âé¶¹Ô´´ Business Technology Platform. Mehrere nicht standardisierte Datenquellen zu integrieren, sei eine Herausforderung gewesen. Doch nun arbeite das Unternehmen mit „nur einer einheitlichen Datengrundlage“, so Sabato, und dafür seien nur minimale manuelle Eingriffe erforderlich. Der Flughafenbetreiber plane, das Konzept über Argentinien hinaus auf weitere Flughäfen auszuweiten, die er in anderen Ländern betreibe. Damit unterstrich Sabato, dass eine solide technische Basis unerlässlich sei, um mit KI echte operative Ergebnisse zu erzielen.
Exxon Mobil: Clean Core und ein solides Datenfundament
Angesichts des rasanten Wandels durch die weltweite Umstellung auf neue Energiequellen musste ExxonMobil Wege finden, um in den Betriebsabläufen weiterhin agil und anpassungsfähig zu bleiben.
Laut Bill Keillor, Vice President bei ExxonMobil Global Services Company, hat der Energiekonzern mit einer Unternehmenstransformation begonnen, um Prozesse zu vereinfachen und von Daten profitieren zu können, die durch jahrzehntelange Anpassungen fragmentiert waren. „Unser Fokus liegt nicht auf kurzfristiger Optimierung, sondern auf langfristiger Agilität: Standardisierung mithilfe von branchenspezifischen Best Practices, der Aufbau eines Clean Core sowie Upgrade-Stabilität“, sagte er.
Er betonte, dass ein Unternehmen sowohl für Transformationsprojekte als auch für seine KI-Strategie eine solide Basis benötige. „Wenn dieses Fundament nicht richtig gelegt wird, wird sich das später rächen“, führte er aus.
Zum Abschluss hatte Keillor drei Ratschläge in Bezug auf Transformationsprojekte: Unternehmen müssten sich ihrer Strategie voll bewusst sein und dafür sorgen, dass die Führungsebene voll hinter dieser stehe; sie benötigten verlässliche Governance-Grundsätze, um schnell konsequente Entscheidungen treffen zu können; und sie müssten langfristig mit Partnern zusammenarbeiten, die sie zu Höchstleistungen anspornten.
Levi Strauss: KI in großem Maßstab
Im Zuge seiner beschleunigten Ausrichtung auf das Direktkundengeschäft wurde dem Textilunternehmen Levi Strauss klar, dass eine schlanke IT-Landschaft notwendig war, um schnellere Prozesse und eine größere Skalierbarkeit zu erzielen. Wie Jason Gowans, Chief Digital and Technology Officer, erläuterte, habe das Unternehmen zunächst mithilfe von RISE with Âé¶¹Ô´´ neun ERP-Systeme in einer einheitlichen globalen IT-Landschaft konsolidiert, Prozesse standardisiert und einen Clean Core aufgebaut.
All das bilde nun die Basis für die ambitionierte KI-Strategie von Levi’s, in deren Rahmen unternehmensweit bereits mehr als 1.000 KI-Agenten im Einsatz seien. Damit habe man bereits spürbare Ergebnisse erzielt, zum Beispiel bei der Auftragsbearbeitung für den Großhandel. Während 80 Prozent der Bestellungen bereits automatisch abgelaufen seien, habe man für die verbleibenden 20 Prozent, die oft von kleineren Kunden über handschriftliche Notizen, E-Mails oder unstrukturierte Dokumente eingereicht würden, bislang zwei bis fünf Tage für die manuelle Bearbeitung benötigt.
„Mit den Agenten, die wir mithilfe von Âé¶¹Ô´´ entwickelt haben, dauert dieser Prozess nun 20 bis 30 Minuten“, so Gowans. Für Levi Strauss ist das Fazit eindeutig: Standardisierung schränkt die Agilität keineswegs ein, sondern macht diese möglich.
Migration auf Basis von KI
Diese Kundenberichte zeigen, dass Transformation in der Regel einem gemeinsamen Muster folgt: Modernisierung der Kernprozesse, Umstieg auf die Cloud und Erschließung von Innovationen.Â
Die Âé¶¹Ô´´ demonstrierte zudem, wie KI-gestützte Agenten Kunden dabei helfen können, diesen Ansatz durch ein stärker integriertes, KI-gesteuertes Transformationskonzept im großen Maßstab zu beschleunigen. Die in der vorgestellten Assistenten für Migrationen und Modernisierung sind darauf ausgelegt, Systeme, Daten, Eigenentwicklungen, Konfiguration, Tests und Roll-out-Aktivitäten im Rahmen eines durchgehenden Prozesses zu analysieren. Indem fragmentierte, manuelle Aktivitäten durch koordinierte Automatisierungsmaßnahmen abgelöst werden, können Vorgänge, die früher Wochen in Anspruch nahmen – angefangen bei der Auswertung der IT-Landschaft bis hin zur Prüfung von kundenspezifischem Code –, nun innerhalb eines einzigen Wochenendes abgeschlossen werden.
Wandel lässt weltweite Abläufe nicht ins Stocken geraten
Gilg weitete den Fokus aus und betonte, dass radikale Technologieumbrüche immer zu Unsicherheit führten. Aber jede dieser neuen Technologien habe weltweite Abläufe verbessert, indem sie mehr Arbeitsplätze sowie neue Geschäftsmodelle und Einnahmequellen geschaffen habe, die vorher unvorstellbar gewesen seien. Ähnlich verhalte es sich seiner Meinung nach auch mit der Unternehmenssoftware, die durch KI sogar noch unverzichtbarer werde.
Das liege daran, dass die grundlegenden geschäftlichen Anforderungen unverändert blieben; man bräuchte Systeme, die funktionierten, Menschen, die Einsatz zeigten, und Teams, die zusammenarbeiteten. Laut Gilg werde KI die Unternehmenssoftware nicht ersetzen. KI werde Teil der Unternehmenssoftware und in die Prozesse eingebettet sein, die die Abläufe von Unternehmen am Laufen hielten.
Zum Abschluss griff Saueressig seine Gedanken vom Beginn der Keynote auf: einer Welt, in der die Menschen sich darauf verlassen können, dass alles reibungslos funktioniert. In Zeiten rapider Veränderungen und tiefgreifender Umwälzungen sei Widerstandsfähigkeit wichtiger denn je.
„Es ist nicht der Wandel, der die weltweiten Abläufe ins Stocken geraten lässt“, so Saueressig. „Die Abläufe geraten dann ins Stocken, wenn Unternehmen nicht widerstandsfähig genug sind, um mit den Veränderungen Schritt zu halten. Und genau hier kommt die Âé¶¹Ô´´ ins Spiel.“ Er betonte, wie wichtig Menschen in Zeiten des Umbruchs seien und dass es bei Transformation nicht nur um Technologie und KI gehe. Transformation bleibe eine zutiefst menschliche Angelegenheit und werde von den Menschen geprägt, die Technologie und KI entwickelten und nutzten. „Die Zukunft wird nicht von KI gestaltet, sondern von uns“, fasste er zusammen.
