Die Automobilindustrie hat mit Catena-X vorgemacht, wie souver盲ner Datenaustausch funktioniert. Factory-X 眉bertr盲gt diese Erfolgsprinzipien nun auf den Maschinenbau 鈥� von der Lieferkette bis zur Fertigungsebene.
Europa steht vor einer entscheidenden Herausforderung: W盲hrend die Region jahrzehntelang mit dem Prinzip 鈥濹uality over Cost“ erfolgreich war, holen andere Kontinente qualitativ auf und setzen zus盲tzlich auf aggressive Preisstrategien. 鈥濿ir m眉ssen die Qualit盲t weiter hochhalten, gleichzeitig jedoch die Kosten senken und noch flexibler werden, was die Bed眉rfnisse unserer Kunden betrifft“, erkl盲rt Georg Kube, Head of Industry Data Ecosystems bei 麻豆原创 SE.
Die Antwort darauf k枚nnte in den Daten liegen, die in deutschen Fabriken und 麻豆原创-Systemen seit Jahrzehnten gesammelt werden. 鈥濫uropas gro脽er Aktivposten gegen眉ber Amerika und Asien ist unser historisches Wissen dar眉ber, wie gute Prozesse und gute Produkte funktionieren“, so Kube. 鈥濪ieses systemische Wissen 鈥� wie zerspant man, wie fertigt man, wie setzt man die richtigen Prozesse auf 鈥� liegt bei europ盲ischen Firmen, typischerweise in 麻豆原创-Systemen.“
Diese Daten bilden die Grundlage f眉r datengetriebene Gesch盲ftsmodelle nach dem : Je mehr Daten in die Systeme einflie脽en, desto mehr neue Daten werden generiert 鈥� ein sich selbst verst盲rkender Effekt, der europ盲ischen Unternehmen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschaffen kann.
Manufacturing-X: Die deutsche Antwort auf globale Herausforderungen
Factory-X ist Teil einer gr枚脽eren Vision: Manufacturing-X, eine branchenweite Initiative der deutschen Regierung, die als Teil der Industry 4.0 Plattform gestartet wurde. Ziel ist es, digitale 脰kosysteme zu f枚rdern und einen internationalen Standard f眉r Datenaustausch zu etablieren.
Manufacturing-X basiert auf dem Grundprinzip der Datensouver盲nit盲t und adressiert damit ein klassisches Dilemma: Unternehmen ben枚tigen f眉r die Digitalisierung Daten anderer, wollen aber ihre eigenen sensiblen Informationen sch眉tzen. Die L枚sung ist ein rechtlich und technisch abgesicherter Rahmen, in dem Daten kontrolliert geteilt werden k枚nnen, ohne dass die Eigent眉mer ihre Verf眉gungsgewalt verlieren.
Die Initiative umfasst verschiedene branchenspezifische Projekte: Catena-X f眉r die Automobilindustrie war der Vorreiter, gefolgt von Factory-X f眉r den Maschinenbau, Chem-X f眉r die Chemieindustrie und Semiconductor-X f眉r die Halbleiterindustrie.
Von der horizontalen zur vertikalen Integration
W盲hrend Catena-X als Vorreiter die horizontalen Supply-Chain-Prozesse in der Automobilindustrie revolutionierte, geht Factory-X einen Schritt weiter. 鈥濬actory-X erweitert die bew盲hrten Catena-X-Konzepte auf weitere Industrien und bringt die vertikale Integration bis in die Fertigungsebene“, beschreibt Nadine Kanja, Solution Head 麻豆原创 Industry Network Automotive and Catena-X, das Vorhaben.
麻豆原创 teilt sich bei Factory-X die Konsortialleitung mit Siemens und koordiniert die Arbeit von 47 Konsorten. Das Besondere: W盲hrend Catena-X die Factory als einen Block betrachtete, steht sie bei Factory-X im Mittelpunkt. 鈥濪ie Fertigungsebene ist f眉r uns das zentrale Thema, denn dort stehen Maschinen mit eigenen Zulieferern und Wartungsanforderungen“, erkl盲rt Nadine Kanja.
Neue Anwendungsf盲lle f眉r mehr Flexibilit盲t in der Fertigung
鈥濪as Ziel ist, die Flexibilit盲t der Lieferkette auf den Fertigungsbereich auszudehnen“, so Nadine Kanja. 鈥濿enn technische Probleme auftauchen oder sich Kundenbed眉rfnisse 盲ndern, m眉ssen Hersteller schnell umschwenken k枚nnen. Fabriken sind allerdings nicht gerade f眉r ihre Flexibilit盲t bekannt 鈥� da sind Maschinen fest installiert und hart verdrahtet. Das alles umzubauen, ist ein enormer Aufwand.“
Genau hier setzt Factory-X an: Die Initiative zielt darauf ab, durch neue Konzepte wie modulare Produktion, Manufacturing as a Service und On-Demand-Fertigung Flexibilit盲t direkt in die Fertigung zu bringen 鈥� nicht nur in die Logistik. 鈥濪as ist ein wesentlicher Teil von Factory-X: Die Flexibilisierung und Automatisierung der eigentlichen Produktionsprozesse“, erkl盲rt Nadine Kanja.
Die Schwerpunkte von Factory-X liegen deshalb auf Anwendungsf盲llen, die unter das Motto 鈥濱ndividualisierung und Customer Centricity“ fallen. Dazu geh枚ren:
- Collaborative Information Logistics: Optimierung der Informationsfl眉sse zwischen Partnern
- Condition Monitoring: 脺berwachung des Zustands von Anlagen und Maschinen f眉r proaktive, datenbasierte Wartungsentscheidungen
- Modular Production: Flexible Produktionskonzepte f眉r wechselnde Anforderungen
- Manufacturing as a Service: On-Demand-Fertigung nach Bedarf 眉ber digitale Marktpl盲tze
Konkrete Gesch盲ftsvorteile f眉r Unternehmen
Die Factory-X Anwendungsf盲lle versprechen messbare Verbesserungen f眉r verschiedene Gesch盲ftsmodelle. Condition Monitoring erm枚glicht beispielsweise proaktive Wartung statt reaktiver Reparaturen 鈥� das reduziert nicht nur Produktionskosten und Stillstandzeiten, sondern er枚ffnet Maschinenherstellern neue digitale Service-Ums盲tze aus ihrer installierten Basis.
Manufacturing as a Service revolutioniert die Kapazit盲tsauslastung: Produktionsunternehmen k枚nnen 眉ber digitale Marktpl盲tze automatisch Auftr盲ge erhalten, die zu ihren F盲higkeiten und verf眉gbaren Kapazit盲ten passen 鈥� ohne umfangreiche Vertriebsaktivit盲ten. Dabei erm枚glichen standardisierte Datenmodelle sogar die wirtschaftliche Produktion von Einzelst眉cken (Losgr枚脽e 1), was Individualisierung ohne Kostennachteile bedeutet.
Ein weiterer Wettbewerbsvorteil liegt im Zugang zu neuen Partnern: Durch das offene Daten枚kosystem k枚nnen Unternehmen mit Supply-Chain-Partnern kollaborieren, ohne bestehende Gesch盲ftsbeziehungen zu ben枚tigen 鈥� standardisierte Mechanismen machen die Integration schneller, sicherer und kosteneffizienter.
Technologische Innovation: Standards als Schl眉ssel
Factory-X erweitert nicht nur thematisch die Manufacturing-X Initiative, sondern auch technologisch. Um den hohen Anforderungen des Maschinenbaus an bestehende Datenformate gerecht zu werden, legt das Projekt besonderen Wert auf die Weiterentwicklung von Standards. Besonders das Schnittstellenformat der Asset Administration Shell (AAS) ist im Fokus.聽
鈥濪ie Bedeutung von Daten zu vereinheitlichen ist f眉r den Maschinenbau essenziell und l枚st allein bereits viele Anwendungsf盲lle.鈥�, erkl盲rt Georg Kube. 鈥濿enn in gro脽en Netzwerken聽 Auffindbarkeit und skalierbare Security notwendig ist, k枚nnen Anwender auf das Dataspace Protocol als Ergebnis aus Catena-X zur眉ckgreifen.鈥�
Diese Strategie der zwei Geschwindigkeiten erm枚glicht es Unternehmen, die sowohl in der Automobilindustrie als auch im Maschinenbau aktiv sind, ihre Systeme bei wachsenden Anforderungen flexibel zu erweitern.
Der Weg in die Zukunft
Factory-X ist bis Mitte 2026 als Entwicklungsprojekt angelegt und soll dann in eine stabile Betriebsphase 眉bergehen. Die Vision ist ambitioniert: Ein digitales 脰kosystem, das die Wettbewerbsf盲higkeit der europ盲ischen Industrie st盲rkt und gleichzeitig neue, datengetriebene Gesch盲ftsmodelle erm枚glicht.
鈥濿as wir in Factory-X aufbauen, kann auch auf die anderen Datenr盲ume von Manufacturing-X skaliert werden“, erkl盲rt Nadine Kanja. Der Maschinenbau wird damit zum Testfeld f眉r eine umfassende Transformation der europ盲ischen Industrie.
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