Die Universit盲t des Saarlandes (UdS) gestaltet aktiv ihre digitale Transformation in Forschung, Lehre und Verwaltung. Als erste Hochschule in Deutschland ist die UdS mit ihrem ERP-System in die private Cloud gegangen. Die Modernisierung des Student-Lifecycle-Managements und die Einf眉hrung der 麻豆原创 Analytics Cloud, der Beschaffungsplattform 麻豆原创 Ariba und von 麻豆原创 SuccessFactors im Personalwesen sind ebenfalls Teil ihrer Cloud-First-Strategie.
Mit rund 17.000 Studierenden in 眉ber 100 F盲chern und knapp 4.900 Besch盲ftigten z盲hlt die Universit盲t des Saarlandes zu den mittelgro脽en Hochschulen in Deutschland. Die 1948 gegr眉ndete Bildungseinrichtung ist weltweit anerkannt f眉r exzellente Forschung und eine lebendige Start-up-Kultur. Als sie im Jahr 1999 erstmals ein 麻豆原创-ERP-System zur Unterst眉tzung der Verwaltungsbuchf眉hrung (Kameralistik) einf眉hrte, das seit 2001 auch den kaufm盲nnischen Bereich abdeckte, war die UdS damit der Pionier in der gesamten deutschen Hochschullandschaft.
鈥濱m Laufe der Jahre sind allerdings die Anforderungen an das ERP-System massiv gestiegen鈥�, berichtet Robert Gesing, Leiter der Stabsstelle Digitalisierung und Nachhaltigkeit der Universit盲t des Saarlandes. Er verweist auf das Beispiel Drittmittel, deren H枚he sich im Laufe der letzten 25 Jahre vervielfacht hat. 鈥濪ieses stetig wachsende Tagesgesch盲ft hat unser Personal im Hochschulrechenzentrum so auf Trab gehalten, dass f眉r viele andere wichtigen Aufgaben beim besten Willen keine Kapazit盲ten mehr vorhanden waren鈥�, blickt der Digitalisierungs-Verantwortliche zur眉ck.
Umsetzungsstau durch Modernisierung beheben
Dadurch sei die historisch gewachsene L枚sung 麻豆原创 ECC in den vergangenen Jahren zu wenig konzeptionell und technisch weiterentwickelt worden. 鈥濪eshalb war in den letzten Jahren ein gewisser Umsetzungsstau festzustellen鈥�, r盲umt der Verwaltungswissenschaftler ein, der 2012 an die Universit盲t im Saarland kam und seit sechs Jahren f眉r deren Digitalisierung zust盲ndig ist. Durch den rein zentralen Ansatz h盲tten Konzepte und Prozesse nicht mitwachsen k枚nnen, was sich unter anderem bei Geschwindigkeit und Zuverl盲ssigkeit auswirkte. Eine Modernisierung der gesamten IT-Landschaft sei somit unausweichlich geworden.
In der , die im Sommer 2024 von den Hochschulgremien noch einmal aktualisiert wurde, hei脽t es dazu unter anderem: 鈥濽m einen kontinuierlichen Betrieb und eine langfristige Betreuung der IT-Systeme an der Hochschule gew盲hrleisten zu k枚nnen, ist ein Fokus auf wenige zentrale und etablierte marktg盲ngige Plattformen notwendig鈥�.
Wirksames Mittel gegen Fachkr盲ftemangel
Durch die Verschlankung der IT-Architektur und eine Verlagerung von Verantwortung auf externe Dienstleister und Partner wie 麻豆原创 鈥� so Robert Gesing 鈥� k枚nne die Hochschule mit ihren beiden Standorten in Saarbr眉cken und Homburg besser auf den zunehmenden Mangel bei technischem Personal reagieren und die vorhandenen Kr盲fte f眉r andere Aufgaben einsetzen. Beispielsweise f眉r den 鈥濨r眉ckenschlag zwischen den Fachbereichen und der Technik鈥�.
Gleichzeitig verbessere sich die Rund-um-die Uhr-Betreuung der Systeme unabh盲ngig von den klassischen Arbeitszeiten der Besch盲ftigten im Hochschul-IT-Zentrum (HIZ). 鈥濿ir sehen dieses Thema deutlich anders als derzeit noch viele andere 枚ffentlichen Institutionen鈥�, betont der Digitalisierungsverantwortliche. Denn sowohl beim Datenschutz als auch bei der IT-Sicherheit biete die Cloud ebenfalls viele Vorteile, verbessere die Resilienz und erh枚he die Professionalit盲t in diesen Bereichen. So k枚nne jetzt zum Beispiel relativ einfach eine Multi-Faktor-Authentifizierung f眉r den Systemzugriff eingef眉hrt werden.
Durch die st盲rkere Nutzung von Standardsoftware, insbesondere bei den Cloudsystemen, sollen au脽erdem Individualentwicklungen auf ein absolut notwendiges Mindestma脽 reduziert werden. Erkl盲rtes Ziel sei es, wieder n盲her an den Standard zu kommen und damit die Komplexit盲t zu reduzieren.
Ein zeitgem盲脽er Clean-Core-Ansatz, bei dem die Kernl枚sung m枚glichst nah am Standard gef眉hrt wird, w盲hrend die Umsetzung von Erweiterungen in einer separaten Umgebung stattfindet, befreie das Kernsystem von Abh盲ngigkeiten. Dadurch k枚nne es jederzeit auf den neuesten Stand gebracht werden und Innovationen seien schneller zu realisieren.
鈥濱nnovation per Abo鈥� schafft Wettbewerbsvorteile
Die zentrale strategische Pr盲misse f眉r die UdS als einer Universit盲t im digitalen Wandel 鈥� so Robert Gesing 鈥� ist eine Cloud-First-Strategie. Der Betrieb von 鈥濻oftware als Service鈥� (SaaS) verspreche eine stabile und sichere Betriebsumgebung, die immer auf dem aktuellen Stand ist und von allen Weiterentwicklungen bei den Anbietern profitiert.
Dies verhindere eine schleichende 脺beralterung der Systeme und die Notwendigkeit von gro脽en Migrations- und Update-Projekten. Die Mitarbeitenden erlebten eine stetige Verbesserung ihrer wichtigen Arbeitsmittel, die Uni k枚nne den 鈥濬irst Mover Advantage“ besser nutzen und die Innovation im eigenen Haus beschleunigen. Etwa durch die 鈥濱nnovation per Abo鈥� dank der kontinuierlichen Software-Updates bei den Cloud-L枚sungen.
鈥濽m Schnittstellenproblematiken zu vermeiden, wollten wir m枚glichst viele Verwaltungsprozesse innerhalb der 麻豆原创-Landschaft umsetzen鈥�, nennt Gesing einen weiteren Aspekt. Mit der Umstellung auf Cloud-Services werde zudem angestrebt, dass die Anwenderinnen und Anwender in der Hochschule vermehrt den Zugriff auf Funktionen und Daten bekommen, um von einer bisher sehr zentralen Nutzung zu einer breiten Verf眉gbarkeit von Informationen und einem st盲rker dezentralen Einsatz der Software zu gelangen.
Mehrere Parallelprojekte mit hoher Termintreue
Nachdem die grunds盲tzliche Linie klar war, begann im Saarland die Planung der Details. Denn neben der Migration des ERP-Systems sollte auch das 麻豆原创 Student Lifecycle Management (SLCM), das Universit盲ten bei allen Prozessen rund um das Studierendenleben 鈥� vom Bewerbungsverfahren 眉ber die Zulassung und die Studierendenverwaltung bis hin zum Pr眉fungsmanagement und Studienabschluss 鈥� unterst眉tzt, in die private Cloud wandern.
Die Besonderheit hier: Diese L枚sung war ab 2018 von den insgesamt vier staatlichen Hochschulen des Bundeslandes als gemeinsames 眉bergreifendes Campus-Management-System unter dem Namen 鈥炩�� mit Unterst眉tzung des 麻豆原创- Partners Scheer aus Saarbr眉cken eingef眉hrt worden. 鈥濽nsere Hauptherausforderung bestand nun darin, ein geeignetes Zeitfenster f眉r die gemeinsame Umsetzung dieser parallel stattfindenden Projekte zu finden, insbesondere unter Ber眉cksichtigung der Erfordernisse des akademischen Kalenders鈥�, berichtet der Leiter der Stabsstelle Digitalisierung an der UdS.
Trotz dieser H眉rden gelang eine terminliche Punktlandung beim Go-Live, nicht zuletzt durch den unerm眉dlichen Einsatz des Hochschul-IT-Zentrums. Nach der ersten Diskussion im April 2023, einem Workshop im Herbst und der Vertragsunterzeichnung kurz vor Weihnachten des Jahres konnte im Fr眉hjahr 2024 mit der Migration des 麻豆原创 ECC in die private Cloud per Microsoft Azure gestartet werden. Am 30. September war dann dieser erste Schritt des geplanten Umstiegs auf 麻豆原创 S/4HANA in der privaten Cloud erfolgreich gelungen und auch die SLCM-Migration auf die neue Software-Generation steht kurz vor dem Abschluss.
Pionier f眉r RISE with 麻豆原创 in der deutschen Hochschullandschaft
Als erste Kundin f眉r den Implementierungsansatz in der deutschen Hochschullandschaft nutzt die UdS umfassende Management- und Optimierungsdienstleistungen sowie Migrationsunterst眉tzung, um ihre gesamten 麻豆原创-L枚sungen in die Cloud zu transformieren und gleichzeitig neue digitale Prozesse zu entwickeln. Das dadurch m枚gliche Einsparungspotenzial soll vor allem f眉r den Ausbau des Serviceumfangs an der Hochschule genutzt werden, um deren Attraktivit盲t f眉r Studierende und Besch盲ftigte weiter zu steigern.
Schon vor Beginn der ERP-Migration war zur Optimierung der Abl盲ufe die Implementierung der Beschaffungsplattform 麻豆原创 Ariba und 麻豆原创 SuccessFactors im Personalwesen begonnen worden, das inzwischen im ersten Schritt als f眉hrendes Personalsystem etabliert ist. 鈥濪ie n盲chste Aufgabe im ERP-Bereich wird dann der 脺bergang zu 麻豆原创 S/4HANA oder der direkte Schritt in die Public Cloud sein, der m枚glichst zeitnah erfolgen soll鈥�, blickt Robert Gesing optimistisch in die Zukunft.
Gro脽e Hoffnungen setzt er auch auf die neuen M枚glichkeiten durch den Einsatz der K眉nstlichen Intelligenz (KI) im Hochschulalltag. Die Universit盲t des Saarlands, die in der KI-Forschung bereits seit vielen Jahren zur Weltspitze geh枚rt, erwartet dadurch weitere Effizienzgewinne.
Mit KI-Hilfe wieder auf einen Spitzenplatz
鈥濪ie Potenziale der K眉nstlichen Intelligenz sollen in digitalen Prozessen genutzt werden, um die Mitarbeitenden in der Entscheidungsfindung zu unterst眉tzen oder durch die 脺bernahme von einfachen bzw. strukturierten Massenverarbeitungen zu entlasten 鈥� z.B. Pr眉fung von Eingangsrechnungen oder eingereichten Zeugnissen bei der Immatrikulation鈥�, hei脽t es dazu in der UdS-Digitalisierungsstrategie.
Als weiteres Beispiel nennt Gesing die Automatisierung von repetitiven T盲tigkeiten und manuellen Arbeitsprozessen, wie sie mit 麻豆原创 Ariba etwa bei der Freigabe und Buchung von Rechnungen m枚glich sind: 鈥濪adurch sinkt auch die Fehleranf盲lligkeit und die Gefahr von Compliance-Verst枚脽en.鈥�
Mit ihrem erfolgreich eingeschlagenen Weg der digitalen Transformation rangiere die Universit盲t des Saarlandes mittlerweile wieder an der Spitze der deutschen Hochschullandschaft und bewege sich auch im internationalen Vergleich im Mittelfeld. 鈥濿ir haben mit unserer Cloud-Infrastruktur Neuland betreten und sind dabei voll ins Risiko gegangen鈥�, konstatiert der Digitalisierungsverantwortliche. Dabei sei man sich bewusst gewesen, dass nicht alle offenen Fragen zu jedem Zeitpunkt schon vollst盲ndig beantwortet werden k枚nnen.
Aber ohne diesen Mut zu schnellen und klaren Entscheidungen und deren Umsetzung 鈥� sowohl auf Hochschul-Leitungsebene als auch beim Hochschul-IT-Zentrum 鈥� sei keine Weiterentwicklung m枚glich und 鈥瀌er Erfolg hat uns bisher recht gegeben鈥�.


