鈥濶ew Work braucht New Learning, braucht New Work鈥�, sagt Anja Schmitz, Professorin f眉r Personalmanagement/HRM an der Hochschule Pforzheim. Sie ruft vor dem Hintergrund der Digitalisierung zu einer ganzheitlichen Transformation in den Organisationen auf 鈥� mit mehr Teilhabe und sozialer Zugeh枚rigkeit.
Die Sehnsucht nach Pr盲senz, Kontrolle und informellem Austausch steht im Gegensatz dazu, dass, basierend auf verschiedenen Studien, 55 Prozent der Mitarbeiter nicht mehr komplett ins B眉ro wollen. Stattdessen will die Mehrheit weiter online lernen und w眉nscht sich mehr Flexibilisierung und Individualisierung. Nur dann entwickeln sich gew眉nschte Effekte wie h枚here Handlungskompetenz oder Arbeitgeberattraktivit盲t.
Professorin Anja Schmitz hat zum 鈥灺槎乖� Training and Adoption Forum Neues Lernen!鈥� diese und andere aktuelle Forschungsbefunde mitgebracht. Ihre Leitfragen:
- Wie steht es um die Themen New Work und New Learning?
- Was wird in dieser Hinsicht die Zukunft noch bringen?
Im R眉ckblick sagt sie, die Pandemie habe alle Unternehmen heftig erwischt: 鈥濶ach einer Reaktionsphase, wo das bis dato sehr erfolgreiche Klassenraumtraining gestoppt werden musste, traten viele Unternehmen gl眉cklicherweise schon bald in eine Recovery-Phase ein鈥�. Weiter erl盲utert sie: 鈥濫s wurde schnell viel Neues ausprobiert nat眉rlich speziell im Bereich der Digitalisierung.鈥�
Digitale Transformation beschleunigt neue Arbeitskonzepte
In der Recovery-Phase kam es zur Beschleunigung der digitalen Transformation, der Aneignung digitaler Arbeitsweisen, Techniken und Tools. 鈥濪as hat uns f眉nf Jahre in die Zukunft geschossen鈥�, sagt Schmitz und beruft sich dabei auf . 鈥濫s gab viele neue digitale Teams, digitale mobile Technologien wurden eingef眉hrt. All das hat zu einer hohen Flexibilisierung von Arbeitszeit und -ort gef眉hrt.鈥�
Die Investitionen in digitales Lernen haben durch die Pandemie erheblich zugenommen, was sich schon zuvor abgezeichnet habe. Der Lernerfolg im Klassenraum und im virtuellen Raum sei dabei vergleichbar, das zeigten verschiedene Meta-Studien.
Doch die Befragten haben auch Gr眉nde, die gegen das digitale Lernen sprechen. Fast ein Drittel sagt, sie h盲tten Schwierigkeiten, sich im digitalen Setting zu konzentrieren. Dazu nennen 27 Prozent Schwierigkeiten beim Interaktionserleben. Beim digitalen Setting sp眉ren zwischen 30 und 40 Prozent eine geringere Zugeh枚rigkeit. Gerade mal neun Prozent sehen ihre fehlende technische Kompetenz als Grund.
Zukunft der Arbeit: zwischen Kontrolle und Freiraum
鈥濿ir sind jetzt an einem Wendepunkt angelangt鈥� sagt Schmitz. 鈥濫s gibt eine gro脽e Sehnsucht nach physischer Pr盲senz und Austausch in den Organisationen auf der einen Seite.鈥� Auf der anderen Seite h盲tten Organisationen, Management und F眉hrungskr盲fte aber ein zunehmendes Bed眉rfnis nach Kontrolle beziehungsweise Angst vor Kontrollverlust.
Nachdem es in letzter Zeit viel Freiraum gab, herrscht hier h盲ufig die Meinung, dass die Mitarbeiter zur眉ck ins B眉ro kommen und man ins 鈥瀘ld normal鈥�, zu den Gewohnheiten vor Corona, zur眉ckkehren sollte.
In einem Gro脽teil der Studien sagen 55 Prozent der befragten Mitarbeiter jedoch, dass sie gar nicht mehr komplett in die B眉ros zur眉ck wollen. Trotzdem erwarten im Bereich des Lernens mehr als 15 Prozent der Befragten regelm盲脽ige Pr盲senzschulungen. Generell gebe es 眉berall eine sehr hohe Flexibilisierungserwartung. Die Mitarbeiter wollten zunehmend Angebote in hybrider Form bekommen, zwischen denen sie ausw盲hlen k枚nnen.
Digitale Tools sind nicht gleich 鈥濶ew Work鈥�
Nur weil man digitale Tools etabliert habe, bedeute das noch nicht 鈥濶ew Work鈥�, sagt Schmitz. In gleicher Weise seien auch digitale Lernformen nicht gleichzusetzen mit 鈥濶ew Learning鈥�. Dazu geh枚re noch viel mehr. Wesentliche Transformationsaufgaben betr盲fen die organisationale Entwicklung, erl盲utert sie.
In der Krise wurden zwar viel neue digitale Tools eingef眉hrt und es wurde innerhalb k眉rzester Zeit auf 鈥濰omeoffice f眉r alle鈥� umgestellt, aber ohne eine entsprechende Weiterentwicklung der Organisation seien diese Ver盲nderungen nicht nachhaltig.
鈥濱n den Studien, die die Ver盲nderungen in der Krise untersucht haben, zeigte sich, dass wesentliche Aspekte vernachl盲ssigt wurden. Im n盲chsten Schritt muss es darum gehen, die Gestaltung der Arbeit an die individuellen Bed眉rfnisse der Mitarbeitenden anzupassen. Wir m眉ssen in die Kulturarbeit investieren und die Selbstorganisation der Mitarbeitenden f枚rdern鈥�, empfiehlt Schmitz.
Laut聽 einer Studie von Gartner (鈥濬uture of Work Reinvented鈥�) gibt es bei 62 Prozent der Unternehmen noch keine explizite Future-of-Work-Strategie. Hier besteht also noch viel Handlungsbedarf, was die Integration des Themas Lernen in die Unternehmensstrategie angeht.
Im Bereich New Learning gehe es im Kern um sinnstiftendes Lernen, sowohl f眉r das Individuum als auch f眉r die Organisation. Schmitz: 鈥濪ie Organisationen sind hier aufgerufen, sich auf strategischer und operativer Ebene noch fundierter mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Geschieht dies nicht, bleibt New Work ein Buzzword.鈥�
Weitere Informationen von 麻豆原创 zum Thema Future of Work finden Sie auf und in der .
New Learning: Selbstbestimmt und bedeutsam lernen
鈥濬眉r die Zukunftsf盲higkeit von Organisationen ist es wichtig, dass der Einzelne seine Potenziale entfalten und einbringen kann鈥� erl盲utert Schmitz. Wenn dies gel盲nge, w眉rden die Lernprozesse durch Empowerment gepr盲gt. Die Mitarbeiter n盲hmen dann ihr Lernen als selbstbestimmt und bedeutsam wahr: 鈥濱ch bin verantwortlich f眉r meine eigene Entwicklung und wei脽, welchen Unterschied mein Lernen macht.鈥�
Wichtig sei, dass sich die Mitarbeiter w盲hrend des Lernens als kompetent und wirksam erlebten und eine Zugeh枚rigkeit zur (Lern-)Gemeinschaft erm枚glicht werde. 鈥濪as ist nicht leicht und braucht Unterst眉tzung鈥�, sagt Schmitz.
Damit es gelingt, m眉ssten den Mitarbeitenden zum einen Lernsettings zur Verf眉gung stehen, die unterschiedliche Tools und Methoden integrieren. Zum anderen sei ein organisationaler Rahmen erforderlich, der eine neue Art des Lernens auch erlaube. 鈥濧rbeit muss lernf枚rderlich gestaltet werden. Dazu braucht es eine entsprechende F眉hrung und eine lernf枚rderliche Kultur, die die Bedeutung des Lernens, die Selbstverantwortung st盲rkt und den Lernenden den n枚tigen Freiraum gibt鈥�, betont Schmitz.
Davon profitieren auch die Unternehmen: In einer experimentellen Studie der Hochschule Pforzheim zur Arbeitgeberattraktivit盲t haben die Forscher verglichen, welche Pr盲ferenzen Hochschulabsolventen bei Stellenanzeigen haben. Das Ergebnis: New-Work-Stellenangebote haben h盲ufiger zum Aufrechterhalten der Bewerbung und zur Annahme eines Angebots gef眉hrt. Als wichtige New-Work-Merkmale zeigten sich dabei Autonomie und Partizipation, Sinnstiftung, Entwicklungsm枚glichkeiten und Feedback.
Diese Merkmale gilt es, im Arbeitgeberauftritt zu kommunizieren 鈥� 眉ber flexible Arbeitsmodelle hinaus. Dadurch l盲sst sich die Wirksamkeit der Stellenagebote f枚rdern, die Arbeitgeberattraktivit盲t erh枚hen und die Bindung positiv beeinflussen.
Hier k枚nnen Sie den Vortrag zur Perspektive von New Work und New Learning 苍补肠丑丑枚谤别苍:
Lernen und Arbeiten zusammen denken
Das Fazit von Anja Schmitz lautet: Lernen und Arbeiten m眉ssen zusammen gedacht und weiter angegangen werden. 鈥濶utzen Sie den Ansto脽 durch Corona, die Weggabelung, an der wir aktuell stehen. Halten Sie die M枚glichkeitsr盲ume offen, und steigen Sie mit den Mitarbeitenden in einen Interaktions- und Reflexionsprozess ein!鈥�
Wichtige Fragen auf dem Weg zu New Work und New Learning sind:
- Was ist unsere Strategie?
- Wof眉r steht unsere Organisation?
- Wie wird Arbeit bei uns gestaltet?
- Was wollen wir weiter ausprobieren und was hinter uns lassen?
- Wie begleiten und bef盲higen wir Menschen auch im New Learning?
Im Rahmen einer ganzheitlichen Transformation gehe es um die Verwirklichung der Kernprinzipien von New Work, sagt Schmitz.
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