Unabh盲ngig davon, welche Farbkombination die n盲chste Bundesregierung haben wird, ein ‚weiter so‘ darf es nicht geben! Als Chief Technology Officer und Vorstandsmitglied von 麻豆原创 habe ich einige Themen, die mir besonders am Herzen liegen: Digitalisierung, Bildung und die F枚rderung von nachhaltiger Wirtschaft und Entwicklung.
Digitalisierung
Deutschland f盲llt im technologischen Wettrennen immer weiter zur眉ck. Im des European Center for Digital Competitiveness in Berlin landete Deutschland k眉rzlich weit abgeschlagen auf dem drittletzten Platz der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenl盲nder (G20).
Es braucht fundamentale, strukturelle 脛nderungen, um die digitale Transformation in Deutschland massiv zu beschleunigen. Gute Ans盲tze wie beispielsweise das Onlinezugangsgesetz (OZG) sind bereits da. Das OZG erlaubt B眉rgerinnen und B眉rgern planm盲脽ig ab sp盲testens Ende 2022, rund 600 Verwaltungsleistungen wie Antr盲ge auf BAf枚G, Elterngeld oder Geburtsurkunden digital zu nutzen. Das ist gut, aber zu wenig und nicht ambitioniert genug.
Unser F枚deralismus ist einer von Deutschlands Erfolgsfaktoren. Aber nicht zuletzt in der Corona-Pandemie haben wir gemerkt, wie schmerzhaft er mitunter sein kann. Deutschland braucht eine klare digitale Agenda, hinter der Bund, L盲nder und Kommunen gemeinsam stehen. Denn die Liste der Themen ist schier unendlich: Digitalisierung der Verwaltung, Schutz vor Cyberkriminalit盲t, Bereitstellung einer sicheren Cloud-Infrastruktur, Entwicklung offener Standards 鈥� 鈥瀙ublic money 鈥� public code falls keine Standardsoftware verf眉gbar鈥� 鈥�, Interoperabilit盲t, Netzausbau und schnelles Internet, Umgang mit KI, 鈥�
Wo besser als in einem neu etablierten Digitalministerium k枚nnte diese digitale Agenda vorangetrieben werden? Ebenso wichtig wie die Einf眉hrung eines neues Ministeriums ist es allerdings, den notwendigen Kulturwandel aktiv herbeizuf眉hren.
Bildung
Machen wir uns nichts vor, unser Bildungswesen genau wie unsere Verwaltung und unser Gesundheitswesen, arbeiten im Wesentlichen noch genauso wie 1997.
Nehmen wir die MINT-Berufe, also T盲tigkeiten in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Mittlerweile arbeitet laut dem knapp mehr als eine Million Frauen in MINT-Berufen – ein Anteil von 15,4 Prozent. Bei einer von Frauen bei 76 Prozent sollte deutlich mehr drin sein. Damit d眉rfen wir nicht zufrieden sein! Die F枚rderung f眉r MINT-Berufe darf nicht erst bei der Ausbildungs- oder Studiengangwahl beginnen. Wenn wir Kinder und junge Menschen 鈥� und besonders M盲dchen und junge Frauen 鈥� f眉r MINT-F盲cher begeistern wollen, dann muss dies in den ersten Schuljahren, besser noch im Kindergarten, beginnen.
Ohne exzellente Bildung und Forschung k枚nnen wir die Entwicklung digitaler Zukunftstechnologien abhaken. Wissen ist DIE Ressource, die wir in Deutschland haben. Da m眉ssen wir Weltklasse sein! Die Realit盲t sieht jedoch anders aus: In einer landeten wir bei der Lehrerausbildung auf Platz 76 鈥� von 78! 聽Dabei st眉nde auch hier so viel auf der To-Do-Liste: Neben der Vermittlung von Wissen 眉ber Technologien, die F枚rderung sozialer und interkultureller Kompetenzen, Empathie, Teamf盲higkeit, Kreativit盲t sowie Strategien zum lebenslangen Lernen…
Als Technologieland darf unser Anspruch nicht weniger als Weltklasse sein 鈥� genauso, wie wir n盲chstes Jahr im Fu脽ball wieder Weltmeister werden m枚chten!
F枚rderung von nachhaltiger Wirtschaft und Entwicklung
Es ist v枚llig klar: Eine innovations- und industriefreundliche Wirtschaftspolitik muss nachhaltig, europ盲isch, besser noch transatlantisch, gar global sein. Politik und Unternehmen m眉ssen dabei unbedingt an einem Strang ziehen. Warum dies notwendig ist, hat sich auch in Deutschland in den vergangenen Monaten erschreckend gezeigt. Viele Menschen haben in der Flut ihr gesamtes Hab und Gut verloren, und manche Kommunen werden noch jahrelang mit dem Wiederaufbau besch盲ftigt sein.
Nicht alle L盲nder tragen gleicherma脽en zum Klimawandel bei. Deutschland steht weltweit gesehen auf Platz 6 der CO2-Emittenten. Das bedeutet, dass wir einen signifikanten Beitrag zur Reduktion von CO2 leisten k枚nnen und m眉ssen. Und hier kann jede und jeder von uns einen Beitrag leisten!
Nach dem Urteil des Verfassungsgerichts vom April dieses Jahres soll Deutschland nun schon f眉nf Jahre fr眉her klimaneutral werden als bisher, n盲mlich 2045. 麻豆原创 m枚chte bis 2023 klimaneutral sein. Wenn globale Unternehmen dies schaffen, dann sollte auch der Staat zumindest ambitioniertere Ziele verfolgen.
Fazit
Die vergangenen anderthalb Jahre waren eine Zeit der Kontaktzettel in den Restaurants und der Faxe in den Amtsstuben. Wir haben in der Pandemie deutlich und zum Teil schmerzhaft gesehen: Vor uns liegt ein weiter Weg. Eine klare Digital- und Technologiestrategie und deren Umsetzung bedarf eines Zusammenspiels von Technologief枚rderung, Verwaltung, Bildung, Gesundheit und Datenschutz 鈥� um nur einige Felder zu nennen. Diese Strategie ist daher zentral f眉r die Zukunftsf盲higkeit Deutschlands.
Es braucht sicher nicht einen J眉rgen M眉ller, um dieses zu verk眉nden. Aber: In meiner Rolle treffe ich viele Unternehmer, Manager, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Menschen, die an einer lebenswerten Zukunft arbeiten. Sie alle eint, dass sie sich einen digitalen 鈥濺uck鈥� w眉nschen. Zu diesem m枚chte ich ermutigen. Und Deutschlands Unternehmen werden der Bundesregierung dabei sicher ein guter Partner sein.
Daher erhoffe ich mir von der n盲chsten Bundesregierung eine klare, mutige Strategie. Ich m枚chte, dass wir den technologischen Wandel in Deutschland mit aller Entschlossenheit und dem 鈥歳ichtigen Mindset鈥� anpacken.


